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Stormarn Bombendrohung gegen die Rettungsleitstelle
Lokales Stormarn Bombendrohung gegen die Rettungsleitstelle
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18:14 27.06.2016
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Bad Oldesloe

Einen solchen Fall hat es bisher noch nicht gegeben. Am Sonnabend ist um 17.34 Uhr bei der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe eine Bombendrohung per SMS- Sprachnachricht eingegangen. Die Verantwortlichen haben das sehr ernst genommen und vorsorglich die Technischen Einsatzleitungen der drei Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein in Alarmbereitschaft versetzt.

Weil Telefonnummern bei Gesprächen mit der Leitstelle genau wie bei SMS oder Fax-Verkehr immer angezeigt werden – „auch wenn der Anrufer die eigene Nummer unterdrückt“, wie der Leiter der Leitstelle, Carsten Horn, erklärte –, kamen die Polizisten der Absenderin relativ schnell auf die Spur. Die Meldung, so wurde inzwischen bekannt, kam aus dem Kreis Ostholstein von einer möglicherweise psychisch kranken Person. Nachdem die Polizei die Verfasserin – eine 25-jährige Frau – identifiziert hatte, gab es Entwarnung. Angeforderte Sprengstoffspürhunde und Spezialisten der Polizei konnten beidrehen.

Landrat Dr. Henning Görtz und Leiter Carsten Horn traten gegen 19.20 Uhr vor die Presse. „Nachdem die Sprachnachricht per SMS bei uns in der Leitstelle eingegangen war, haben wir das Personal aufgestockt, alle Plätze in der Leitstelle besetzt“, erklärte Horn. Ferner habe man die die IRLS mit den anderen Leitstellen im Land vernetzt, so dass jederzeit die Sicherheit aller Bürger in allen drei Kreisen gesichert war. Der Landrat erklärte dazu: „Wir mussten uns ja darauf vorbereiten, die Leitstelle möglicherweise zu evakuieren. Und nicht nur die Leitstelle, sondern auch das gesamte Kreishaus, denn dort wurden am Wochenende auch noch Bauarbeiten durchgeführt.“ Es habe sich gezeigt, dass „unser System funktioniert. Ich habe gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister, dem Leiter der Leitstelle und den Kollegen in der Leitstelle die Lage analysiert und ich glaube, dass alles wirklich sehr gut abgearbeitet worden ist.“

Bis zum Montagvormittag hatte die Polizei die 25-Jährige noch nicht gefunden. Selbst ihre Mutter konnte nichts über den Aufenthaltsort ihrer Tochter sagen. Kurios: Am Montagmorgen gegen 7 Uhr gab es eine erneute Drohung vom selben Absender. Da die Mitarbeiter der IRLS die Nummer aber zuordnen konnten, wurde der Apparat nicht wieder in Gang gesetzt, sondern der Vorfall der Polizei übergeben.

Bei der Absenderin der Drohung handele es sich um eine 25-jährige Frau aus Ostholstein, so Polizeisprecher Holger Meier. Sie wird sich nun wegen einer Bedrohung (Paragraf 241 Strafgesetzbuch – wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe geahndet) und der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten oder gemeingefährlichen Verbrechen (Paragraf 126 STGB – wird mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bestraft) verantworten müssen. Möglicherweise wird die Frau aber zuvor amtsärztlich untersucht und könnte aufgrund ihrer Erkrankung nicht strafmündig sein.

Jens Burmester

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