Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Bargfeld-Stegen: Wer ist der Feuerteufel?
Lokales Stormarn Bargfeld-Stegen: Wer ist der Feuerteufel?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 22.10.2013
Die Feuerwehr war schnell zur Stelle, konnte das Ausbrennen des Transporters aber nicht mehr verhindern. Quelle: hfr

Eine unheimliche Serie von Bränden bei der Alsterdorf Assistenz beunruhigt derzeit die Einwohner von Bargfeld- Stegen. In der Nacht zu gestern musste die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde sogar zu zwei Feuern in unmittelbarer Nachbarschaft ausrücken. Die Ursache ist vermutlich Brandstiftung — wie auch bei zwei weiteren Feuern wenige Tage zuvor.

Gleich mehrere Notrufe gingen am frühen Morgen gegen 4.45 Uhr bei den Rettungsleitstellen der Polizei und Feuerwehr ein. Im Alsterweg brannte abseits der Wohnhäuser der Behinderteneinrichtung Alsterdorf Assistenz ein behindertengerechter Transporter mit Rollstuhlrampe völlig aus. „Beim Eintreffen der Einsatzkräfte brannte der Kleinbus der Einrichtung bereits in voller Ausdehnung“, berichtete Feuerwehr-Pressesprecher Andre Poser. Unter Atemschutz hatte die Feuerwehr Bargfeld-Stegen den Fahrzeugbrand schnell unter Kontrolle und konnte ein Übergreifen der Flammen auf die nahestehenden Wohnhäuser verhindern. „Zum Glück hatten sich die Flammen nicht bis zum Tank ausgebreitet“, so Poser.

Knapp an einer möglichen Katastrophe vorbei schrammte auch nur 200 Meter weiter — ebenfalls im Alsterweg — ein 57-jähriger Angestellter in einem weiteren Alsterdorf-Haus. Offenbar war ein Unbekannter eingebrochen und hatte einen Aktenschrank mutwillig in Brand gesetzt. Der Bewohner wurde durch den lautstarken Ton des Rauchmelders im Wohnzimmer im Schlaf überrascht und rollte schnell den brennenden Aktencontainer vor die Haustür in den Garten. „Nur wenige Minuten später hätte der gesamte Wohnbereich in Flammen gestanden. Dieser Einsatz sollte allen Bürgern bewusst machen, das Rauchmelder Leben retten können“, sagte Andre Poser. Der 57-Jährige blieb trotz der gefährlichen Aktion unverletzt und kam mit dem Schrecken davon. „Durch die schnelle Reaktion des Mannes entstand auch kein Gebäudeschaden“, ergänzte Andreas Dirscherl, Sprecher der Polizeidirektion Ratzeburg. Die Kriminalpolizei Ahrensburg nahm noch am Morgen die Ermittlungen auf.

Bereits in den Tagen davor hatte es zweimal in Bargfeld-Stegen gebrannt. Zunächst war eine Haustür auf dem Gut Stegen angezündet worden. Dieses gehört ebenfalls zur Alsterdorf Assistenz und beherbergt zwei Wohngruppen. Beim zweiten Feuer waren an einem offenen Fenster die Gardinen angezündet worden.

Bei der Alsterdorf Assistenz sind jetzt Mitarbeiter wie Bewohner in heller Aufruhr. Nach dem Feuer gestern wurde vom Träger, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf in Hamburg, sofort ein privater Sicherheitsdienst verpflichtet, der nun rund um die Uhr patrouilliert. In den vier Wohngruppen im Alsterweg und in der Stegener Allee wohnen etwa 60 Menschen.

Vor wenigen Wochen hatten in Bargfeld-Stegen zudem mehrere Müllcontainer gebrannt. Einen Zusammenhang wollte die Feuerwehr in diesem Fall jedoch nicht herstellen. Trotzdem ruft sie dazu auf, angesichts der Häufung der Feuer besonders wachsam zu sein.

Pressesprecher Poser ist auch noch gut in Erinnerung, wie vor rund drei Jahren auf Gut Stegen eingebrochen wurde. Damals wurden Akten von Patienten gestohlen und anschließend verbrannt.

Wer Hinweise zu den Taten geben kann, wird gebeten, sich bei der Kripo unter Telefon 04102/80 90 zu melden.

Lob für die Feuerwehr
38 Kameraden hat die Freiwillige Feuerwehr Bargfeld-Stegen derzeit. 20 davon waren gestern Morgen im Einsatz. „Das hat alles super geklappt“, bilanzierte Wehrführer Andre Poser. Aufgrund des Feuers in dem Einfamilienhaus habe er zunächst noch die Nachbarwehren alarmieren wollen, das war dann aber doch nicht nötig. „Der Bewohner hat gut reagiert“, so Poser. Zum Glück seien in dem Haus Rauchmelder installiert gewesen, die auch sofort anschlugen.

Markus Carstens

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Flexibilität ist bei den Anwohnern, Gewerbebetrieben und Verkehrsteilnehmern in der Reinfelder Paul-von-Schoenaich-Straße gefordert: Morgen, 24.

22.10.2013

Das Team aus Stormarn konnte sich in der Hansestadt in der ersten Hälfte des Teilnehmerfeldes platzieren.

22.10.2013

Dritte Auflage von „Sülfeld musiziert“ — mit einer etwas anderen Feier zum Volkstrauertag.

22.10.2013
Anzeige