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Stormarn Bauern hoffen auf eine gute Ernte
Lokales Stormarn Bauern hoffen auf eine gute Ernte
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11:08 29.06.2017
Sieht ganz gut aus: Hans-Joachim Wendt begutachtet ein Gerstenfeld. In drei bis vier Wochen beginnt der Schnitt. Quelle: Fotos: M. Thormählen
Bad Oldesloe

Wärme und Feuchtigkeit: Wer als Hobbygärtner seinen Rasen mähen muss, kann fast zuschauen, wie die Halme wachsen. Auch die Landwirtschaft profitiert offensichtlich von den aktuell guten klimatischen Bedingungen. „Wir erwarten für unsere wichtigsten Arten – die Gerste und den Weizen – eine ganz ordentliche Ernte“, lautet die Prognose von Kreisbauern-Chef Hans-Joachim Wendt und dem Geschäftsführer des Bauenverbandes Stormarn, Peter Koll.

Erzeuger profitieren von guten klimatischen Bedingungen – Preise könnten steigen.

Allerdings: Vor zu großer Euphorie warnen die Experten. Denn noch sei das Getreide ja nicht eingefahren. Gerste wird erst im Juli geerntet, der Schnitt beim Weizen steht im August bevor. „Was wir jetzt noch brauchen, ist gutes Wetter. Regen hatten wir ja genug“, so Hans-Joachim Wendt. Gerade weiterer Sonnenschein sei für das Getreide jetzt notwendig. „Es geht um die Kornbildung, die ja noch nicht abgeschlossen ist. Wichtig ist, dass das Getreide gleichmäßig abreift“, erläutert Peter Koll. Dies sei auch eine Voraussetzung für die Ernte der weiteren Feldfrüchte, beim Hafer oder beim Raps beispielsweise.

Zwei Mal konnte dieses Jahr bereits das Gras auf Stormarms Wiesen gemäht werden – begünstigt durch die Witterung in den vergangenen Wochen. Die Qualität sei gut gewesen. Und auch die Landwirte, die Mais angebaut haben, können nach den Worten von Peter Koll mehr als zufrieden sein: „Der Mais prahlt.“ Nachdem erst im April die Aussaat erfolgt war, befinde sich diese Art zurzeit in einem „bemerkenswerten Entwicklungsstand“ – die Pflanzen seien bereits zum Teil mehr als einen Meter hoch: „Da ist eine sehr gute Ernte zu erwarten.“

Mais dient vorrangig als Futterpflanze, steht er doch auf dem Speiseplan der Milchkühe. Und wenn der Milchpreis gut sei, dann profitierten davon auch die Maiserzeuger, weist der Verbandsgeschäftsführer auf die Marktmechanismen hin. Erfreulicherweise würden für Milch und Milchprodukte zurzeit steigende Preise registriert: „Das war vor einem Jahr noch ganz anders.“ Teilweise werde schon gefragt, wie hoch denn der Preis noch steige. „Es wird ja nicht mehr produziert und für Butter muss schon sehr viel bezahlt werden“, betont Peter Koll.

Wenn Stormarns Bauern auch vor einer guten Ernte stehen – die dabei erzielten Einnahmen stehen auf einem ganz anderen Blatt. „Da sind wir vom Weltmarkt abhängig – genauer gesagt von den Preisen an den Börsen in Paris und Chicago. Da werden auch unsere Preise gemacht“, so der Geschäftsführer. Rund die Hälfte des Getreides wird direkt vom Feld verkauft, der zweite Teil meistens eingelagert. Das sei dann auch eine Spekulation, denn der Landwirt müsse ja die Kosten für die Lagerung beim erhofften teureren Verkauf wieder hereinholen. Damit werde das Risiko besser gestreut. Stormarns Landwirte versorgen die Weltmärkte – ihr Weizen geht vorrangig nach Nordafrika, die Gerste wird nach Saudi-Arabien verschifft.

Vorsitzender Wendt hat ein Drittel seiner Ernte bereits verkauft – mehr allerdings nicht, weil er mit dem bisherigen Preis in diesem Jahr nicht zufrieden war. Für einen Doppelzentner Weizen könnten zurzeit 16,50 Euro bis 17 Euro erzielt werden, für die Geste würden für die gleiche Menge 15,50 Euro bis 16 Euro genommen. „So ganz reicht das noch nicht. Die Preise müssten noch etwas steigen“, hofft Hans-Joachim Wendt. Er hat auf seinem Hof bei Grabau insgesamt 140 Hektar unter dem Pflug.

Im vergangenen Jahr waren die Einnahmen etwas geringer – da gab es allerdings eine Rekordernte und ein entsprechend großes Angebot auf dem Weltmarkt. Für 2017 stehen die Vorzeichen etwas anders. „Die Ernte in Russland wird eventuell um 17 Prozent geringer ausfallen als noch im vergangenen Jahr“, sagt Peter Koll. Russland und die Ukraine sind beim Getreideanbau von der Witterung abhängig – und Stormarn könnte von sich wandelnden klimatischen Bedingungen profitieren. „Es gibt Prognosen, nach denen in Nordeuropa auch zwei Ernten in einem Jahr eingebracht werden könnten“, sagt der Verbandsgeschäftsführer.

 Michael Thormählen

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