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Bille-Hochwasser bedroht Reinbek

Reinbek Bille-Hochwasser bedroht Reinbek

Aufgrund der anhaltenden Regenfälle droht die Bille in Reinbek über die Ufer zu treten. Im schlimmsten Fall ist ein Wohnhaus in der Bahnhofstraße bedroht, weil das Wasser Geröll und Steine mitreißen könnte, falls der Abfluss-Kanal am Mühlenteich sich zusetzt.

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Joachim Stanisch zeigt, wo das Hochwasser das Haus bedroht. Mit Sandsäcken wurde das Grundstück gesichert.

Quelle: Foto: Bettina Albrod

Reinbek. Oberstes Ziel der Feuerwehr ist es daher, den Kanal am Mühlenteich-Wehr offen zu halten.

In der Nacht zum 4. Januar wurde in Brunstorf ein Lagezentrum des Katastrophenstabes für das Herzogtum Lauenburg und die Stadt Reinbek in Stormarn eingerichtet. „Am 4. Januar sind aus sieben höher gelegenen Ortschaften 40000 Liter Wasser pro Minute zusätzlich in die Bille gepumpt worden, weil die Kläranlagen überlaufen“, erläuterte Reinbeks Wehrführer Hans-Jörg Haase. „Heute sind es bereits 70000 Liter pro Minute, wir rechnen mit bis zu 90000 Litern.“ Das Hochwasser werde noch bis zu drei Tage nachlaufen. Aufgrund der nassen Böden könne das Wasser auch nicht auf den Feldern versickern. Reinbek liege aber so tief, dass das Wasser der Bille, das nicht abfließen kann, sich dort sammele. Normalerweise werde die Bille in die Elbe abgeleitet, die habe aber ihrerseits Hochwasser, so dass das Wasser sich zurück staut. Dadurch droht auch eine Überflutung des Grundstücks des Museums Rade in Reinbek – dort steht ein Fußgängerweg entlang der Bille bereits unter Wasser.

„Der Pegelstand war 2,40 Meter über Normal“, berichtet Feuerwehrsprecher Joachim Stanisch. „Momentan ist er wieder auf zwei Meter gesunken. Aber es fließt mehr Wasser zu als ab.“ Deshalb hat Wehrführer Haase beschlossen, eine Brachfläche am Fuße des Krankenhauses Reinbek und des Rowohlt-Verlages nicht einzudämmen. „Das Gebiet dient als Überflutungsfläche“ , sagt er. „Es ist aber keine ausreichend große Fläche für die Wassermengen.“ Krankenhaus und Verlag seien aufgrund ihrer Hanglage nicht gefährdet.

Im Mittelpunkt der Hochwasserabwehr steht der Kanal am Schlosswehr. „Hier muss das Wasser durch“, so Haase, „sonst steht die Innenstadt unter Wasser.“ Mehr noch: Sollte der Kanal sich zusetzen, würde das Wasser sich einen Weg am Kanal vorbei in die Eisenbahnunterführung als tiefstem Punkt suchen und weiter in die Bahnhofstraße fließen. „Dabei würden Geröll und Schutt mitgerissen und die Straße weggespült, dadurch könnte das Haus an der Ecke bedroht sein.“ Das Haus wurde mit 400 Sandsäcken gesichert. Weitere 400 Sandsäcke liegen bereit. Das THW wurde zur Unterstützung angefordert, um Äste und Hindernisse vor dem Kanal abzufangen, ehe sie einen Pfropfen bilden und den Kanal verschließen. „Sollte das THW aufgeben müssen, bauen wir einen künstlichen Kanal aus Sandsäcken“, so Haase, der die Zusammenarbeit der Kreise lobt. „Die Zusammenarbeit der Wehren von Reinbek und Wentorf ist perfekt.“

35 ehrenamtliche Einsatzkräfte sind seit Zuspitzung der Lage im Einsatz, vier Feuerwehrleute kontrollieren ständig das Wehr. Kräfte des THW sollen auf dem Mühlenteich Treibgut abfangen und den freien Abfluss gewährleisten. „Derzeit durchlaufen 25 Kubikmeter Wasser pro Sekunde das Wehr, in 200 Jahren war das Höchstmaß 29 Kubikmeter“, ergänzt Reinbeks Bauamtsleiter Sven Noetzel. „Die Kapazität des Wehrs ist kein Problem, auch wenn wir den höchsten gemessenen Pegelstand unterhalb des Wehrs seit 1976 haben.“ Noetzel lobte das professionelle Engagement der ehrenamtlichen Kräfte von Feuerwehr und THW. Trinkwasser und Bismarckquelle seien durch das Hochwasser nicht gefährdet, auch nicht, wenn Kläranlagen überliefen. „Alle Stoffe in der Bille werden herausgefiltert, ehe sie das tief im Boden gelegene Grundwasser erreichen.“

 Bettina Albrod

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