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Stormarn Bargteheide plant einen Ökostadtteil im Neubaugebiet
Lokales Stormarn Bargteheide plant einen Ökostadtteil im Neubaugebiet
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23:27 01.02.2016
Das Bargteheider Neubaugebiet „Am Krögen“ soll in Richtung Osten für einen Ökostadtteil erweitert werden. Quelle: Manfred Giese

Das Häuschen im Grünen wird jetzt noch grüner: Bargteheide will einen Ökostadtteil im Neubaugebiet „Am Krögen“ errichten. Dort sollen in der Erweiterung des schon bestehenden Baugebiets Richtung Osten 50 bis 70 neue Wohneinheiten entstehen. „Der ökologische Stadtteil war ein Wunsch der politischen Gremien“, erklärt Bargteheides Bauamtsleiter Jürgen Engfer. „Die Fraktionen haben beraten und ein Pflichtenheft entwickelt, das eine Reihe von Vorgaben für die ökologische Zielsetzung macht.“

Im Bauplan sind fünf Baufenster verzeichnet, die als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen sind. Im nördlichen Teil sind Einzel- und Doppelhäuser vorgesehen, so Engfer, im mittleren Teil Reihenhäuser und mehrgeschossiger Wohnungsbau, im Süden wieder Reihenhäuser. „Die Firsthöhe ist auf 10,50 Meter und zweigeschossige Bebauung begrenzt.“ Der am Krögen bereits bestehende begrünte Fuß- und Radweg wird in den Ökostadtteil hinein fortgesetzt. Bei entsprechender Änderung des Flächennutzungsplans ist irgendwann auch eine Erweiterung des Baugebiets möglich.

Über die Art der Bebauung entscheidet ein Investoren-Wettbewerb, der Mitte März von der Stadt ausgelobt wird. Eine Jury bestimmt, welche Investoren den Zuschlag bekommen — denkbar sind auch mehrere Investoren für die einzelnen Baufenster. Die Vermarktung beginnt voraussichtlich 2018.

„Ziel einer ökologischen Bebauung ist es, dass möglichst wenig Fläche versiegelt wird“, erläutert Engfer. Nachhaltigkeit, umweltfreundliche Mobilität, ressourcenschonender Energieeinsatz und Energiesparhäuser sind weitere Stichworte. So ist im Pflichtenheft festgeschrieben, dass es im Ökostadtteil offene Entwässerungsgräben am Rand geben wird.

Als Orte der Begegnung sind sowohl Gemeinschaftsräume vorgesehen als auch eine Grün- und Freifläche zur gemeinsamen Nutzung. Eine offene Gestaltung des Geländes, um möglichst wenig Fläche zu versiegeln, offene Regenwasserversickerung und eine Regenwasserzisterne zur Brauchwassernutzung sowie gemeinsame Müllsammelstationen sind weitere Elemente des ökologischen Bauens.

„Im Ökostadtteil wird es eine zentrale Wärmeversorgung mit regenerativer oder umweltfreundlicher Energie geben“, führt Engfer aus. Denkbar sind ein Blockheizkraftwerk, ein Nahwärmenetz mit Anschlusszwang oder nachhaltige Energiespeicherung und -verteilung beispielsweise mit einer Eisheizung. Dazu kommen ein Kompostierungskonzept und eine verkehrsarme Erschließung des Baugebiets. „Im Norden des Baugebiets sind zwei Stellplätze je Wohneinheit geplant“, sagt Engfer, „in der Mitte ein zentraler Stellplatz und im Norden 1,5 Stellplätze je Wohneinheit.“ Auch eine Ladestation für Elektrofahrzeuge und eventuell ein Car-Sharing-Angebot sind vorgesehen.

Die Nachfrage nach Wohnraum in Bargteheide ist groß. Die Jury, die über den Wettbewerb entscheidet, wird sich nach städtebaulichen, ökologischen und finanziellen Aspekten richten. „Mit dem Investor wird ein städtebaulicher Vertrag geschlossen, um die ökologischen Standards festzuschreiben.“

Heizen mit Eis
Mit einer Eisheizung, bestehend aus einem Eisspeicher und einer Wärmepumpe, ist es möglich zu heizen. Beim Gefrieren von Wasser wird Energie frei, die so genannte Kristallisationsenergie. Das Wasser wird in einem unterirdischen Betonspeicher gespeichert und von einer Solaranlage erwärmt. Wärmetauscher und Wärmepumpe entziehen dem Wasser während der Heizperiode so lange die Wärme, bis es zu Eis gefroren ist. Umgekehrt kann im Sommer die Eisheizung zur Kühlung verwendet werden.

Bettina Albrod

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