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Stormarn CDU stimmt mit FBO: Zaun für die Kicker
Lokales Stormarn CDU stimmt mit FBO: Zaun für die Kicker
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21:16 10.09.2013
Der Fußballplatz am Exer wird derzeit in einen Kunstrasenplatz umgewandelt. Geht es nach FBO und CDU, kommt doch ein Zaun. Quelle: Foto: kks

SPD und Grüne waren sprachlos: Gemeinsam mit der CDU brachten die Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) im Bauausschuss ihren Antrag durch, den im Bau befindlichen Kunstrasenplatz auf dem Exer doch mit einem Zaun zu versehen. Damit stellen sich FBO und CDU gegen einen gemeinsamen Beschluss der Stadtverordneten, den Platz im ersten Jahr ohne Zaun den Spielern zur Verfügung zu stellen. Erst nach einem Jahr sollte dem alten Beschluss zufolge ein Resumee gezogen werden und gegebenenfalls ein Zaun errichtet werden. Sollte die neue Entscheidung jetzt allerdings die Stadtverordnetenversammlung passieren, dann kämen noch einmal Kosten von mindestens 225 000 Euro für den Zaun auf die Stadt zu. Die müssten über den Nachtragshaushalt eingestellt werden.

Die Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses (BPA) Maria Herrmann (SPD) war stocksauer. „Im Finanzausschuss haben Sie beschlossen es ein Jahr durchzuziehen, Herr Rädisch. Wir haben uns einvernehmlich geeinigt“, sagte sie. Man könne doch nicht ein Thema so lange auf die Tagesordnung bringen, bis man das gewünschte Ergebnis habe. „Wenn wir jetzt die Möglichkeit haben, einen Zaun durchzusetzen, dann machen wir das“, unterstrich Uwe Rädisch (CDU). Er begründete das mit der Notwendigkeit, den Platz zu erhalten. Uwe Rädisch spielte damit dem VfL Oldesloe in die Hände, der von vornherein für eine Umzäunung des Kunstrasenplatzes war. Der Name des VfL-Vorsitzenden: Detlef Rädisch. „Herr Rädisch, ich frage mich, werden wir verar...., damit Besitzstände gewahrt werden? Das Vertrauen in den VfL geht flöten. Zumal wir es städtebaulich grottig finden, einen Käfig in der Stadt zu haben“, so Herrmann.

Friedrich-Karl Kümmel (FBO) begründete seinen Antrag — einen Ausschuss vorher hatte er ihn als Dringlichkeitsantrag gestellt und war abgeschmettert worden — mit der Pflicht, den Kunstrasenplatz, der immerhin eine halbe Million Euro kosten würde, vor Vandalismus zu schützen. „Es haben alle gesagt, es ist wichtig, den Platz einzuzäunen“, berichtete Kümmel von Gesprächen mit Fachleuten. Zudem müsse gewährleistet sein, dass vorbeigehende Personen vor Bällen geschützt würden und die insgesamt sechs Tore, die sich im Eigentum des VfL Oldesloe befänden, sicher seien.

Hans-Herrmann Roden (SPD) unterstellte Kümmel „abgrundtiefes Misstrauen der Oldesloer Bevölkerung“ gegenüber. „Sie haben versucht, uns zu suggerieren, dass es der einzige Platz in Deutschland ist, der nicht eingezäunt ist. In Ahrensburg und Hoisdorf gibt es aber auch Kunstrasenplätze, die nicht eingezäunt sind.“ Das laufe problemlos dort. „In Hoisdorf hat der Platzwart sein Haus direkt neben dem Kunstrasenplatz. In Ahrensburg ist der Platz von drei Seiten eingezäunt und steht beim Rathaus“, konterte Kümmel.

Roden sieht noch andere Probleme. „Man will unterbinden, dass alle Jugendlichen da spielen können. Das Geld aller soll in den Platz fließen, aber nur ausgewählte Kreise sollen dort spielen. Das machen wir nicht.“ Und stimmte mit seinen Parteikollegen sowie den Grünen gegen den FBO-Antrag — ohne Erfolg.

Die Umwandlung
Im Mai 2012 gaben die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses der Stadt Bad Oldesloe grünes Licht für den Bau des Kunstrasenplatzes auf dem Exer. Zuvor hatten schon die Mitglieder des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses ihr Einverständnis gegeben. Schon damals wurde intensiv über die Einzäunung des Platzes auf dem Exer diskutiert.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

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