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Stormarn Bargteheide wird insektenfreundlich
Lokales Stormarn Bargteheide wird insektenfreundlich
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11:12 06.12.2018
Gestalten eine insektenfreundliche Grünfläche: Brigitte Menell, Klaus Griese, Martina Malzkorn, Ursula Brandt, Ulrike Lenz, Peter Rosanowski, Birte Kruse-Gobrecht und Dr. Hans Ilmberger (v. l.). Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Insekten haben es in Deutschland schwer: Überdüngung, Monokulturen, Versiegelung und neue Krankheiten führen dazu, dass der Bestand an dem, was summt und flattert, 2017 laut einer Studie des Wissenschaftsmagazins „Plos one“ mit bis zu 75 Prozent drastisch zurückgegangen ist. Deshalb hat das Umweltministerium Schleswig-Holstein schon im Februar die Initiative „Schleswig-Holstein blüht auf“ angestoßen. Ziel ist es, möglichst viele Blühflächen entstehen zu lassen, um Insekten Nahrung und Rückzugsräume zu bieten.

Auch die Stadt Bargteheide will auf ihren öffentlichen Flächen insektenfreundlich werden. Dafür haben Verwaltung und Bauhof ein Grünpflegekonzept entwickelt, das Schritt für Schritt umgesetzt wird. Neben einer Streuobstwiese, die vor fünf Jahren mit einer Blühfläche ergänzt wurde, werden auch immer mehr Beete und Kleinflächen im Stadtgebiet insektenfreundlich gestaltet. Auch der Verschönerungsverein Bargteheide (VVB) ist mit im Boot, der bereits vor fünf Jahren ein Insektenhotel im Stadtgebiet aufgebaut hat. Jetzt wurden am Kopernikus-Gymnasium (KGB) weitere Beete in bienenfreundliche Beete verwandelt.

22 kleine Insektenhotels

„Im Sommer hat der Bauhof zusammen mit Bürgern die Fläche am Kreisel neu bepflanzt“, erläutert Klimaschutzmanagerin Ulrike Lenz. Jetzt sind die Beete am Gymnasium neu gestaltet worden. „Gepflanzt werden heimische Gewächse, die mit ihren Blüten Nahrung bieten.“ Ringelblumen, Thymian, Salbei, Kräuter, Borretsch oder Schafgarbe und Fetthenne decken Insekten den Tisch, wo früher nur Grün wuchs. „Dazwischen wurden 22 kleine Insektenhotels platziert, die von Bürgern befüllt wurden.“ Damit habe man auch auf Fragen von Bargteheidern reagiert, die moniert hätten, dass zu viel grüner Rasen ohne Blumen im Stadtgebiet sei. „Der Bauhof stellt zudem nach und nach seinen Maschinenpark auf elektrische Geräte um, um Lärm und Abgase zu vermeiden.“ Die Beete, so Ulrike Lenz, könnten auch als Beispiele für Bürger dienen, die ebenfalls insektenfreundliche Bepflanzungen planten.

Die Beete vor dem Gymnasium sind jetzt als Bienenweide gestaltet. Quelle: B. Albrod

Damit man weiß, was dort wächst, wurden am Mittwoch zusätzlich Info-Tafeln aufgestellt, die die Pflanzungen beschreiben und die sich wie eine Speisekarte für Insekten lesen. Finanziert wird das Projekt aus dem Etat des Bauhofs. „Wir suchen auch immer Kooperationspartner“, sagt Martina Malzkorn, stellvertretende Bauhofleiterin in Bargteheide. Die ausgewählten Areale sind nicht nur Bienen-, sondern auch Augenweide und tragen zur Verschönerung des Stadtbildes bei. Am Gymnasium ist jetzt auch ein Baum mit Symbolcharakter dazu gekommen: Ein Rotdorn ersetzt die 20 Jahre alte Robinie, die zu Beginn der Schulpartnerschaft mit Tansania 1998 gepflanzt worden war und die gefällt werden musste.

Insekten-Hotel

Insektenhotels sind eine Art Nistkasten, die man durch geeignetes Material für Insekten attraktiv macht. Sie finden damit einen geschützten Raum, weil ihre natürlichen Habitate durch Bebauung und landwirtschaftliche Nutzung langsam verschwinden.

„Der Baum zeigt, dass die Partnerschaft weiter besteht“, sagt der ehemalige Schulleiter Dr. Hans Ilmberger, der selber mehrmals in Afrika war. „Durch Unterstützung des KGB konnte über die Jahre eine völlig neue Schule in Tansania gebaut werden.“ Der Tansania-Förderverein besteht bis heute und ermöglicht unter anderem durch Patenschaften den Schulbesuch vieler Kinder in Afrika. „Inklusive der Bundesmittel konnten in 20 Jahren eine halbe Million Euro gespendet werden.“

Informationen zum Tansania-Föderverein: www.tansania-foerderverein.de

Bettina Albrod

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