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Stormarn Bohrarbeiten in „Büttenwarder“
Lokales Stormarn Bohrarbeiten in „Büttenwarder“
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11:25 25.07.2017
Blick aus der Luft auf die Baustelle in der Grönwohler Bahnhofstraße. Die alte Brücke wird abgerissen. Quelle: Foto: Hfr
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Grönwohld

Es rumpelt und rattert derzeit in der Grönwohlder Bahnhofstraße. Die Schleswig-Holstein Netz AG verlegt ihre Strom- und Erdgasleitungen an der Brücke über den Mühlenbach tief unter die Erde. „Bis Ende Juli müssen wir fertig sein“, berichtet Projektleiter Torsten Carstensen. 250 000 Euro investiert der Energieversorger.

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr will möglichst bald mit dem Abriss der alten Brücke beginnen. Bis dahin muss die sichere Versorgung mit Strom und Gas in der Gemeinde und im südlichen Stormarn trotz der gekappten alten Leitungen gesichert sein.

Doch die Rahmenbedingungen sind kompliziert. Denn während die Techniker des Energieversorgers nach dem neuen Horizontal-Bohrspülverfahren zwar schon die Stromleitungen verlegt haben, stehen derzeit zwei Gasrohre an, deren Weg unter dem Mühlenbach hindurch ebenfalls ein Spezialbohrer bahnen musste. An die zehn Meter Tiefe brauchte es für eine 138 Meter lange Leitung aus Stahl. „Weil der Stahl nur einen sehr weiten Biege-Radius zulässt“, sagt Projektleiter Carstensen.

Hinzu kommt, dass durch Grundstücksgrenzen und Gründungspfähle für die neue Brücke „nur ein sehr begrenzter Bohrkorridor zur Verfügung steht“. Blaue und pinkfarbene Kreuze und Zeichen auf der Bahnhofstraße und auf dem Gehweg markieren den exakten Verlauf der Leitungen.

Die Grönwohlder indes, deren Ort als Kulisse für die Fernsehserie „Büttenwarder“ dient, nehmen die Beeinträchtigungen gelassen hin, obwohl Kindergarten, Schule und Feuerwehr von der Baustellenseite nur noch zu Fuß erreichbar sind. Kinder, Mütter, Großeltern beobachten wochentags mit Interesse, wie die Techniker und Bauarbeiter mit ihren ungewöhnlichen Gerätschaften in der Bahnhofstraße zu Werke gehen.

Für die Dorfbewohner kommt es freilich noch dicker. Wenn in wenigen Wochen die Bagger zum Abriss der alten Brücke angerückt sind, müssen sie bis zum Jahresende mit einer Vollsperrung ihrer Hauptverkehrsader rechnen. Die Umleitungen verlaufen über Trittau und Lütjensee. Bis dahin haben die Energieversorger von der Schleswig-Holstein Netz AG allerdings ihren Job erledigt. Sie haben die Trafostation durch ein Provisorium ersetzt. Sie haben die alten Leitungen außer Betrieb genommen. Gas und Strom strömen durch neue, unterirdische Rohre, ohne dass die Versorgung unterbrochen wurde.

So ein bisschen wie in Büttenwarder eben. Erstmal gibt’s ein Problem. Aber am Ende wird alles gut. In diesem Fall zum Jahresende.

Stichwort

Die Schleswig-Holstein Netz AG ist als Betreiber von Strom- und Gasleitungen in rund 1000 Kommunen in Schleswig-Holstein und Nordniedersachsen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Energienetze verantwortlich. Als Partner der Energiewende hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren rund 34000 Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien an seine Netze angeschlossen. Die zentrale Netzleitstelle ist in Rendsburg.

LN

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