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Stormarn Bündnis will mehr Wohnungen bauen
Lokales Stormarn Bündnis will mehr Wohnungen bauen
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21:35 23.04.2018
Mit dabei: die Verwaltungschefs Birte Kruse-Gobrecht (Bargteheide) und Jörg Lembke (Bad Oldesloe).
Bad Oldesloe

Von Bürgermeistern sowie den Vertretern von zwei Wohnbauverbänden und acht Wohnungsunternehmern wurde gestern die Vereinbarung im Kreistagssitzungssaal unterzeichnet. Zuvor hatte Landrat Henning Görtz darauf hingewiesen, dass in der Region bis zum Jahr 2030 rund 15000 Wohnungen fehlten: „Deshalb ist das Bündnis von großer Bedeutung für den Kreis Stormarn und für die Wohnungssuchenden.“

Mit einer Vereinbarung über ein Stormarner Bündnis für bezahlbares Wohnen wollen der Kreis sowie 36 Städte und Gemeinden einem ständig größer werdenden Problem wirkungsvoll begegnen. Es geht um den Bau neuer Wohnungen, die später vor allem vermietet werden können.

Die Anlaufstelle

Die Geschäftsstelle des Bündnisses gibt es in der Mommsenstraße 13 in Bad Oldesloe.

Landrat Henning Görtz präsentiert eine Karte mit den Infos: www. kreis-stormarn.de/go/wohnbuendnis

In Zukunft müssten mehr Eigenheime für Familien, Geschosswohnungen sowie auch Wohnungen für Geringverdiener gebaut werden.

Der Landrat erinnerte bei diesem Vorhaben an den immer wieder auftretenden Interessenskonflikt – zwischen dem Gewerbe, dem Naturschutz, der Landwirtschaft und dem Wohnungsbau. Dies führe gerade in Stormarn zu einer Flächenknappheit und damit zu einer Preissteigerung. „Leider wird das Wohnen in Stormarn immer teurer“, sagte Henning Götz. Mit der Gründung einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft durch den Kreis sei das Problem nicht zu lösen, weil dann immer noch die notwendigen Grundstücke fehlten. Deshalb sei mit dem Bündnis die „Idee der Kooperation“ geboren. Es soll jetzt, so der Landrat weiter, ein enges Netzwerk entstehen.

Der Kreisverwaltungschef dämpfte allerdings allzu große Erwartungen nach der jetzt getroffenen Vereinbarung: „Es wird nicht schon morgen eine Grundsteinlegung geben.“ Das Bündnis nehme den Gemeindevertretungen nicht die Planungshoheit bei der Bauleitplanung. Es gebe die Absicht der beteiligten Unternehmen, bis zu 500 Wohnungen pro Jahr in Stormarn zu bauen.

Als Sprecher der Städte betonte der Glinder Bürgermeister Rainhard Zug, das Bündnis biete ein enormes Potenzial. Es gebe allerdings lange Planungszeiträume: „Das ist schon eine harte Nummer und ich sehe das Vorhaben durchaus als Marathonlauf.“ Sein Kollege Thomas Schreitmüller aus Barsbüttel betonte als Vertreter der Gemeinden, es gebe vor allen in den kleinen Orten die Erwartung, neuen Wohnraum zu schaffen: „Dabei sollten die Einheiten allerdings nicht zu groß werden.“

Mit dem Bau von neuen Mietwohnungen sollte der Versuch unternommen werden, vorrangig junge Leute im Ort zu halten, sagte Thomas Schreitmüller. Außerdem müsse dank der Initiativen durch das Bündnis auch angestrebt werden, Normalverdienern eine Perspektive zu geben: „Sie sind es, die sich für die Gesellschaft im Ehrenamt einsetzen.“

Der Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen, Andreas Breitner, begrüßte die Initiative des Kreises Stormarn, die am Bau bezahlbaren Wohnraums Beteiligten zusammenzuführen. Damit werde ein Weg geschaffen, dass die Wohnungswirtschaft und die Kommunen auf direktem Weg ins Gespräch miteinander kämen. Gemeinsame Projekte könnten so rascher als bisher umgesetzt werden.

„Das Bündnis bietet die Chance, dass die Kommune ihre Wohnraumplanung mehr als bisher mit den Nachbargemeinden abstimmen und vermehrt gemeinsame Baugebiete ausweisen können“, sagte Andreas Breitner.

Eine Zusammenarbeit von kleineren Kommunen durch eine gemeinsame Planung von Wohnprojekten und der sozialen Infrastruktur seien für die Schaffung von bezahlbarem Wohnen unverzichtbar.

Nach der jetzt getroffenen Vereinbarung können Städte und Gemeinden beim Kreis Stormarn potenzielle Bauflächen melden, die von den beteiligten Wohnungsbauunternehmen bewertet und zu denen konkrete Angebote erstellt werden. Ziel sei es, Wohnungen zu errichten, die langfristig von den Unternehmen gehalten werden und als Mietwohnungen auf dem Markt bleiben.

 Von Michael Thormählen

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