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Stormarn Breites Bündnis bereitet Gegendemo vor
Lokales Stormarn Breites Bündnis bereitet Gegendemo vor
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20:28 09.03.2016

Über einen Monat ist es noch hin bis zum Aufmarsch rechtsgerichteter Gruppierungen in Bad Oldesloe. Aber schon stehen die verschiedensten Interessengruppen in den Startlöchern, um ihnen Paroli zu bieten. Die angestammten Mitglieder des Bündnisses gegen Rechts waren jetzt selbst erstaunt, wie viele neue Gesichter sie in ihrer Runde am Dienstagabend begrüßen konnten.

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Über einen Monat ist es noch hin bis zum Aufmarsch rechtsgerichteter Gruppierungen in Bad Oldesloe.

„Einen solchen Andrang hatten wir noch nie, wenn es jetzt auch ein trauriger Anlass ist, Flagge zu zeigen“, sagte Alt-Gewerkschafter Walter Albrecht. Er hat zu einer Gegendemonstration für den 16.

April aufgerufen und dabei schon Unterstützung vom DGB-Kreisvorsitzenden erhalten. Neonazis, Rassisten und Demokratiefeinde dürften in Bad Oldesloe keinen Platz haben, fordert Heiko Winckel-Rienhoff.

Es könne nicht sein, dass Kollegen mit Migrationshintergrund Angst haben müssten, durch Bad Oldesloe zu laufen. Deshalb sei es wichtig, dass sich möglichst viele Bürger sowie Mitglieder aus Parteien, Sozialverbänden, Gewerkschaften und Initiativen dagegen stellten.

Erste Ideen, wie sich das abspielen könnte, trugen die Bündnismitglieder bereits zusammen. Im Großen und Ganzen soll es an mehreren Stellen der Stadt Kundgebungen, Musik, Stände, Straßenfeste und andere Unternehmungen geben. „Wir wollen ein buntes Spektrum zeigen. Dass wir Solidarität von außerhalb bekommen, ist deshalb superwichtig“, sagte etwa Hendrik Holtz (Linke).

Wer hinter der Facebook-Seite steht, auf der unter dem Motto „Volkswillen umsetzen“ zum Aufmarsch in Bad Oldesloe aufgerufen wird, blieb indes noch unklar. Die Genehmigungsbehörde des Kreises wahre darüber absolutes Stillschweigen, hieß es. Doch Tim Kiefer vom Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus Lübeck, den Albrecht als Kenner und Beobachter der Neonazi-Szene eingeladen hatte, legte nahe, dass es sich um ein NPD-Ratsmitglied aus Neumünster beziehungsweise einen Aktivisten aus dem rechten Lager handele, der vor einigen Jahren zu sogenannten Trauermärschen anlässlich der Bombardierung Lübecks im Zweiten Weltkrieg aufgerufen hatte. Einige Besucher der Bündnis-Sitzung waren damals offenbar unter den Gegendemonstranten und berichteten, mit welch eindrucksvollen Aktionen die Lübecker den ungebetenen Gästen immer wieder die Stirn geboten hatten.

Kiefer zerstreute auch die Zweifel daran, dass es sich bei den Demo-Organisatoren tatsächlich um Rechtsradikale handelt. „Die Facebookseite enthält klassische Neonazi-Propaganda und ist mit eindeutig rechtsextrem eingestellten Personen verlinkt“, erklärte er.

Und warum wird ausgerechnet Bad Oldesloe als Versammlungsort ausgewählt? Vielleicht sei es ein Test, um zu schauen, wie die Kräfteverhältnisse in der Kreisstadt seien, meinten einige. Anderen führten das Datum im April als plausible Begründung an. Der Monat sei voller geschichtsträchtiger Gedenktage, die die Rechtsradikalen nutzten, um der NS-Zeit zu huldigen.

Da auch die Route des rechten Aufmarschs noch nicht feststeht — darüber verhandelt die Versammlungsbehörde des Kreises demnächst mit dem Veranstalter — hat das Bündnis noch keine präziseren Planungen vorgenommen. Eines steht allerdings für Walter Albrecht schon fest: „Wir sollten mindestens 1000 Gegendemonstranten sein.“

Von Dorothea von Dahlen

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