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Bürgermeisterkandidaten geben der City schwache Noten

Bad Oldesloe Bürgermeisterkandidaten geben der City schwache Noten

Viele Leerstände, wenig Außengastronomie: Die Aufenthaltsqualität in Bad Oldesloe muss steigen - da sind sich die vier Bürgermeisterkandidaten einig.

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Ein Schandfleck im Herzen der Stadt: Die Räumlichkeiten, die einst „IhrPlatz“ gemietet hatte, stehen seit Jahren leer.

Quelle: B. Matzen

Bad Oldesloe. Bei den vier Bewerbern fürs Bürgermeisteramt kommt Oldesloes Ortszentrum nicht gut weg. Lediglich eine „Vier minus“ vergab Sebastian Schulz bei einer Befragung während der Kandidatenvorstellung in der Festhalle. „Zu viele Leerstände und Stolperfallen, zu wenige Verweilplätze“, bemängelte der parteilose Kandidat. „Vier plus – starker Verbesserungsbedarf“, so das Urteil von Konkurrent Jörg Lembke. Die Schulnote „Drei“ vergab SPD-Kandidatin Maria Herrmann – wegen der vielen Leerstände. CDU-Mann Jörg Feldmann benotete Oldesloes City mit „Drei minus“, „auch wenn sie nicht so schlecht ist, wie sie geredet wird.“

Wenig besucherfreundlich präsentiere sich etwa der Marktplatz, meinten Schulz und Lembke. Dieser sei großflächig mit Pflastersteinen belegt, was zwar optisch ansprechend sei, die Begehbarkeit des Belags sei jedoch bedauerlich schlecht – besonders für gehbehinderte Menschen. Die kleinen Räder von Rollatoren oder Rollstühlen holperten über den Pflasterverband und blockierten in den Fugen.

„Neulich bin ich einer Frau auf dem Wochenmarkt begegnet, die mit ihrem Rollator auf dem Platz gestürzt war“, berichtete Lembke. „Ich könnte mir gut vorstellen, den Marktplatz umzugestalten.“

„Wie möchten Sie denn die City für junge Menschen attraktiver gestalten?“, wollte eine Frau aus dem Publikum wissen. „Ich muss versuchen, Läden wie H&M oder Zara herzuholen, auch mal ein Schnellrestaurant zulassen und für WLan-Hotspots sorgen“, meinte Lembke. „Ganz ehrlich – keiner in meiner Generation wird in die City gehen, weil es einen Hotspot gibt“, antwortete die junge Oldesloerin.

„Es müsste mehr Gastronomie mit Außencharakter geben – so wie das Mocca. Das macht doch den Flair einer Stadt aus“, so Schulz. Die Innenstadt verfüge über so viele schöne Gebäude und Gässchen. „Ich gehe zum Beispiel unheimlich gerne durch die Heiligengeiststraße.“ Aber all das müsse auch mit Leben gefüllt werden. Anwohner würden bei Außengastronomie oft Bedenken haben. „Aber da kann man sicherlich Kompromisse finden.“

Auch die fehlende Vielfalt würden viele Oldesloer beklagen, hat Schulz bei seinen Gesprächen mit Bürgern erfahren. „Zu viele Frisöre, zu viele Dönerläden – kein Wunder, dass viele den Weg auf sich nehmen und nach Hamburg fahren.“ „Atmosphäre und Wohlfühlcharakter – das ist das, was wir alle von Oldesloes City erwarten. Denn keiner will eine tote Innenstadt“, fügte Feldmann hinzu.

Mehr Cafés und Geschäfte wie das Provence – dem Schokoladenladen in der Heiligengeiststraße – oder Buchhandlung Willfang wünscht sich auch Maria Herrmann. „Wir haben keine großen Flächen, deshalb werden Filialisten wie Zara oder H&M nicht kommen.“ Aber wenn man Nischen besetze, könne man auch beim Verbraucher punkten. „Dann kommen Menschen aus den umliegenden Städten und Gemeinden hierher und klappern unsere Läden ab.“ Zwar habe ein Bürgermeister keinen Einfluss auf die Geschäftswelt. „Aber wenn wir das Wir-Gefühl hinkriegen und die Stärken der Stadt betonen, dann wird man auch über Oldesloe reden“, ist sich Maria Herrmann sicher. „Man kann sich auch mit Vermietern und Händlern an einen Tisch setzen und darüber sprechen, wie man Mietpreise attraktiver gestalten kann“, schlug Schulz vor.

Lüneburg, Bad Segeberg und Bargteheide seien Städte, denen es gelungen sei, ihre Ortszentren ansprechend zu gestalten, so Lembke. Nur wenn Politik, Verwaltung und Wirtschaft am gleichen Strang zögen, könne auch die Aufenthaltsqualität in Oldesloes City gesteigert werden – da waren sich alle Kandidaten einig.

Im Voraus wählen

Am Sonntag, 5. Juni, wird Oldesloes neuer Bürgermeister gewählt. Nicht nur am Wahltag können Bürger ihre Stimme abgeben, sondern das ist auch im Voraus möglich. Wer die Briefwahl ausüben möchte, kann die Unterlagen schriftlich oder persönlich im Bürgerbüro beantragen. Im Wahllokal des Bürgerbüros kann man diese Woche auch vorab sein Kreuzchen machen.

 Britta Matzen

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