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Stormarn Badeverbot am Herrenteich und die Karpfen tauchen ab
Lokales Stormarn Badeverbot am Herrenteich und die Karpfen tauchen ab
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21:40 31.07.2018
Verwaist ist die Badestelle: Vermutlich bis Freitag kommender Woche darf nicht geplanscht und geschwommen werden.
Reinfeld

„Vermutlich bis zum 10. August wird das Badeverbot gelten“, betonte gestern Bauamtsleiter Stephan Kruse. Diese Entscheidung sei von den Stadtverwaltung gemeinsam mit den Bademeistern getroffen worden, die an der Badestelle für die Sicherheit der Gäste garantieren sollen.Es gehe nicht nur um das enorme Auftreten von Blaualgen sondern auch um die Sichttiefe. Und die sei zurzeit kaum vorhanden, so Stephan Kruse.

Wegen einer gewaltigen Algenplage gilt ein Badeverbot im Reinfelder Herrenteich – und das mitten in den Ferien. Teichpächter Alfred Wenskus plagen noch ganz andere Sorgen: Wegen des Sauerstoffmangels in dem Gewässer wagt er keine Prognose für die nächste Karpfenernte.

Alles okay am Poggensee

25 Grad Wassertemperatur hat Bademeister Ömer Dagkesen gestern am Poggensee in Bad Oldesloe gemessen. Im Gegensatz zu seinen Kollegen am Reinfelder Herrenteich hält er die Pforten am idyllisch gelegenen Badesee offen: „Wir haben bisher keine Probleme, noch ist alles gut.“ Zu hoffen sei, dass es Regen und eine Abkühlung gebe.

Dabei hatte die Badesaison so prima begonnen: Bei tollem Sommerwetter hatten bereits bis Mitte Juli rund 9000 Besucher das Eingangstor an der Badestelle passiert – ein Rekord schien greifbar nahe.

Doch nun folgt die vorübergehende Schließung. „Wir brauchen jetzt unbedingt Regen – auch kräftige Gewitter – sowie Wind“, meinte der Reinfelder Bauamtsleiter. Das bisher letzte Badeverbot liegt schon einige Jahre zurück.

Über das Wetter macht sich auch der Teichpächter seine Gedanken. Im vergangenen Herbst gab es so starke Niederschläge, die eine schlimme Folge hatten. Alfred Wenskus musste in seinem Fischhaus am Karpfenplatz alle Hindernisse beseitigen, damit das Wasser abfließen konnte. Und das traditionelle Abfischen musste immer wieder verschoben werden, weil der Herrenteich einfach nicht trocken fallen wollte.

Jetzt dagegen sinkt der Wasserstand kontinuierlich. „Es ist schon mindestens ein Zentimeter pro Woche weniger allein durch die Verdunstung“, hat Alfred Wenskus festgestellt. Aus der Umgebung fließe mittlerweile kein Wasser mehr nach, weil auch die Felder wegen des fehlenden Regens völlig ausgetrocknet seien. Und ein wichtiger Herrenteich-Zufluss bereite Probleme. „Denn auch der Mühlenbach fällt jetzt trocken“, sagt der Reinfelder Teichpächter.

Mittlerweile erreichen die Wassertemperaturen in dem mit seiner Fläche von 55 Hektar größten Teich Schleswig-Holsteins die 25- Grad-Marke. Dies führe zwangsläufig zu einer gewaltigen Algenbildung, die wiederum mit einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes im Wasser einhergehe. Es könne, so die Befürchtung von Alfred Wenskus, noch schlimmer werden: „Wenn die Algen absterben, gibt es noch weniger Sauerstoff.“

Er macht sich Sorgen um seine Karpfen: „Ich will nicht spekulieren, wie die nächste Ernte ausfällt.“ Sicher sei, dass die Fische zurzeit eine Wachstumsphase durchleben: „Und da will ich sie in Ruhe lassen.“ Es sei ohnehin nicht möglich, die Karpfen zusätzlich zu füttern, weil sie natürlich heranwachsen sollen.

Der Herrenteich weist nahe der Promenade immer noch eine Tiefe von rund vier Metern auf. Und an dieser tiefsten Stelle seien die Wassertemperaturen etwas geringer und der Sauerstoffgehalt höher – vermutlich der letzte Zufluchtsort für das Reinfelder Wappentier.

Michael Thormählen

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