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Stormarn Bahnstrecke Reinfeld - Lübeck: Baum kippt auf Oberleitung
Lokales Stormarn Bahnstrecke Reinfeld - Lübeck: Baum kippt auf Oberleitung
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19:33 04.10.2017
Die Feuerwehr ist zurzeit mit den Räumungsarbeiten beschäftigt. Quelle: Jens Burmester
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Stormarn, Lübeck

Zwei Arbeiter waren damit beschäftigt, auf einem Grundstück am Bischofsteicher Weg in Reinfeld diverse Bäume im hinteren Bereich des Gartens abzunehmen. Das funktionierte auch ganz tadellos, bis eine Windböe eine Fichte gerade in dem Moment erwischte, als diese abgesägt war und fallen sollte.

Ein Baum auf der Oberleitung der Bahnstrecke Hamburg – Lübeck in Höhe Reinfeld sorgte für einen gut einstündigen Einsatz der Feuerwehr.

Doch sie fiel durch den Wind genau in die falsche Richtung. Da half auch alle Kraftanstrengung an einem Sicherungsseil, das die Arbeiter an dem Baum befestigt hatten, nichts. Der Stamm mit einem Durchmesser von gut 15 Zentimetern drehte sich und kippte genau auf die Lärmschutzwand an der Bahnstrecke, die gleich hinter dem Grundstück verläuft. Dabei legte sich die Baumkrone auf die Oberleitung.

Durch den Strom in der Oberleitung kam es zu einem kleinen Feuer am Stamm des Baumes und auch in der Krone, dass aber schnell vom Wind wieder ausgeblasen wurde. Die beiden Arbeiter setzten sofort einen Notruf ab, um weitere Schäden durch herannahende Züge zu vermeiden. Die Deutsche Bahn veranlasste sofort die Streckensperrung zwischen Bad Oldesloe und Lübeck. Die Freiwillige Feuerwehr Reinfeld rückte mit einem Löschfahrzeug aus und erdete nach der Meldung, dass der Strom abgeschaltet ist, die Leitungen. Dann wurde der Baum zunächst so zersägt, dass die Krone von der Leitung fiel und neben den Gleisen liegen blieb. Der andere Teil des Stammes blieb auf der anderen Seite der Lärmschutzwand liegen. Alles was auf der Seite der Bahn lag, wurde in kleine Stücke geschnitten, die dann über die Wand auf das Privatgrundstück zurückgeworfen wurden.

Unterdessen hatten auf der gesperrten Strecke fünf Züge insgesamt 120 Minuten Verspätung. „Die Bahn setzte einen Ersatzzug ein, leitete einen weiteren Zug über Büchen um. Vier weitere Züge fielen aus und für weitere vier Züge war der Bahnhof Bad Oldesloe in dieser Zeit Endstation“, sagte der Sprecher der Bundespolizei, Gerhard Stelke. Außerdem habe die Bahn einen Schienenersatzverkehr ab Reinfeld eingerichtet. Als die Feuerwehr gegen 11 Uhr von der Einsatzstelle abrückte, war auch der in Sichtweite liegende Bahnsteig in Reinfeld nahezu menschenleer.

„Unsere Einsatzkräfte sind bestens geschult im Umgang mit der Motorkettensäge. Sie lernen das in einem speziellen Lehrgang auf Kreisebene im Feuerwehrausbildungszentrum in Nütschau“, erklärt Reinfelds Gemeindewehrführer Gerd-Heinrich Riemann. Zudem würden die Einsatzkräfte auch bei den Übungsdiensten immer wieder geschult. Ähnlich ist es beim Technischen Hilfswerk. „Auch bei uns müssen die Helfer eine Spezialausbildung machen, die über zwei Wochenenden stattfindet. Und auch bei uns werden die Helfer immer wieder im Umgang mit der Motorkettensäge weitergebildet und üben oft damit“, so Oldesloes THW-Chef Olaf Göttsche. Das sei unverzichtbar, um es garnicht erst zu gefährlichen Situationen kommen zu lassen, so Göttsche weiter. Dabei lobt er auch die gute Zusammenarbeit mit den Feuerwehren, gerade zuletzt beim Unwetter auf der B 75 zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld.

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