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Stormarn Bürgermeister-Kandidaten kämpfen um die Wählergunst
Lokales Stormarn Bürgermeister-Kandidaten kämpfen um die Wählergunst
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21:21 14.06.2016
Knapp 200 Bürger waren zur Wiederholung der Kandidatenvorstellung ins Ganztagszentrum gekommen. Quelle: Fotos: B. Albrod
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Bargteheide

 Das lag vor allem an den Fragen des Publikums, durch die die Profile der Kandidaten deutlich an Schärfe gewannen. Knapp 200 Besucher waren gekommen, die bei der ersten Runde am Donnerstag keinen Platz gefunden hatten. Nach einer sachlichen Vorstellungsrunde nahm die Veranstaltung mit der Fragerunde Fahrt auf.

 

Birte Kruse-Gobrecht will den weiblichen Blick in der Politik.
Sven Noetzel bewies am Montag, dass er schlagfertig ist.

„Singen Sie die St. Pauli-Hymne mit?“, wandte sich ein Bürger an Sven Noetzel, um gleich darauf zum Vergnügen der Zuhörer die ersten Zeilen zum Besten zu geben – Noetzel hatte zuvor erklärt, dass er eine Jahreskarte des Fußballvereins besitze. „Nein“, konterte der Kandidat, „ich hole mir da immer eine Wurst.“

Der 44-jährige Leiter des Bau- und Umweltamts in Reinbek zeigte sich als Pragmatiker, der aus der Verwaltung kommt, in die Verwaltung will und weiß, wovon er spricht. Noch besser meinte ein Psychologe im Publikum zu wissen, wovon Noetzel spricht. „An einer ihrer Aussagen erkenne ich, dass Sie unbewusst gar nicht gewählt werden wollen“, stellte er seine Diagnose. „Doch“, sagte Noetzel, „deshalb kandidiere ich.“

Souverän beantwortete er den Vorwurf, dass die Kosten der neuen Feuerwache in Reinbek explodieren würden – auch Bargteheide plant einen Neubau. „Das tun sie nicht“, korrigierte der Kandidat die Fragestellerin (Grüne), deren Partei Birte Kruse-Gobrecht unterstützt. „Die Kosten liegen nach einem Wettbewerb unter dem festgesetzten Budget.“

Bei der Frage, wie sich Amt und Familienfreundlichkeit vertrügen, kam Birte Kruse-Gobrecht, seit sieben Jahren Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, zum Zuge. Sie wies auf Errungenschaften in der Kinderbetreuung hin, die sie mit angestoßen hat, und auf die Zukunft, die auch den Frauen gehören soll. „Neun von zehn Rathäusern sind in männlicher Hand“, erklärte sie, „es wird Zeit für eine Frau.“

Die Gender-Debatte ist ihr Thema, auch wenn nicht jeder wusste, was der die gesellschaftlichen Geschlechtseigenschaften eines Menschen meinende Begriff bedeutet.

Beim Klimaschutz hatten beide Kandidaten einen Joker in der Hand: Noetzel besitzt gar kein Auto, während Birte Kruse-Gobrecht ein Erdgasmodell fährt. Die 47-Jährige bringt viel Fachwissen zur Personalentwicklung mit. „Wir müssen uns fragen, wo Bargteheide in 20 Jahren stehen soll.“

Die Bargteheider müssen sich fragen, wer künftig an der Spitze ihrer Verwaltung stehen soll. 507 Bargteheider haben schon per Briefwahl gewählt, das sind 4,3 Prozent. Für den Rest gab es noch ein Abschluss-Statement. Birte Kruse-Gobrecht: „Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man an ihm zieht.“ Noetzel hielt dem: „Wählen Sie mich am 26. Juni“ entgegen.

Die Entscheidung

Ein neuer Bürgermeister wird am Sonntag, 26. Juni, in Bargteheide gewählt. Die Wahl wird nötig, weil der bisherige Amtsinhaber Dr. Henning Görtz zum neuen Landrat gewählt worden ist. In der Zwischenzeit führt Claus Christian Claussen (CDU) als erster Stadtrat die Geschäfte weiter.

Werner Mitsch, Vorgänger von Henning Görtz im Bürgermeisteramt, stand zwölf Jahre an der Spitze der Bargteheider Verwaltung und moderierte beide Vorstellungsrunden der Kandidaten. Sollte es am 26.

Juni Stimmengleichheit bei der Wahl geben, entscheidet das Los.

 Bettina Albrod

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