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Botschafter des guten Geschmacks

Reinbek Botschafter des guten Geschmacks

Die Lübecker Nachrichten stellen findige Köpfe vor, die sich mit einer besonderen Geschäftsidee selbstständig gemacht haben. Matthias Kopp aus Reinbek ist einer von ihnen. Auch er bewirbt sich hiermit für den Innovations- und Mutpreis.

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Matthias Kopp zu Gast beim Tasting in der Schwalebrauerei in Neumünster. Das „Palim Palim Pale Ale“ hat dem ausgemachten Kenner der Craftbier-Szene ganz besonders angetan. 

Quelle: dvd

Reinbek/Neumünster. Den guten Tropfen auf der Zunge zergehen lassen, bis die Papillen das volle Buket erfasst haben – dieses fast feierliche Prozedere war lange Zeit allein Weinkennern vorbehalten. Längst aber haben deutsche Brauer nachgelegt und unter Beweis gestellt, dass ihre Getränke mehr sind als reine Durstlöscher. Edle Biere mit wertvollen, fein abgestimmten Zutaten sind das Ergebnis sorgfältiger Handwerkskunst und verlangen ebenso nach einer intensiven Verkostung wie der Rebsaft.

LN-Bild

Die Lübecker Nachrichten stellen findige Köpfe vor, die sich mit einer besonderen Geschäftsidee selbstständig gemacht haben. Matthias Kopp aus Reinbek ist einer von ihnen. Auch er bewirbt sich hiermit für den Innovations- und Mutpreis.

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DAS ZIEL:  Wunschtraum des Gründers ist es, eine eigene Brauerei zu eröffnen. Am Konzept zur Finanzierung feilt Matthias Kopp noch.

DIE IDEE: Bier vom Image des Fernsehgetränks zu befreien und zum Genussmittel zu adeln. Diese Botschaft bestimmt Kopps Tun.

Das zu untermauern ist jedenfalls Existenzgründer Matthias Kopp angetreten. Der Reinbeker Biersommelier versteht sich als Marktbegleiter, als „Schnittstelle“ zwischen jungen aufstrebenden Klein- und Mikro-Brauereien und den Konsumenten, die bislang nur ihr einfaches Bier während der Sportschau wegsüffelten.

„Es geht aber nicht um eine Konkurrenz zum Wein, sondern darum, das Bier aus der Plörreecke zu holen und wieder zu dem Genussgetränk zu machen, das es früher schon einmal war“, erklärt der 43-Jährige. Die Brauereibranche erlebt ihmzufolge gerade in Schleswig-Holstein eine Renaissance. Allein in den vergangenen fünf Jahren seien rund 30 neue Betriebe wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Anders als den marktbeherrschenden industriell ausgerichteten Herstellern gehe es den kleinen tatsächlich um handwerkliche Perfektion, um die Kreation fein abgestimmter hochwertiger Biersorten. Den Anstoß dafür habe die Craftbeer-Szene in den USA gegeben, wo es schon seit vielen Jahren populär sei, regionale Biere mit dem individuellen Etwas zu brauen. Diese Welle sei inzwischen auch nach Schleswig-Holstein übergeschwappt.

„Und jetzt kommen Leute wie ich ins Spiel. Wir sind die Schnacker, vergleichbar mit dem Galeristen, der auf die Besonderheiten des Gemäldes im Raum hinweist. Denn zurzeit fehlt es noch an Multiplikatoren“, erklärt Kopp seine Funktion als Biersommelier. Schließlich gelte es, neue Horizonte zu öffnen, den Konsumenten zu zeigen, dass es jenseits des beliebigen Pils aus der Kiste auch hochwertige Genussvarianten gibt. Dieses inzwischen durchaus reichhaltige Angebot gelte es aber zu durchschauen. „Wenn jemand vor Regalen mit x Sorten steht, ist er meist überfordert. Greift er nach dem Zufallsprinzip zu einer Flasche und ausgerechnet dieses Craft-Bier schmeckt ihm nicht, wird er künftig ganz die Finger davon lassen“, erklärt Kopp. Bei Verkostungen hingegen sei es leichter, aus den vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen den persönlichen Favorit herauszufiltern. „Plötzlich ändert sich die Einstellung zum Bier. Die Leute stürzen es nicht mehr hinunter. Aus dem Wirkungstrinker wird jemand, der das Geschmackserlebnis genießt“, weiß Kopp zu berichten.

Er selbst schwört auf Ingwerbier. Es war nicht nur sein Einstieg in die Craftbier-Szene, sondern veränderte gewissermaßen sein Leben. „Als ich davon zum ersten Mal in Berlin kostete, war das wie eine Geschmacksexplosion im Mund“, erzählt der Reinbeker. Von der Entwicklung in seinem erlernten Beruf als Juwelier frustriert, fing Kopp Feuer und sattelte peu à peu um. „Ich jobbte in einer kleinen Brauerei, lernte Sud anzusetzen und merkte nach und nach wie genial das Produkt Bier ist“, erzählt er. Je mehr er über die Craft-Szene erfuhr, desto begeisterter stürzte er sich in die Materie und absolvierte letztlich ein Seminar für Biersommeliers am Traditionsstandort in Weihenstephan.

Mit Privatpartys, Firmenfeiern oder Verkostungen in Restaurants oder bei inzwischen sehr angesagten Grill- und Barbecue-Events kann der Experte inzwischen ein weites Feld beackern. Kopps Job ist ebenso abwechslungsreich wie die Sorten, die aus den kleinen Sudhäusern des Nordens in die Ladenregale wandern. Mit originellen Etiketten und Namen wie„Juice Willis“, „Helle Aufregung“ oder „Palim Palim“ machen es ihm die Jungbrauer leicht, den Bierkonsum zum Kult zu erheben. Einige pfundige Legenden rund um Pale Ale, Pils oder Lager spannend erzählt, tun das Übrige, um das Publikum einen ganzen Abend perfekt zu unterhalten. „Als Biersommelier ist man eben auch ein Entertainer“, gesteht Kopp.

Doch niemand verlässt den Saal, ohne selbst das gewisse Quentchen Expertenwissen davon zu tragen, das zur Beurteilung von Bier vonnöten ist. Welchen Odeur eine jede Sorte verströmt, demonstriert Kopp mit einer so genannten Aroma-Lupe, die an Parfumzerstäuber der 50er Jahre erinnert. Wird so Luft in die mit Bier gefüllte Glaskugel gepumpt, steigt daraus charakteristischer Bierdunst empor. In einer zweiten Stufe tritt auch der Gaumen in Kontakt mit dem edlen Gesöff, genau der richtige Zeitpunkt für Kopp, um Verzehrempfehlungen auszusprechen. „Foodpairing ist beim Bier ebenso wichtig wie beim Wein. Zum Pils passt beispielsweise hervorragend Ziegenfrischkäse. Es rockt auch zu Hühnchen. Zum ’Schokomaleur’ reiche ich gern Export Stout“, berichtet er.

Und so vergehen mitunter sechs Stunden, bis sieben Biere durch die Kehlen geflossen sind.

Zum achten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus.

Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises im Frühjahr 2018 können Sie sich schon jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1.Januar 2014 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben. 5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee. 

Bewerber fordern dieUnterlagen unter  existenzgruenderpreis@LN-Luebeck.de an oder auf www.LN-existenzgruenderpreis.de

Mit zwei Sorten am Start

Sven Reents hat freundlicherweise die Schwalebrauerei in Neumünster für die Verkostung zur Verfügung gestellt. Der einstige Erzieher und Diakon sattelte zum Brauer um. Sein dunkles „Premium Craft Bier“ – malzig-fruchtig im Geschmack – und „Blonder Schwan“ – ein herbes Helles – lässt er derzeit noch in einer Fremdbrauerei herstellen. Doch er steht in Verhandlung über eine 1000-Liter-Anlage, die er noch in diesem Jahr in Betrieb zu nehmen hofft. Die Schwalebrauerei steht auf historischem Grund: 1923 war dort der Stammsitz der Holsten Brauerei.

 Dorothea von Dahlen

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