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Breite Asphaltpiste statt idyllischer Radroute?

Bad Oldesloe Breite Asphaltpiste statt idyllischer Radroute?

Radwege sind eine tolle Sache. Sie motivieren, Ausflüge in die Natur zu unternehmen – ohne Auto. Das begrüßt auch Klaus Graeber. Nur wenn aus idyllischen Strecken gut ausgebaute Asphaltstreifen werden sollen, behagt das dem Vorsitzenden der Oldesloer Nabu-Gruppe nicht.

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Klaus Graeber am idyllischen Bahndamm bei Sprenge. Er setzt sich dafür ein, dass der Knick und Bäume erhalten bleiben.

Quelle: Von Dahlen

Bad Oldesloe. Pläne dieser Art gibt es offenbar für den bereits bestehenden Radweg von Bad Oldesloe nach Trittau. Dort gilt es, noch eine Lücke zwischen den Steinburger Ortsteilen Mollhagen und Sprenge zu schließen. Als Träger öffentlicher Belange wird Klaus Graeber auch in solchen Fällen einbezogen und zu einer Stellungnahme aufgefordert. Um sich ein besseres Bild machen zu können, besichtigte er noch einmal die örtlichen Gegebenheiten auf dem einstigen Bahndamm und nahm auch Einsicht in die Akten. „Meistens bekommen wir nur eine CD mit den Plänen. Da fällt es schwer, die Details zu erkennen, um alles genau zu beurteilen“, erklärte der Nabu-Chef.

 

LN-Bild

Bärenklau

Auf eine Gefahr macht Gräber ebenfalls in seiner Stellungnahme aufmerksam. So befinden sich in unmittelbarer Nähe des geplanten Radwegs große Bestände des Riesenbärenklaus. Die Pflanze bildet photosensibilisierende Substanzen. Wer damit durch Berühren oder Pollenflug in Kontakt gerät, riskiert Verbrennungen an der Haut.

Als er auf dem Detailplan sah, was aus dem urigen, weitgehend naturbelassenen Pfad werden soll, schrillten bei ihm die Alarmglocken. „Geplant ist, einen 2,50 breiten Weg anzulegen, der asphaltiert wird. Dazu soll es zu beiden Seiten Banketten geben. Zur Entwässerung ist auch noch eine ein Meter breite Mulde geplant. Dadurch erhöht sich die Gesamtbreite des Wegs auf satte 4,50 Meter“, sagt Graeber kopfschüttelnd. Er versteht nicht, wieso die Planer in Kiel vom Konzept der schon bestehenden Radroute abweichen und den Weg komplett versiegeln wollen, statt ihn mit einer wassergebundenen Decke zu versehen. „Das Argument, der Weg sei dann besser zu pflegen, gilt in diesem Fall nicht. Wenn ich die Bäume nicht abhacke, bilden sie ein ganz natürliches Dach, unter dem weder Gras noch sonst eine Pflanze genügend Licht bekommt, um sich zu entwickeln.“

Um auf das jetzt geplante Profil zu kommen, reiche es nicht, das Buschwerk rechts und links des Weges zu entfernen. „An einigen Stellen muss auch der Knick mit den darauf stehenden alten Eichen dran glauben“, empört sich der Umweltschützer. Dabei seien diese Wallhecken wertvoller Bestandteil der holsteinischen Kulturlandschaft. Sollte das Vorhaben so realisiert werden, verwandele man einen eigentlich sehr charmanten Weg in eine Piste, auf der auch schon mal Motorräder entlangbrettern könnten.

Für völlig überflüssig hält Graeber zudem das Anlegen eines neuen Entwässerungsstreifens, dem auch wieder Sträucher und Bäume zum Opfer fallen. „Genau parallel zum einstigen Bahndamm verläuft doch die Mulde, in der früher die Züge auf der inzwischen stillgelegten Strecke Bad Oldesloe-Schwarzenbek verkehrten“, erklärt er. Das überschüssige Wasser fließe auch jetzt schon problemlos den Abhang hinab. Nach den starken Regenfällen der vergangenen Wochen habe sich so neben dem Bahndamm ein richtiger Fluss gebildet.

Um das Rad noch einmal zurückzudrehen und rechtzeitig auf die Planung einzuwirken, hat der Oldesloer Nabu-Chef jetzt den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr auf die Ungereimtheiten aus seiner Sicht hingewiesen.

Aus dem Verkehrsministerium kam gestern die Information, dass sich das Projekt noch im Planfeststellungsverfahren befindet. „Zu den Kritikpunkten von Nabu und BUND wird der Kreis eine Stellungnahme erarbeiten. Anschließend wird der Landesbetrieb als Planfeststellungsbehörde eine Anhörung durchführen, in der die Anregungen und Bedenken der Träger öffentlicher Belange diskutiert werden. Das fließt dann am Ende in den Planfeststellungsbeschluss ein“, heißt es aus Kiel. Eine abschließende Stellungnahme des Ministeriums sei deshalb jetzt noch nicht möglich.

 Dorothea von Dahlen

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