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Bargteheider Windkraftgegner machen mobil

Bargteheide Bargteheider Windkraftgegner machen mobil

Besorgte Bürger und Verwaltung fanden im Bauausschuss nicht zueinander.

Hartmut Scheffler will notfalls bis nach Brüssel gehen.

Quelle: Foto: Albrod

Bargteheide. Effizienz- und Schattengutachten, Schallgutachten — eigentlich hatte die Bargteheider Verwaltung am Donnerstag die Bürger zum Bauausschuss geladen, um sie an den Fakten zum geplanten Bürgerwindpark teilhaben zu lassen. Gekommen waren aber überwiegend Windkraftgegner, so dass kritische Töne die Veranstaltung dominierten, die doch als Beitrag zu Bargteheides Prinzip der Transparenz geplant war. Verständliche Sorgen der Anlieger prallten auf gut gemeinte Planungseinblicke der Stadt und offenbarten vor allem, dass wesentliche Informationen noch nicht angekommen sind.

Das gilt für die Bürger ebenso wie für die Verwaltung, denn noch ist der Bürgerwindpark am Glindfelder Weg ein Projekt mit vielen Unbekannten. Schon bei Anmeldung der Fläche war die Stadt davon überrumpelt worden, dass die vorgesehene Bürgerbefragung dazu nun nicht mehr stattfinden kann. Jetzt sollen die Bargteheider wenigstens nachträglich bei den Planungen mit ins Boot geholt werden; aber die erhielten einen zweiten Dämpfer, als sich herausstellte, dass das Funkfeuer in Ammersbek den Windpark in Frage stellt.

„Die Fahne ist hellgrau“, erklärte Bauamtsleiter Jürgen Engfer die Chancen auf Verwirklichung des Vorhabens. „Anfang August bekommen wir Bescheid, ob der Windpark genehmigt wird.“ Solange wird weiter geplant, auch wenn das Ende des Unternehmens noch offen ist. „Warum warten Sie die Entscheidung nicht erst mal ab?“, kam die Frage aus dem Publikum. Viele Anlieger fürchten gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Anlagen und kritisieren, dass der Wert ihrer Häuser sinken wird. Das Weitermachen der Stadt gießt da Öl ins Feuer.

„Ich hatte früh schon auf das Problem der Funkfeuer hingewiesen“, meldete sich Hartmut Scheffler, Sprecher der Initiative gegen den Windpark aus Klein Hansdorf, zu Wort. Er kündigte an, bis nach Brüssel zu gehen, um ein Verbot der Windräder zu erwirken, und überreichte dem Geschäftsführer des Windparks, Joachim Teschke, eine Liste mit Fragen. Andere Zuhörer machten ihrem Unmut mit Zwischenrufen Luft. Vergeblich betonte Engfer, dass man mit den Bürgern planen wolle, vergeblich strich Teschke heraus, dass durch einen Bürgerwindpark die Gewerbesteuer in die Stadtkasse fließe und damit allen Bürgen zugute komme. Verunsicherte Bürger auf der einen Seite und eine fachlich- sachliche Verwaltung auf der anderen Seite fanden keine gemeinsame Sprache.

Dabei erklärte Gutachter Dr. Heinz-Theo Mengelkamp nachvollziehbar, wie ein Gutachten entsteht. Das ergab für Bargteheide, dass in Einzelfällen beim Schattenwurf die Grenzwerte nur eingehalten werden können, wenn die Anlagen zwischendrin abgeschaltet werden. Die Bürger kritisierten, dass bei der Berechnung des Schalls die häufigste Windrichtung keine Beachtung findet. „Wenn später die Grenzwerte überschritten werden, muss die Anlage zurück gebaut werden.“ Epilepsie durch den Wechsel von Licht und Schatten, vereiste Rotoren oder wie man ein brennendes Windrad löscht, für das die Leitern der Feuerwehren nicht hoch genug sind — diese Fragen blieben offen.

Am 15. August will der Bauausschuss um 18.30 Uhr weitere Gutachten vorstellen. Vorausgesetzt, die Flugsicherheit hat die Genehmigung zum Bau erteilt.

• Die Gutachten sind im Internet unter www.bargteheide.de abrufbar.

1000 Euro Einlage
Joachim Teschke, Geschäftsführer des Bürgerwindparks und Kämmerer der Stadt, erklärte, dass es großes Interesse am Thema Bürgerbeteiligung am Windpark in Bargteheide gebe. Trotz eines neuen Gesetzes, das demnächst in Kraft tritt und das die kleinste Beteiligung auf 20 000 Euro bemisst, könnten Bargteheider sich mit Einlagen von mindestens 1000 Euro am Bürgerwindpark beteiligen.

Damit wolle der Gesetzgeber Beteiligungsmodelle stärken. Demnächst soll der Prospekt zum Bürgerwindpark erscheinen, auch der ist gesetzlich vorgeschrieben, um Investoren über Chancen und Risiken einer Beteiligung aufzuklären.

Bettina Albrod

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