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Stormarn B wie Bargteheider Bier
Lokales Stormarn B wie Bargteheider Bier
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13:31 31.08.2018
Dr. Georg Krueger (l.) und Johannes Rehder können jetzt mit der Hopfenernte beginnen. Quelle: ALBROD
Bargteheide

Das Wappen von Bargteheide könnte eigentlich noch durch ein Fässchen ergänzt werden: Nachdem mit dem „Schatoh Feldmark“ schon ein eigenes Weingut an der Stadtgrenze heranreift, kommt nun noch ein Hopfengarten dazu, in dem die Zutaten für das „Brauder“ wachsen. Dr. Georg Krueger und Johannes und Yannick Rehder wollen mit der neuen Marke ihre eigene Biersorte anbieten.

„Wir sind drei Bierfreunde aus Bargteheide und Hamburg, die gerade den Weg in die Selbstständigkeit gehen. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und haben damals mal mit dem Bierbrauen angefangen“, erzählen die Bargteheider. Krueger hatte ein Schüler-Praktikum bei der Holsten Brauerei gemacht, und das machte Lust auf Mehr. „In einem Kochtopf in der Küche haben wir damals das Bier gebraut.“ Die Zusammenarbeit haben sie jetzt wieder aufleben lassen. „Wir haben uns viel mit den Zutaten beschäftigt und die Rezeptur optimiert“, erzählt Rehder. „Es gibt viele Biersorten, da dachten wir uns, das können wir auch.“

Craft-Bier heißt der Trend zum handgemachten Bier, und für ihre Sorte haben sich die Brauer unter anderem mit Hopfen beschäftigt. „Es gibt zwei große Anbaugebiete für Hopfen, eins am Bodensee und eins in Hallertau“, so Rehder. Darüber sei ganz in Vergessenheit geraten, dass Hamburg mal die Hochburg des Hopfens war. „Im 14. Jahrhundert wurde in Hamburg erstmals Bier mit Hopfen gebraut, weil der das Getränk haltbar macht“, so Rehder. „Zuerst wurde damit Weißbier gebraut. Wir knüpfen also an eine alte Tradition an.“ „Northern Brewer“, „Fuggles“, „Cascade“ und „East Kent Goldings“ heißen die Hopfen-Sorten, die dem Durstigen bald auf der Zunge zergehen sollen.

Üblicherweise, so Krueger, der Agrarwissenschaft studiert hat, würde beim Bierbrauen getrockneter Hopfen verwendet. „Wir wollen mit frischem Hopfen arbeiten.“ 60 Pflanzen haben sie in Kruegers Garten in Bargteheide gesetzt, und die haben sich sehr gut entwickelt. Bis auf ein paar verdorrte Exemplare ranken sich die Pflanzen bereits mehr als mannshoch über die Drähte, die zum Anbau gespannt wurden. Daran reifen kleine dicke Dolden heran, deren gelber Staub das begehrte Lupulin enthält. Es verleiht dem Bier seinen typischen Geschmack. „Wir haben verschiedene Sorten zum Test angebaut“, sagt Krueger, „darunter den „Hansehopfen“, der aus einem alten Anbaugebiet stammt und Nachfahre des mittelalterlichen Hopfens ist.“

Gebraut wird im Schuppen, wo das Bier im Eimer gären kann, in großem Stil dann in der Brauerei Grönwohld, wo man sich zum Bierbrauen einmieten kann. „Die Lese beginnt jetzt, gebraut wird im Oktober, angeboten wird das Bier dann Anfang Dezember“, kündigt Rehder an. Weil sein Bruder Yannick auch dabei ist, heißt die Marke „Brauder“, plattdeutsch für „Bruder“ und ähnlich dem Wort Brauen. Das Logo haben sie selber entwickelt – das U in der Marke wird zum vollen Bierglas – und verschlossen wird die Flasche mit einem Kronkorken. „Als erstes Bier brauen wir einen hellen Bock.“ Der Hopfen aus Bargteheide und vom zweiten Feld in Hamburg reicht für etwa 15.000 Liter, schätzen sie.

Auf jeden Fall ist genug zum Experimentieren da. „Neben eigenen Interpretationen klassischer Bierstile wie heller Bock, Pils und Helles experimentieren wir auch mit komplett neuen Stilen“, heißt es auf der Website (www.brauder-hamburg.de). Eigenkreationen seien beispielsweise ein fruchtiges Fliederbier in Anlehnung an Omas Fliederbeersuppe, der Rummel Stout mit Kakaobohnen, Torfmalz und einem guten Schuss Rum sowie das Hamburger Schiffsbier nach einem Rezept aus der Hansezeit.

Bettina Albrod

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