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Stormarn Bäckereien und Handwerker klagen über hohe Stromkosten
Lokales Stormarn Bäckereien und Handwerker klagen über hohe Stromkosten
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00:00 18.10.2012
Jens Afheldt stand auch gestern, an seinem 50. Geburtstag, in der Backstube. Die Erhöhung der Ökostrom-Umlage um knapp 50 Prozent trifft die Bäckereien besonders hart, weil ihre Öfen einen hohen Stromverbrauch haben. Foto:Uwe Krog
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Stormarn

Das Handwerk in Stormarn ist wie in ganz Schleswig-Holstein empört über die Erhöhung der Ökostrom-Umlage um fast 50 Prozent auf 5,3 Cent je Kilowattstunde und beklagt die in seinen Augen einseitige Belastung kleiner und mittlerer Betriebe. Denn große Konzerne wie die Großdruckerei Prinovis in Ahrensburg zahlen diese Umlage gar nicht.„Einen Bäckereibetrieb beispielsweise, der 300 000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, kostet das zusätzlich mehr als 5000 Euro“, rechnet Tim Brockmann vor, Geschäftsführer der Landeshandwerkerschaft. „Unsere Betriebe sind bereit, ihren Anteil zu leisten. Das tun sie in vielen Bereichen auch schon. Aber wir halten es für eine Riesen-Ungerechtigkeit, dass die Energiewende allein auf den Schultern der kleinen Betriebe lastet, weil die Industrie diese Steuerumlage nicht zahlt.“ Dies müsse dringend geändert werden, um die Handwerksfirmen nicht noch stärker zu belasten. Brockmann: „Vor allem für die energieintensiven Betriebe wie Bäckereien und Fleischereien, aber auch Friseure sowie Bauunternehmen, können wir diese Erhöhung nicht hinnehmen.“ Adelbert Fritz, Geschäftsführer der Stormarner Kreishandwerkerschaft, kann sich da nur anschließen. „Handwerkliche Betriebe haben nicht die Möglichkeit wie Industriekonzerne, Rabatte auszuhandeln oder sich von der Umlage ganz befreien zu lassen“, sagt Fritz und spricht von einer „nicht unerheblichen Erhöhung“ für die Betriebe. Betroffen seien unter anderem Straßenbaufirmen und Zimmereien sowie vor allem die Bäckereien mit ihren großen Öfen. „Diese großen Backstraßen zum Beispiel bei der Bäckerei Schmidt in Bad Oldesloe oder in der Braaker Mühle haben halt einen entsprechenden Stromverbrauch.“ Der Geschäftsführer rechnet damit, dass infolgedessen früher oder später die Preise für die Produkte steigen. „Die Verbraucher zahlen dann nicht nur direkt mehr für den Strom durch die höhere Ökostrom-Umlage, sondern auch indirekt“, so Fritz.Auch die Bäckerei Rohlf in Reinfeld ächzt unter der neuen Belastung. „Es trifft wieder einmal die kleineren Unternehmen“, sagt Inhaber Jens Afheldt. Obwohl die Bemessungsgrenze für eine Befreiung von der Ökostrom-Umlage gesenkt worden sei, liege der Stromverbrauch seines Betriebes weiterhin darunter. „Leider“, wie Afheldt anfügt. Dabei hätten sich die Mitgliedsbetriebe der Bäckerinnung in Schleswig-Holstein bereits zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammengeschlossen und bezögen den sogenannten Bäckerstrom. Die Erhöhung der Umlage kommt für die Bäckerei-Betriebe zur Unzeit, denn erst jüngst gab es Lohnerhöhungen für die Angestellten – so eben auch für die zehn Mitarbeiter der Bäckerei Rohlf. Trotz aller Einsparungen komme er daher wohl nicht umhin, in naher Zukunft die Preise für Brot und Brötchen leicht anzuheben. Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), appelliert ebenfalls im Interesse der Stormarner Mittelstands- und Handwerksbetriebe an die Politik, nicht zu viele große Firmen von der Umlage zu befreien. „Denn das muss nachher alles der Mittelstand bezahlen“, so Leinius.

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