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Stormarn Bescherung unterm Wunschbaum
Lokales Stormarn Bescherung unterm Wunschbaum
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18:24 23.12.2014
Emily (kniend), Frederike und Kathi überreichten Geschenke an Flüchtlinge, die in Bargteheide leben. Quelle: Bettina Albrod

Weihnachten ist Wunschzettelzeit, vor allem haben aber diejenigen Wünsche, denen es an fast allem fehlt. Deshalb haben Schüler des Kopernikus-Gymnasiums in Bargteheide in diesem Jahr einen Wunschbaum in der Kuhle des Gymnasiums aufgestellt, an dem — jeweils auf kleine Sterne geschrieben — Wünsche der in Bargteheide lebenden Flüchtlinge notiert sind. Schüler und Eltern konnten sich die Wünsche aussuchen, die sie erfüllen wollten. Jetzt waren all jene, die als Schutzsuchende nach Bargteheide gekommen sind, zu Tee, Plätzchen, Musik und Bescherung eingeladen.

„Schuhe in Größe 38“, stand auf den Wunschsternen, „ein kleiner Schreibtisch“, „ein Fön“ oder auch eine „Satellitenschüssel“. Die Idee dazu hatten die Lehrer Caroline von Sobbe und Hauke Seiler, als sie sich auf dem Weg zum Bäcker über das Band-Aid-Lied unterhielten. „Wir hatten über die Situation der Flüchtlinge gelesen und haben überlegt, ob man nicht auch eine Hilfsaktion anstoßen könnte“, erzählt Seiler. Zuvor hatte er vom Wunschbaum im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gehört, und schon war die Idee ein Plan.

„Durch das Engagement von Paten, Helfern, Mitarbeitern des städtischen Bauhofs, Bargteheider Geschäften, Lehrern und Schülern ist es gelungen, einen großen Geschenkeberg aufzutürmen“, freut sich Bargteheides Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Abel, die die Flüchtlingsbetreuung koordiniert. Sie fragte in den Familien nach, die Wünsche kamen dann anonymisiert auf eine Liste. „Von 200 Wünschen haben wir mehr als 180 erfüllen können“, so Seiler.

Matratzen, Gardinen, eine Tafel zum Schreibenlernen, Fahrräder oder Spielsachen waren zusammen gekommen, auch deshalb, weil viele Schüler sich engagierten. „Eine Schulklasse hat über ebay versucht, einen Zwillingsbuggy zu bekommen“, berichtet der Pädagoge, „als sie dem Verkäufer mitgeteilt haben, dass es für eine gute Sache ist, ist er deutlich mit dem Preis runter gegangen.“ Die Klasse 8 d stand auf dem Wochenmarkt und hat bei Sturm und Regen Kuchen und Kekse verkauft. „Wir haben 365 Euro eingenommen, weil viele Menschen auch spontan noch Geld gespendet haben“, berichtet Caroline.

„Das ist eine ganz tolle Idee“, urteilte Bürgermeister Dr. Henning Görtz, der zur Feierstunde in die Schule gekommen war. Dort erhielten die Gäste ihre Nummern, ehe Mitarbeiter des Bauhofs die Geschenke zu ihnen nach Hause fuhren. Die türmten sich in einem Extraraum, liebevoll verpackt und alle ein Zeichen der Bereitschaft, den Flüchtlingen in der Stadt zu helfen.

„Von 200 Wünschen haben wir mehr als 180 erfüllen können.“
Hauke Seiler, Lehrer

Bettina Albrod

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