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Stormarn Blumendorf: Biogas liefert Primärstrom
Lokales Stormarn Blumendorf: Biogas liefert Primärstrom
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18:13 23.04.2016

Zu wenig Sonne, zu wenig Wind — ein großer Stromproduzent ist der Kreis Stormarn wahrlich nicht. Und doch laufen hier die Fäden eines ausschließlich mit regenerativen Energien betriebenen Kraftwerks zusammen, das es durchaus mit den Meilern großer Stromkonzerne aufnehmen kann. So haben sich unter dem Dach der Bioenergie GmbH & Co. KG (BBG) mit Sitz in Blumendorf zahlreiche Produzenten in ganz Deutschland zusammengeschlossen, die ihre Biogasanlagen im Verbund betreiben. Sie sind digital vernetzt und lassen sich sekundengenau hoch- und runterregeln, ganz nach dem Konsumverhalten des Verbrauchers am anderen Ende der Stromleitung.

„Biogasanlagen sind die einzigen Kraftwerke, die Primärenergie liefern können. Das heißt, sie sind in der Lage, die Schwankungen auszugleichen, wenn mit einem Mal ein Übermaß an Windstrom eingespeist wird oder der Verbrauch während eines WM-Finales in astronomische Höhen klettert“, sagt BBG-Geschäftsführer Martin Buchholz. Als Lieferant von so genannter Primärenergie, die ein hohes Maß an Verlässlichkeit bieten müsse, komme es deshalb nicht darauf an, größtmögliche Strommengen herzustellen, sondern vielmehr auf die Flexibilität. Um diese noch besser gewährleisten zu können, würden in Blumendorf zwei weitere Motoren eingebaut. Und doch weiß Buchholz jetzt schon, dass die von ihm favorisierte Technologie in den Augen der Politik ein Auslaufmodell ist. 2027, wenn die Förderung von Biogas komplett ausläuft, könnte das auch das Aus für das virtuelle Kraftwerk bedeuten. „Unsere Anlage in Blumendorf ist zwar auch darüber hinaus konkurrenzfähig. Andere Produzenten geraten aber in Schwierigkeiten“, sagt Buchholz.

Nach seinem Dafürhalten muss sich die Stromlandschaft noch ganz wesentlich verändern, wenn eines Tages sämtliche Kraftwerke vom Netz gehen. „Produktion und Abnehmer müssen künftig in Einklang gebracht werden“, sagt Buchholz. So gelte es etwa, den Betrieb gewisser elektrischer Geräte wie etwa Waschmaschinen über Tag so zu steuern, dass sie nicht zu Zeiten der Spitzenlast im Stromnetz laufen, sondern zu verbrauchsarmen Tageszeiten. „Deshalb halte ich auch den Ausbau von Breitbandnetzen für überaus wichtig“, sagt Buchholz und findet darin einen eifrigen Befürworter in Heinz Grothkopp, Geschäftsführer der Vereinigte Stadtwerke GmbH. „Wir sind schon fleißig unterwegs, eine Infrastruktur zu schaffen“, sagt er. Auch intelligente Zähler, die sich in Echtzeit ablesen ließen, machten es für den Abnehmer transparenter, zu welchen Zeiten es günstiger sei, Strom zu verbrauchen.

Von dvd

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