Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Baumschutzsatzung wird verhandelt
Lokales Stormarn Baumschutzsatzung wird verhandelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 04.03.2019
Der BUND spricht sich dafür aus, auch Birken und Pappeln in den Baumschutz aufzunehmen. Quelle: dpa
Bargteheide

Vor 15 Jahren hatten die Bargteheider Stadtvertreter mit Mehrheit der CDU dafür gestimmt, die damals geltende Baumschutzsatzung aufzuheben. Bebauungspläne und Landesnaturschutz würden den Baumbestand sichern, so damals die Begründung. Inzwischen haben sich die Mehrheitsverhältnisse in der Stadtvertretung geändert, und auf Antrag der Grünen wurde erneut über eine Baumschutzsatzung verhandelt. Der Ausschuss für Umwelt, Klima und Energie hat nun in seiner Sitzung am 13. September mit sechs Ja- bei zwei Nein-Stimmen eine neue Baumschutzsatzung auf den Weg gebracht. Die wird bei der nächsten Sitzung der Bargteheider Stadtvertreter am Donnerstag, 7. März, zur Diskussion stehen.

„Ziele der Baumschutzsatzung sind die Belebung und Gliederung des Ortsbildes, Klimaschutz, Sicherung des Naturhaushalts und die Schaffung von Lebensräumen“, erläutert Jürgen Engfer, Leiter des Bereichs Planung, Umwelt und öffentliche Sicherheit in Bargteheide. Mittlerweile sind die öffentlichen Stellungnahmen eingegangen. „Jeder Baum im gesamten Stadtgebiet ist wichtig“, heißt es darin von einem Vertreter des BUND. Allerdings spricht er sich dafür aus, auch Birken und Pappeln in den Baumschutz aufzunehmen. Auch der Nabu begrüßt eine Baumschutzsatzung, wünscht sich aber strengere Auflagen für Ersatzpflanzungen.

Kritik von Haus und Grund

Kritik gibt es von „Haus und Grund Bargteheide. „Wir weisen darauf hin, dass die Stadt Bargteheide eine ähnliche Satzung bereits aufhob und dies aus guten Gründen: Es war nämlich annähernd einhellige Auffassung, dass ein vorgeblich gesonderter Schutz von Bäumen überwiegend auf Privatgrundstücken durch Regulierung einer eingreifenden Satzung weder zur Verbesserung des Schutzes beitrug noch sonst notwendig war“, heißt es in der Stellungnahme. Eine Erfassung schützenswerter Bäume liege nicht vor, zudem seien Bäume ohnehin durch das Landesnaturschutzgesetz geschützt. Eine Baumschutzsatzung werde von Grundstücksbesitzern als stark eingreifende Satzung wahrgenommen, und zwar in der Weise, dass sie als willkürliche Eingriffe in die eigenen Entscheidungsbefugnisse zur privaten Gartengestaltung empfunden würden.

Die Baumschutzsatzung regelt, wann und ob Bäume gefällt werden dürfen und welche Ersatzmaßnahmen gegebenenfalls anfallen. „Sobald ein Baum in einer Höhe von 100 Zentimeter einen Umfang von 80 Zentimeter hat, muss ein Antrag auf Baumfällung gestellt werden“, erklärt Engfer. Ausgenommen sind Obstbäume. Die Größe eines zu fällenden Baumes entscheide darüber, ob ein, zwei oder mehr Bäume als Ersatz gepflanzt werden müssen. Ersatzpflanzungen müssen ihrerseits eine Mindesthöhe haben und 100 Zentimeter über dem Boden einen Umfang von 14 Zentimeter aufweisen. Hat ein Antragsteller keinen Platz für Neupflanzungen, muss er 1500 Euro pro Baum an die Stadt zahlen, die dafür Ersatzpflanzungen auf städtischen Flächen vornimmt.

Jürgen Engfer Quelle: Bettina Albrod

„Zusätzlich zu einer Baumschutzsatzung können Bäume durch einen Bebauungsplan geschützt sein“, ergänzt Engfer. Hier müsse im Fall einer Fällung, zuerst ein Befreiungsantrag bei der zuständigen Behörde eingereicht werden.

„In den satzungsfreien Jahren konnte keine verstärkte Fällung von Bäumen in Bargteheide festgestellt werden“, so Engfer weiter. Sollte die Baumschutzsatzung eine Mehrheit finden, wird sie nach der öffentlichen Bekanntmachung voraussichtlich ab April gelten. Die üblichen Schutzzeiten für Gartenarbeiten gelten weiterhin, unabhängig von einer Baumschutzsatzung.

Stadtvertretersitzung

Die Stadtvertreter treffen sich am Donnerstag, 7. März, um 19 Uhr im Stadthaus Bargteheide.

Bettina Albrod

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ulf Zemann ist Rettungsassistent und gibt Kurse für Erste Hilfe an Pferd, Hund und Katze. Er schult Feuerwehrleute darin, Pferde aus dem Graben zu bergen.

04.03.2019

Am 15. Juni 2019 findet das 10. KinderStadtFest in Reinfeld statt. Deshalb startet ab Montag, 4. März, eine Haussammlung. Damit das 10. KinderStadtFest auch gefeiert werden kann.

04.03.2019

Das einzige Kind des Hamburger Unternehmers stammt aus Reinfeld. Die kleine Irmgard wurde adoptiert und hatte offenbar ein sehr liebevolles Verhältnis zu ihrem Vater.

06.03.2019