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Stormarn Bargteheider Paar gibt auf und verkauft sein Reihenhaus
Lokales Stormarn Bargteheider Paar gibt auf und verkauft sein Reihenhaus
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20:22 04.11.2013
Weichen dem Koloss, der neben ihrem Endreihenhaus in der Lohe gebaut wurde: Cordula Hennig und Mathias Maack. Quelle: V. Bosslet

Sie wollten in ihrem schicken Endreihenhäuschen an der Lohe in Bargteheide alt werden. Doch jetzt streichen Cordula Hennig und Mathias Maack die Segel. Sie ziehen aus.

Das Mehrfamilienhaus, dass ihnen über den Sommer vor die Nase gesetzt wurde und über zwei Etagen auf dem einst grünen Nachbargrundstück empor ragt, hat sie bewogen, ihre vier Wände zu verkaufen (die LN berichteten). „Wir können nicht mehr“, sagt das Paar.

Ein Widerspruch beim Kreis Stormarn gegen die Errichtung des Hauses mit sechs Eigentumswohnungen war nicht von Erfolg gekrönt. Und nun wurde auch noch ein Eilantrag in erster und zweiter Instanz abgeschmettert. Sowohl das Verwaltungs- als auch das Oberverwaltungsgericht in Schleswig sahen keine Veranlassung, den Bau zu stoppen. „Das war für uns ein Schlag ins Gesicht“, sagt Mathias Maack. „Ohne sich vor Ort ein Bild gemacht zu haben, hat das Gericht nach Aktenlage festgestellt, dass uns der Bau nebenan nicht einriegelt und auch nicht erdrückend wirkt“, sagt der Bargteheider. „Das widerspricht total meinen Rechtsempfinden.“

Weniger als 13 Meter vom Haus der Familie entfernt ragt der Neubau mit 8,20 Metern Höhe und 28 Metern Länge empor, hat Mathias Maack dokumentiert. Ein riesiges, gläsernes Treppenhaus gewährt den neuen Nachbarn einen freien Blick direkt ins Wohnzimmer. „Das Gericht vertritt die Auffassung, dass sei alles zumutbar und in Ordnung“, sagt er und schüttelt verständnislos den Kopf. „Ich würde mir wünschen, die Herren Richter würden mal vorbeikommen und sich das hier anschauen“, sagt Cordula Hennig.

Dass sie ihr Haus nun verkauft haben, „ist eine traurige Konsequenz aus der ganzen Geschichte“, sagt Mathias Maack. „Wir wollten hier nie weg. Der Umzug ist zum Selbstschutz.“ Drauf gezahlt hätten sie, eine fünfstellige Summe. Ende Januar wollen sie umziehen, ein paar Straßen weiter, in ein 30 Jahre älteres Haus. „Das ist eine Perspektive, um in Ruhe leben zu können“, sagt Maack.

Abfinden mit der Situation will sich das Paar dennoch nicht so recht. „Wir sind unzufrieden mit dem Gericht und richtig bockig“, sagt Cordula Hennig. Ein Chance hätte das Paar noch, wenigstens ihren finanziellen Schaden zu minimieren. „Wir könnten in der Hauptsache gegen den Kreis klagen, gegen die Baugenehmigung.“ vb

LN

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