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Bagger macht den Weg frei: Die Trave fließt in ihr altes Flussbett

Bad Oldesloe Bagger macht den Weg frei: Die Trave fließt in ihr altes Flussbett

Die Baggerarbeiten haben jetzt begonnen, damit eine Verbindung zwischen der Trave und einem Altarm in der Flussniederung bei Bad Oldesloe geschaffen werden kann. Das für Flora und Fauna wichtige Projekt wird vom Gewässerunterhaltungsverband Trave umgesetzt.

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Hier werden Spundwände installiert: Der begradigte Verlauf des Flusses.

Bad Oldesloe. Jannek Henck lenkt seinen riesigen Bagger über eine Fläche in Ufernähe. Ganz vorsichtig frisst sich die gewaltige Schaufel durch den weichen Boden, um die obersten Erdschichten abzutragen. Am Montag haben Mitarbeiter der Lübecker Firma Bergemann-Gräper damit begonnen, den Boden auszuheben. Seit gestern sind außerdem die Lastwagen vor Ort, um diese Erde abzutransportieren.

LN-Bild

Die Baggerarbeiten haben jetzt begonnen, damit eine Verbindung zwischen zwischen der Trave und einem Altarm in der Flussniederung bei Bad Oldesloe geschaffen werden kann. Das für Flora und Fauna wichtige Projekt wird vom Gewässerunterhaltungsverband Trave umgesetzt.

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Um die Niederung zwischen Sehmsdorf und Kneeden überhaupt mit Baufahrzeugen erreichen zu können, musste eigens eine Baustraße angelegt und befestigt werden. Sie führt von der nahen Bundesstraße 75 bis zur Baustelle. „Damit ist schon vor einigen Wochen begonnen worden. Mit den Baggerarbeiten legen wir aber erst jetzt los“, sagt Rene Freese von der Firma Bergemann-Gräper. Er und seine Kollegen sind allerdings nicht die ersten Bauhandwerker, die die Szenerie in dieser Landschaft bestimmen. Bereits im vergangenen Jahr musste eine Gasleitung verlegt werden. Sie hätte sonst unter einer kleinen Insel gelegen, die im Zuge der jetzt anlaufenden Arbeiten entstehen wird.

Auf einen reibungslosen Verlauf des geplanten Projektes hofft Gustav Stoffers als Vorsitzender des Gewässerunterhaltungsverbandes. Wenn alles gut gehe, „dann können wir im Mai oder Juni fertig sein“.

Die aktuell herrschende Witterung befördere sogar dieses große Projekt: „Es sollte nur keinen Regen geben.“

In der Niederung muss von den großen Baumaschinen nämlich viel Erde weggeschafft werden, damit die Trave in ihr ehemaliges Flussbett zurückfließen kann. In den sechziger Jahren ist der noch aktuelle Verlauf geschaffen worden – damit das Wasser in dem begradigten Flussbett schneller und besser abfließen sollte. Abgeschnitten wurde dabei der Altarm, der in den kommenden Wochen wieder an den Fluss angeschlossen werden soll. Die Trave wird dann wieder einen großen Bogen schlagen, wenn die rund 70 Meter lange Verbindung hergestellt ist.

Der bisher noch genutzte begradigte Verlauf wird allerdings weiterhin eine Rolle spielen. „Da bauen wir Spundwände ein“, erläutert Rene Freese. Nach der Planung soll mit diesem Vorhaben im kommenden Monat begonnen werden.

„Bei Mittelwasser fließt die Trave nur durch ihren Altarm. Dafür sollen die neuen Spundwände sorgen“, sagt Gustav Stoffers. Erst bei einem höheren Wasserstand kann der Fluss das neu errichtete Hindernis überwinden und dann wieder in den bisher noch genutzten Verlauf fließen. Ob diese Maßnahme auch bei Hochwasser greift – das ist zurzeit ungeklärt. Möglicherweise kann auch die spätere Insel überflutet werden.

„Natürlich ist jede Aktion gegen Hochwasser wichtig. Ich denke aber nicht, dass die Trave deshalb kein Hochwasser mehr hat. Viel wichtiger sind die Einleitungen – vor allem im Bereich Reinfeld“, ist Sabine Reichle vom Naturschutzbund (Nabu) überzeugt. Denn auch der Nabu Schleswig-Holstein ist an dem Projekt beteiligt. Er hat dank einer finanziellen Förderung die schon bald neu geschaffene Insel im Verlauf zwischen Altarm und dem begradigten Flussbett erworben.

Das rund 6000 Quadratmeter große Areal soll künftig Tieren und Pflanzen vorbehalten bleiben. „Es wird keinen Zugang für Spaziergänger geben. Der Wanderweg an der Trave wird auf jeden Fall erhalten bleiben. Das ist für die Menschen in der Region sehr wichtig“, erklärt Sabine Reichle.

Die Trave wird um rund 300 Meter länger und soll dabei etwas langsamer fließen. Die Initiatoren erhoffen sich davon positive Auswirkungen auf Flora und Fauna. Auch die Selbstreinigungskraft des Flusses soll verbessert werden. Und vielleicht fühlen sich auch bald wieder Lachsforellen in dem Fließgewässer heimisch.

 Von Michael Thormählen

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