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Stormarn Bibliothek legt Super-Bilanz vor
Lokales Stormarn Bibliothek legt Super-Bilanz vor
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20:45 08.06.2017
Bibliotheksleiter Jens A. Geißler macht es vor: entspannt mit dem Stift im Tiptoi-Buch neue Welten entdecken. Quelle: Foto: Von Dahlen
Bad Oldesloe

Auch so geht Bibliothek: Statt die Regale im Stehen zu durchforsten oder an einer harten Tisch-Stuhl-Kombination Platz zu nehmen, kann es sich der geneigte Leser der Oldesloer Stadtbibliothek inzwischen mit der Lektüre im Sitzsack oder dem roten Polstersofa bequem machen. Und auch sonst versucht Bibliotheksleiter Jens Geißler den Bedürfnissen der Besucher möglichst entgegenzukommen und das Angebot entsprechend zu erweitern.

Neue Zahlweise

Pläne für die Zukunft haben Jens Geißler und seine Kollegen auch geschmiedet. Außer der Anschaffung eines ECKarten-Lesegeräts soll bald auch die Bezahlung per Lastschriftverfahren möglich sein.

Willigt der Leser ein, wird der Ausweis automatisch verlängert.

Dass er damit richtig liegt, zeigt ein Blick in die Statistik. Denn die Zahl der Leser steigt stetig an. Nannten 2015 insgesamt 3795 Personen einen Bibliotheksausweis ihr eigen, so waren es im Vorjahr schon 4004. Analog dazu hat sich die Zahl der Neuanmeldungen entwickelt. 2015 konnten 675 Leser neu in die Datenbank aufgenommen werden, im vergangenen Jahr waren es sogar 975. Die Teilnehmerzahl von Führungen und anderen Veranstaltungen hat sich zudem von 863 auf 1513 gesteigert.

Zwar wird das traditionelle Holzbuch auch in nächster Zukunft nicht an Bedeutung verlieren, doch setzt Geißler verstärkt auf digitale Medien. Immerhin gehören Tablets und internetfähige Handys inzwischen zur Standardausrüstung. „Außerdem verleihen wir hochwertige E-Reader für zwei Wochen zum Testen. Bevor jemand über 100 Euro für ein neues Gerät ausgibt, kann er prüfen, ob ihm dieses Medium überhaupt liegt“, sagt Jens Geißler.

Die „Onleihe zwischen den Meeren“ – ein Zusammenschluss von Bibliotheken im Norden – erfreut sich offenbar großer Beliebtheit, da sie das Schmökern in jeder Lage erlaubt, ohne großes Gepäck mit sich tragen zu müssen. Attraktiver ist das Angebot laut Geißler, weil es inzwischen voll umfänglich verfügbar ist. Vorübergehend war es seinem Bericht zufolge drastisch eingeschränkt, da man es nur mit einer sehr leistungsfähigen Datenverbindung nutzen konnte. Aber dieses Handicap ist inzwischen ausgeräumt. Mit den Apps für die Betriebssysteme Android und iOS können Hörbücher problemlos heruntergeladen und offline angehört werden. Geplant ist auch, einen der beiden Ausleihautomaten mit einem EC-Kartengerät auszustatten, so dass auch in der Oldesloer Bibliothek bargeldlos bezahlt werden kann wie es anderenorts schon möglich ist.

Während die Onleihe auf der einen Seite dazu führt, dass einige Leser die Bibliothek nicht mehr aufsuchen, entwickelt sich das Haus an der Königstraße anderseits zu einem wichtigen Treffpunkt für junge Leute. Dazu trägt etwa das kostenlose WLan bei, das insbesondere von Jugendlichen mit schmalem Geldbeutel genutzt wird.

Um die Jüngsten wieder mit dem Medium Buch vertraut zu machen und zum Lesen anzuregen, hat Geißler auch so genannte Tiptois angeschafft. Dabei handelt es sich um interaktive Lernbücher, mit denen sich Kinder spielerisch Wissen aneignen können. Mit einem Stift fahren sie über Bilder oder Texte, die sie interessant finden, worauf Geräusche, Sprache oder auch Musik erklingen.

Einen anderen pädagogischen Ansatz verfolgt das Projekt Makey Makey, das die Bibliothek gemeinsam mit dem KuB beim Oldesloer Kulturtag vorstellt. Ziel ist es zu zeigen, dass sich digitale Technik nicht nur zum Abtauchen in virtuelle Welten eignet, sondern Basteleien in der Realität ermöglicht. Nötig sind ein Laptop, der mit einer Leiterplatte verbunden wird, und ein leitfähiger Gegenstand.

„Klemmt man die Platine zum Beispiel an Bananen, kann man mit ihnen Klavier spielen. Einfach toll. Es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten, Makey Makey kreativ einzusetzen“, sagt Geißler.

 Dorothea von Dahlen

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