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Besondere Stimmung zu Weihnachten

Reinbek Besondere Stimmung zu Weihnachten

Die meisten Patienten im Reinbeker St. Adolf-Stift haben sich damit abgefunden, nicht bei ihren Lieben zu sein.

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Der Weihnachtsmann kann heute kommen: Krankenschwester Dörte Roschlaub hat gemeinsam mit Stationsleiter Miroslaw Witt den Tannenbaum auf Station 10 geschmückt.

Quelle: Schulz-Colberg/hfr

Reinbek. Es wird feierlich heute im St. Adolf-Stift: Um 10 Uhr beginnt das Weihnachtskonzert mit Janis Rentrup am Klavier und Raphael Klein an der Klarinette. Rechtzeitig vor dem Mittagessen im St. Adolf-Stift verabschieden sich die beiden Künstler wieder — in der Hoffnung, ein wenig Weihnachtsstimmung bei den Patienten verbreitet zu haben. Denn wer bis heute noch nicht entlassen wurde, der verbringt die Weihnachtszeit in der Klinik und nicht zu Hause bei seinen Lieben.

Die Stationen stellen sich darauf ein, das Personal erst recht. So wie Miroslaw Witt, Stationsleiter der Gefäßchirurgie. Der 38-jährige Teamleiter weiß, was es bedeutet, Weihnachten im Krankenhaus zu sein. Für die Patienten, aber auch für die Pfleger: „Ich habe zehn Jahre lang über Weihnachten gearbeitet.“ Er berichtet von einer besinnlichen Stimmung auf Station, einer besinnlichen Stimmung im Krankenhaus. „Für mich ist das immer etwas Besonderes, an diesen Tagen zu arbeiten, es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre“, so Witt. „Das St. Adolf-Stift ist ein katholisches Krankenhaus, ich bin selbst auch katholisch.“ Die Stationen seien mit Weihnachtssternen und Lichterketten dekoriert, geschmückte Weihnachtsbäume schaffen eine gemütliche Atmosphäre. In diesem Jahr hat Witt den Stationsbaum mit Krankenschwester Dörte Roschlaub in den Farben Silber und Rot geschmückt. Er rechnet damit, dass etwa 18 bis 20 Betten der Gefäßchirurgie über die Weihnachtstage belegt sind.

„Es sind keine normalen Tage, es ist ruhiger. Wir haben mehr Zeit. Ich mag die Atmosphäre, das Miteinander“. Witt, der im Haus gelernt hat, erinnert sich gerne daran, dass früher auch immer die Ordensschwestern mit dazu beigetragen haben, dass Weihnachten im Krankenhaus nicht traurig wurde. „Aber von denen ist keine mehr auf den Stationen aktiv. Schwester Elisabeth war bei vielen hier noch sehr bekannt“, erzählt Witt. Die Schwestern gehören zum Orden der Heiligen Elisabeth, der das Krankenhaus 1884 gegründet hat.

„Meist haben sich die Patienten damit abgefunden, dass sie an Weihnachten nicht zu Hause sind und machen das Beste daraus — mit unserer Hilfe.“ Aber nicht immer gelingt das. „Manchen tut es auch sehr weh, gerade wegen der Familie.“ Witt erinnert sich an den Fall einer Krebspatientin mit einer sehr schlechten Prognose, auf die zu Hause kleine Kinder warteten. Damals hat er noch auf der „Drei“

gearbeitet, der chirurgischen Abteilung. „Da gab es diesen einen großen Wunsch, noch einmal nach Hause zu kommen, aber es war nicht machbar.“ Solche Schicksale vergisst keiner. Und sie führten immer wieder dazu, sich selbst zu hinterfragen. Aber „trotzdem meckert man immer wieder auf hohem Niveau“, berichtet der Stationsleiter.

Dass Weihnachten im Krankenhaus nicht so schlimm sei, erinnert Witts Patient Jens Eden. Der 65-Jährige war zwölf Jahre alt, als er über Weihnachten das erste Mal im Krankenhaus war. „Das war gar nicht so schlimm. Meine Mutter war täglich da, und die Krankenschwestern waren besonders nett zu mir.“ Diesmal kann Eden das Weihnachtsfest zu Hause feiern. Wäre es anders gekommen, dann wäre es kein Drama gewesen. Denn „hier in Reinbek ist man gut aufgehoben.“

Keine Vollbelegung über die Feiertage
Im St. Adolf-Stift sind über die Weihnachtstage grundsätzlich weniger Patienten zu betreuen als sonst. 2014 gab es 185, durchschnittlich sind es sonst 310. Ein paar Tage nach Silvester gibt es dann wieder eine Vollbelegung.



Über die Weihnachtsfeiertage „fahren wir in der Regel die normale Wochenendbesetzung — sowohl in der Pflege als auch bei den Ärzten“, erklärt Pflegedirektor Martin Klein. „Es sind immer genug Mitarbeiter passend zur Zahl der Patienten da. Falls auf einer Station dann am 24. Dezember noch weniger los sein sollte, als gedacht, schicken wir auch schon mal jemanden spontan ins Frei.“

K. Kuhlmann-Schultz

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