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Botschaft an die Konfirmanden: Kirche ist nicht langweilig

Reinfeld Botschaft an die Konfirmanden: Kirche ist nicht langweilig

72 Reinfelder Jugendliche werden in der Matthias-Claudius-Kirche konfirmiert.

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Gottesdienst unter freiem Himmel: Ein Bild aus dem Sommercamp der Reinfelder Konfirmanden 2016 in Kratzeburg (Mecklenburg-Vorpommern).

Quelle: Foto: Hfr

Reinfeld. Bald ist es soweit: 72 Reinfelder Jugendliche werden am 30. April sowie am 7. und 14. Mai in der Matthias-Claudius-Kirche konfirmiert. Viele von ihnen fiebern dem Tag schon seit Wochen voller Vorfreude entgegen.

LN-Bild

72 Reinfelder Jugendliche werden in der Matthias-Claudius-Kirche konfirmiert.

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Kaya Hackenberg (13), Merle Pantwich (13), Julia Minnig (14) und Carlotta Mösch (13) sind schon sehr aufgeregt, wenn sie an ihren großen Tag denken. „Schließlich müssen wir alle auf Stöckelschuhen durch die Kirche laufen“, sagt Kaya lachend. Irgendwie soll alles perfekt sein: „Es ist ein besonderer Tag“, meint das junge Mädchen, „und man will an besonders schön aussehen.“

Julia ist schon gespannt, „wie wir alle zusammen aussehen mit unseren Klamotten“. Alle Vier werden am 30. April vom scheidenden Jugenddiakon Sascha Dornhardt konfirmiert, der damit seine letzte Amtshandlung in Reinfeld vollzieht. „Wichtig ist, dass die Konfirmanden sich in ihren Outfits wohlfühlen“, findet er, „und sich hinterher für die Fotos nicht schämen.“

Zur Zeit seiner eigenen Konfirmation sei noch vieles anders gewesen, erinnert sich der 28-Jährige. „Selbst die Jungs legen heute viel mehr Wert auf das Äußere“, erzählt Dornhardt. Aber auch der Gottesdienst sei konservativer und lithurgischer gewesen. „Das haben wir damals zum Teil als langweilig empfunden.“ Den Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde Reinfeld sei heute wichtig, dass der Gottesdienst „nah an den Jugendlichen“ ist. Predigt und Musik seien entsprechend moderner. „Unsere Botschaft ist: ,Kirche ist nicht langweilig’“, betont Dornhardt. Auch die Teamer, die jugendlichen Ehrenamtlichen, würden in die Konfirmation mit einbezogen.

Diese haben die Konfirmanden bereits währen des Sommercamps 2016 in Kratzeburg (Mecklenburg-Vorpommern) sowie am Vorbereitungswochenende Anfang des Jahres in Scharbeutz kennengelernt. „Da hat man noch einmal diese Gemeinschaft erlebt, das war ein toller Abschluss“, schwärmt Kaya. Die starke Gemeinschaft, die die Jugendlichen in der Reinfelder Gemeinde spüren, führt bei vielen zu einer Verbundenheit auch über die Konfirmation hinaus. Kaya, Merle, Julia und Carlotta wollen sich nach ihrer Konfirmation alle selbst zu Teamern ausbilden lassen. „Hier wird man akzeptiert, wie man ist“, meint Merle. „Es gibt keinen Gruppenzwang.“ Kaya pflichtet ihr bei: „Man darf glauben, ohne dass einen jemand verurteilt. Man kann offener sein.“

Beide Mädchen sind sich einig: Die Konfirmandenzeit sei für sie eine Bereicherung gewesen. „Ohne sie verpasst man was“, ist Merle überzeugt. Julia hat der Konfirmandenunterricht viel Spaß gemacht – „und wir mussten nicht so viel auswendig lernen.“

Von Reinfeld nach Melbourne

Jugenddiakon Sascha Dornhardt tritt am 1. Juni eine Stelle als Diakon in der deutschen Gemeinde in Melbourne/Australien an. „Für mich ist dies eine große Chance, die wahrscheinlich kein zweites Mal kommen wird“, sagt der 28-Jährige. Trotzdem werde er das „Herzblut“ vermissen, das die Konfirmanden in Reinfeld an den Tag legten, und „wie viele Fragen sie stellen“. Er habe tolle Beziehungen aufgebaut. Sehr beeindruckt habe ihn auch das große Engagement der Jugendlichen: „Reinfeld hat weit mehr als 100 Teamer.“

Die Kirchengemeinde Reinfeld hat die Stelle des Jugenddiakons/der Jugenddiakonin neu ausgeschrieben, das Bewerbungsverfahren läuft. oro

 Oda Rose-Oertel

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