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Stormarn Baubeginn für Oldesloer Hospiz rückt in greifbare Nähe
Lokales Stormarn Baubeginn für Oldesloer Hospiz rückt in greifbare Nähe
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18:10 12.07.2018
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Bad Oldesloe

Auf das, was sie binnen kurzer Zeit erreicht haben, sind Sabine Tiedtke und ihre Mitstreiterinnen zu recht stolz. Denn von der ersten Idee, auch in Bad Oldesloe sterbenden Menschen ein würdiges letztes Geleit zu bieten, bis zum fertigen Bauplan sind nur sechs Jahre vergangen. Und das, obwohl die Mitglieder des 2013 gegründeten Vereins Lebensweg keine große Wohlfahrtsorganisation hinter sich wussten, sondern die Mammutaufgabe aus eigener Kraft stemmen mussten. „Jeder hat sich mit dem eingebracht, was er am besten konnte: Pläne zeichnen, Anträge stellen oder Öffentlichkeitsarbeit betreiben“, sagt Tiedtke.

Bürgerliches Engagement

Die Früchte der Aufklärungsarbeit über Sinn und Zweck des Projekts können die Initiatoren jetzt ernten. „Es ist schön zu sehen, dass die Leute die Idee mit großem bürgerlichen Engagement tragen und sich mit dem Projekt identifizieren“, sagt Vereinsvorsitzende Tiedtke. Und je mehr Menschen das Hospiz ideell, aber auch mit Spenden unterstützten, umso stabiler sei das ganze Vorhaben gegründet. Dass es auch einer tüchtigen Portion Mut bedarf, eine 3,5-Millionen-Investition zu schultern, räumt die Oldesloerin ein. Da es dem Verein gelungen sei, die Sparkasse mit ins Boot zu holen, sei das Projekt aber überraschend schnell in greifbare Nähe gerückt, sagt sie. So sei die vom Kreditinstitut gegründete Hospizstiftung mit einer Million Euro an der Finanzierung beteiligt. Zudem habe der Verein die Zusage der Deutschen Fernsehlotterie über einen Zuschuss von 300 000 Euro. In Aussicht stünden aber auch noch Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein. „Es ist ein Extra-Topf für die Errichtung neuer Hospizplätze eingerichtet worden. Unser Antrag ist der erste, der eingegangen ist“, berichtet Sabine Tiedtke. Geld für diesen Zweck sei erstmals 2017 angeboten, aber nie abgerufen worden. Je nachdem wie viele andere Bewerber es dieses Mal gebe, könne das Land maximal 30000 Euro pro Platz ausreichen. Das Geld dürfe für den Bau und die Einrichtung des Hospizes verwendet werden. Tiedtke rechnet aber damit, dass selbst eine Höchstförderung nicht ausreichen wird, um das Gebäude den Bedürfnissen der Bewohner entsprechend auszustatten. Zum Glück sei das Projekt aber bereits 2016 im Rahmen der NDR-Benefiz-Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ reichlich bedacht worden. Der Verein habe Geld für einen Teil der Einrichtung wie etwa Schlafsofas, Relax-Sessel oder Pflegewannen erhalten.

Trauernde Angehörige

Ein Teil dieser Summe soll jedoch für die Ausbildung weiterer ehrenamtlicher „Lebenswegbegleiter“ verwendet werden. „Da wir voraussichtlich Ende nächsten Jahres eröffnen werden, möchten wir jetzt schon den personellen Grundstein legen“, sagt die Vereinschefin. Zwei der fünf Ausbildungstage im November (siehe Kasten) werde im Übrigen das Galli-Theater aus Berlin mit seiner humorvollen Art gestalten. Anfang kommenden Jahres begebe sich der Verein auf die Suche nach hauptamtlichen Mitarbeitern.

Bau und Ausstattung ist das eine, der spätere Betrieb des Hospizes will aber ebenfalls organisiert werden. Laut Tiedtke werden stationäre Hospize zu 95 Prozent von den Krankenkassen unterstützt, die restliche Summe muss vom Betreiber selbst übernommen werden. Wie hoch die finanzielle Zuwendung insgesamt ausfallen werde, lasse sich noch nicht beziffern. Das müsse ebenso individuell verhandelt werden, wie dies bei Pflegesätzen für stationäre Leistungen in Heimen der Fall sei. „Wir gehen aber schon davon aus, dass der Beitrag der Kassen nicht ausreichen wird, die Betriebkosten zu decken“, sagt Tiedtke. Schließlich solle es auch Fortbildungen im Hospiz geben und auch Trauerbegleitungen für Angehörige, die über den Tod des geliebten Menschen nicht so einfach hinwegkommen. Da diese Angebote nicht finanziert würden, sei der Verein auch künftig auf Spenden angewiesen.

Kurs für Begleiter

Einen Infoabend für ehrenamtliche „Lebenswegbegleiter“ gibt es am 18. September um 19 Uhr im Oldesloer Bürgerhaus, Mühlenstraße 22.

Die Schulung geht vom 16. bis 18. November sowie vom 24. bis 25. November. Die Teilnehmer erhalten im Haus der Begegnung in Bad Oldesloe Einblick in die Hospiz- und Palliativarbeit. Das Galli Theater wirkt mit.

Details unter: 04531/435 9958,

0172/680 85 49 oder hospizlebensweg@web.de

Dorothea von Dahlen

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