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Stormarn Bewährung nach Sex mit 13-Jähriger
Lokales Stormarn Bewährung nach Sex mit 13-Jähriger
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21:41 30.10.2013
Wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat das Reinbeker Amtsgericht einen 27-jährigen Reinbeker zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Quelle: LN
Reinbek

Wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes hat das Reinbeker Amtsgericht einen 27-jährigen Reinbeker zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt. Zudem muss der Mann 500 Euro an den Kinderschutzbund zahlen.

Als einen minderschweren Fall allerdings bewerten Staatsanwalt wie Nebenklage und Gericht das Geschehen zwischen dem Mädchen und dem jungen Mann. Im Mai oder Juni hatten sie mindestens zweimal sexuellen Kontakt, allerdings ohne Geschlechtsverkehr.

Durch seine Geständigkeit hatte der Angeklagte gestern in Saal 107 dem Mädchen erspart, selbst eine Aussage machen zu müssen. Ein Verhalten, das ihm das Gericht im Urteil zugute hielt.

Ebenso sah die Kammer keinen Grund, dem Mann pädophile Neigungen vorzuwerfen. Schließlich habe ihn nach der Trennung von seiner Freundin auf einer Single-Börse im Internet das Profil einer angeblich 19-Jährigen angesprochen. Es war das Profil des Mädchens, das tatsächlich erst 13 war. Beim ersten Treffen sei ihm zwar klar geworden, dass sie niemals 19 sein konnte. Sie sei 16, habe sie da gesagt, später 15 und erst kurz vor den intimsten Berührungen habe sie ihr wahres Alter preisgegeben.

Der Mann hatte sich dann trotzdem auf ihr Drängen eingelassen — und sich somit des Kindesmissbrauchs strafbar gemacht. Weil er das ahnte, schaute er im Internet nach. Als er das mögliche Strafmaß sah, sei ihm „ganz schlecht geworden“. Wenn das herauskam, drohten mindestens zwei, im schlimmsten Falle 15 Jahre Freiheitsentzug.

Und es kam heraus, nachdem die Mutter die Chat-Protokolle ihrer Tochter gelesen hatte und mit den Ausdrucken zur Polizei ging. Doch weil das Mädchen kurz vor der Schutzaltersgrenze als Kind stand, weil „die sexuellen Handlungen nicht allein auf seine Initiative zurückgingen“, erkannte auch der Staatsanwalt auf einen minderschweren Fall. Nach den Ausführungen des Angeklagten war das Mädchen die treibende Kraft in dieser Beziehung. Sie habe sich zu ihm hingezogen gefühlt. Sie habe ihn provoziert, sexuelle Handlungen vorzunehmen.

Das Mädchen soll in dieses Internet-Portal durch ihren Onkel gelangt sein, habe das Mädchen dem Angeklagten erzählt. Sie habe dem Onkel abgeschaut, wie das funktioniere, berichtete der Mann. Mehr wisse er nicht. Allerdings habe in der Familie des Mädchens oftmals der Haussegen schief gehangen. Regelmäßig habe die Mutter sie hinausgeworfen.

Sie habe dann vor seiner Tür gestanden. Einmal will der Angeklagte die Mutter deshalb angerufen haben, sei aber beschimpft worden. Dabei habe er sich nur als väterlicher Freund gesehen. Schließlich habe er versucht, den Kontakt abzubrechen, was nicht gelang. Immer wieder habe das Mädchen angerufen und gemailt. Selbst als die Anzeige gegen ihn gefertigt war, habe sie sich noch entschuldigen wollen. Und jetzt, im Gericht, starrte das Mädchen ständig zu dem Mann hinüber. Aber der reagierte nicht. Nur einmal, als er sich entschuldigte, blickte er sie kurz an.

Tipp für Eltern
hilft, vor sich selbst zu schützen. Wer bei Google etwa „tipps eltern internet“ eingibt, findet viele Seiten mit Hinweisen zur Sicherung des Computers vor unbefugten Zugriffen auf problematische Seiten. In E-Mail- Programmen und im Browser gibt es veränderbare Sicherheitseinstellungen. Durch Filter, Schlüsselwörter und verschiedene Konten können die Webseiten abgeriegelt werden.

Uwe Krog

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