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Bargteheider planen das Bahnhofsumfeld

Bargteheide Bargteheider planen das Bahnhofsumfeld

Bürger sind beim 1. Stadtdialog gegen neue Parkplätze. Sie wollen lieber Bäume, Radwege, Busse und Car-Sharing.

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Viele unterschiedliche Aspekte der Stadtplanung kamen beim 1. Stadtdialog in Bargteheide zur Sprache.

Bargteheide. Grünachsen für Fußgänger, attraktivere Radwege, die Bäume stehen lassen, eine Velo-Route nach Ahrensburg, Pendler-Busse, ein Parkhaus — die gut 50 Besucher, die am Donnerstag zum 1. Stadtdialog in Bargteheide zur Gestaltung des Bahnhofsumfeldes ins Ganztagszentrum geladen waren, wollten alles, nur nicht die vielen Parkplätze, die die Verwaltung als Planungsgrundlage für das neue Format zur Bürgerbeteiligung vorgesehen hatte. Bei der Veranstaltung zeigte sich schnell, dass die Verwaltung mit dieser Form der Beteiligung einen Weg gewählt hatte, der die Bürger motiviert und mitnimmt. Viele hatten eigene Ausarbeitungen dabei und diskutierten lebendig ihre Ideen.

LN-Bild

Bürger sind beim 1. Stadtdialog gegen neue Parkplätze. Sie wollen lieber Bäume, Radwege, Busse und Car-Sharing.

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Planungsausschuss

Parkplätze , deren Planung und die Ergebnisse des Stadtdialogs stehen auch am Donnerstag, 28. April, um 18.30 Uhr im Bargteheider Ratssaal zur Debatte. Dort tagt der Planungsausschuss der Stadtvertreter.

Den Auftakt machten die Fachleute: Stadtplaner Waldemar Barkmann stellte einen Planungsentwurf vor, der dem Problem Rechnung trägt, dass rund um den Bargteheider Bahnhof nicht genügend Parkplätze zur Verfügung stehen. Eine Lösung könnte sein, auf der Ostseite des Bahnhofs Park-&-Ride-Flächen zu schaffen und zusätzlich 95 Wohnungen zu bauen, von denen die Hälfte sozial gefördert werden soll.

„Allerdings“, gab Barkmann zu bedenken, „müssten hierfür viele Bäume gefällt werden, weil dort der Hochzeitswald steht.“ Auch auf der Westseite des Geländes könnte die Parksituation mit einer Parkpalette auf dem Kreiselparkplatz, einem Kiss-&Ride-Platz für Kurzparker und weiteren Stellflächen entspannt werden.

„Bei der Nutzung haben wir eine hohe Auslastung bis Überlastung der Stellplätze festgestellt“, erklärte Dr. Michael Großmann, der die Parksituation in Bargteheide analysiert hat. „Es fehlen bis zu 600 Stellplätze.“ Hintergrund ist eine Prognose, die bis 2030 wachsende Einwohnerzahlen plus einen zunehmenden Pendlerverkehr wegen des Baus der S4 annimmt. Auch für Fahrräder gebe es zu wenige Stellflächen. Als Potenzialfläche biete sich das Gelände neben dem Seniorendorf an, wo eine neue Feuerwache und eine Erweiterung des Seniorendorfs geplant sind. Auch für Busse könne dort eine Haltefläche geplant werden.

Die Besucher hatten sich viele Gedanken gemacht. „Wie wäre es mit Parkgebühren, um die abzuschrecken, die für ein paar Meter das Auto nehmen?“, schlug einer vor. Ein anderer setzte sich für Car-Sharing ein, wieder andere für einen Pendlerbus. „Eine Buslinie könnte kommen, sobald die Westumgehung fertig ist“, stellte Barkmann in Aussicht. Die Stärkung der Fahrradstadt Bargteheide wollten viele. „Dafür müssten die Menschen zum Umdenken bewegt werden“, gab Großmann zu bedenken. „Das ist schwierig.“ Für die Geschäftsleute ist es ein Problem, wenn die Parkplätze in der Innenstadt statt von Kunden von Pendlern belegt werden. Auch gegen das Fällen von knapp hundert Bäumen regte sich Widerstand. „Dort gibt es Fledermäuse und seltene Tierarten“, argumentierten Anlieger, während andere beklagten, dass dann ein wichtiger Lärmschutz wegfalle. Auch die Zufahrten zu den Parkflächen wurden kritisch gesehen, weil sie die Schulwege kreuzen.

Vereinzelt gab es auch Kritik an der Veranstaltung. So fußten die Pläne noch auf der alten S4-Planung mit einem dritten Gleis, das viel Stellfläche genommen hätte. Auch sei es nicht richtig, die Anlieger als Hauptbetroffene bei begrenzten Plätzen erst nach Verwaltung, Kaufleuten und Schülern zum Stadtdialog einzuladen. Der stellvertretende Bürgermeister Claus Christian Claussen bedankte sich für den fairen Umgang miteinander und lud in den Planungsausschuss ein. Auch stehe alles im Internet, so dass die Bürger sich weiter einbringen könnten. Der Erfolg des Stadtdialogs wird daran gemessen werden, was die Stadt mit den Ergebnissen mache.

Von Bettina Albrod

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