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Stormarn Blackout: Das THW ist gewappnet
Lokales Stormarn Blackout: Das THW ist gewappnet
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17:28 12.04.2019
Mit normalem Kabel und normalen Steckern kommt man hier nicht weit: Oliver Schott, Hartmut Neumeister und Olaf Göttsche (v.l.) am 50-kVA-Notstromaggregat des THW Bad Oldesloe. Quelle: Markus Carstens
Bad Oldesloe

Was tun bei einem großen Stromausfall? Der Kreis Stormarn hat das Thema für dieses Jahr auf die Agenda gesetzt und erarbeitet dafür zusammen mit Kommunen und Rettungsorganisationen Notfallpläne. Nicht in das Konzept integriert ist bislang das Technische Hilfswerk (THW), das jedoch bereitsteht und über eine beeindruckende Ausstattung verfügt.

So könnten bei einem flächendeckenden Blackout irgendwo in Stormarn nicht nur die beiden Ortsverbände Bad Oldesloe und Ahrensburg schnell zur Stelle sein, sondern das THW könnte auf Equipment und Know-how aus dem gesamten Landesverband Küste verfügen. Dazu gehören die drei Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. „Wir könnten ganz unkompliziert Hilfe aus Flensburg, Hamburg oder Rostock anfordern“, erklärt Oliver Schott. Er gehört zum Ortsverband Bad Oldesloe, arbeitet zudem mittlerweile hauptberuflich in der Regionalstelle des THW in Lübeck. Darin organisiert sind wiederum die Ortsverbände der Kreise Stormarn, Plön, Ostholstein, Herzogtum Lauenburg und Lübeck.

Elektro-Spezialisten in Ahrensburg

Doch auch direkt in Stormarn gibt es nicht nur Fachleute für den Umgang mit Strom, sondern auch die entsprechende Ausstattung mit Notstrom-Aggregaten. So verfügt der Ortsverband Bad Oldesloe nicht nur über kleinere Geräte, sondern auch über ein Notstrom-Aggregat mit 50 kVA. Ein Kilo-Volt-Ampere entspricht dabei 1000 Watt. Diese Größe sei schon gut für den sogenannten ersten Angriff, erklärt Oldesloes Ortsbeauftragter Olaf Göttsche. „Vollgetankt liefert das Aggregat bis zu einem Tag Strom.“ Allein das Gerät hinzustellen, sei jedoch auch nicht die Lösung. Göttsche: „Man braucht Fachkräfte, die die Aggregate richtig bedienen, zum Beispiel auch beim Betanken mit Benzin oder Diesel.“

Da das THW in Ahrensburg über gleich mehrere Spezialisten verfügt, wird dort nun eine Fachgruppe Elektroversorgung eingerichtet. Zuvor gehörte diese zum Ortsverband Lauenburg, in Ahrensburg war bereits die Fachgruppe Beleuchtung ansässig. Bei großen Schadenslagen konnten die Helfer zum Beispiel zur großflächigen Ausleuchtung eines Unfallortes angefordert werden. „Mehrere Mitglieder bei uns arbeiten beruflich als Elektro-Ingenieure“, sagt Hartmut Neumeister, stellvertretender Ortsbeauftragter in Ahrensburg.

Strom für ein ganzes Krankenhaus

Im Zuge der Verlagerung der Fachgruppe erhalten die Ahrensburger sogar ein 175-kVA-Notstrom-Aggregat. „Das ist dann das größte in ganz Stormarn“, sagt Olaf Göttsche. „Damit lässt sich theoretisch die Stromversorgung eines ganzen Krankenhauses aufrecht erhalten.“

Kliniken gehören zur sogenannten kritischen Infrastruktur mit wichtigen Funktionen für die Versorgung der Allgemeinheit. „Öffentliche Gebäude sind meistens selbst schon gut ausgestattet“, sagt Göttsche, der jedoch auch daran erinnert, dass das THW vor einigen Jahren der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe bei einem Stromausfall zu Hilfe kam. „Zur örtlichen Gefahrenabwehr gehören wir zwar nicht in erster Linie. Wir können aber angefordert werden und Feuerwehr und Polizei unterstützen.“

Kooperation mit Landespolizei

Um die Kommunikation von Einsatzkräften sicherzustellen, hat das THW Bad Oldesloe einen Kooperationsvertrag mit der Landespolizei geschlossen. Darin geht es um die Aufrechterhaltung der Stromversorgung der Funkmasten. Sollte es nämlich zu einem länger andauernden Blackout kommen, droht irgendwann der Ausfall des Digitalfunks. Andere kritische Punkte bei der Versorgung der Bevölkerung sind zum Beispiel Klärwerke, deren Pumpen extrem viel Strom benötigen.

80 000 Ehrenamtler bundesweit

Das THW wurde 1950 gegründet und zählt bundesweit rund 80.000 Ehrenamtler. Im Bundeshaushalt stehen jährlich rund 230 Millionen Euro bereit. Es gibt acht Landesverbände mit 66 Regionalstellen und 668 Ortsverbänden. In jedem gibt es mindestens einen technischen Zug mit einem Zugtrupp, einer oder zwei Bergungsgruppen und mindestens einer Fachgruppe.

In Ahrensburg wird aus der Fachgruppe Beleuchtung nun die Fachgruppe Elektroversorgung, in Bad Oldesloe gibt es eine Fachgruppe Sprengen.

Info
www.thw-badoldesloe.de und www.thw-ahrensburg.de

„Wir könnten kommunale Energieversorgungsanlagen oder auch Notunterkünfte mit Strom versorgen“, sagt Göttsche. Der Oldesloer Ortsverband hat derzeit 40 Aktive plus 25 Jugendliche, in Ahrensburg gibt es 45 Helfer plus 32 Jugendliche sowie 15 Minis im Alter von 6 bis 10 Jahren.

Großfeuer neben der Hochspannungsleitung

So waren die Stormarner THW-Kräfte unter anderem vor einem Jahr in Lübeck beim großen Stromausfall im Einsatz sowie auch bei einem Großfeuer im vergangenen August in Lensahn im Kreis Ostholstein. Teile eines Recyclinghofes waren dabei in Brand geraten. Noch gefährlicher wurde die Situation durch eine Hochspannungsleitung in unmittelbarer Nähe. Der Strom wurde abgeschaltet, das THW sorgte dann für die Energieversorgung an einigen Stellen. Insgesamt war die Hilfsorganisation mit 20 Generatoren aus 19 Ortsverbänden im Einsatz, die unter anderem den Betrieb einer Klinik sowie von Pump- und Klärwerken aufrecht erhielten.

Markus Carstens

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