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Christen feiern die Gaben der Natur

Zarpen Christen feiern die Gaben der Natur

Am heutigen Sonntag wird in den Gottesdiensten der Erntedank gefeiert. Erinnert wird an die Gaben, um Menschen zu ernähren – so ist auch in Zarpen die evangelische Kirche festlich geschmückt. Und in einer ländlichen Region kommt diesem Tag immer noch eine ganz besondere Bedeutung zu.

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Festlich geschmückt ist heute wieder die gesamte Kirche. Kinder und Erwachsene haben mitgeholfen.

Quelle: Fotos: M. Thormählen/hfr

Zarpen. Pastor Nils Wolffson hat schon einige reife Äpfel gekostet, die an den alten Bäumen im großen Garten hinter dem Pastorat in Zarpen reifen. „Die schmecken doch ganz gut“, lautet das erste Urteil. Auch der junge Seelsorger bringt nämlich einige der eigenen Früchte in die nahe Kirche: „Für und ist der Gottesdienst an Erntedank etwas ganz Besonderes.“

LN-Bild

Heute wird in den Gottesdiensten der Erntedank gefeiert. Erinnert wird an die Gaben, um Menschen zu ernähren – so ist auch in Zarpen die evangelische Kirche festlich geschmückt. Und in einer ländlichen Region kommt diesem Tag immer noch eine ganz besondere Bedeutung zu.

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Um 10 Uhr wird gefeiert, für den musikalischen Rahmen sorgen die Mitglieder der Kantorei. Und die Kirche ist wieder festlich geschmückt. Es gibt die traditionelle Erntekrone und „die Landwirte aus der Umgebung bringen ihre gaben zum Altar“, wie Pastor Wolffson erklärt. Bei der Ausgestaltung helfen Kinder und Erwachsene gemeinsam mit: „Jeder kann etwas mitbringen wie die Äpfel aus dem eigenen Garten oder auch die Imker mit dem Honig ihrer Bienen.“

Nils Wolffson weist darauf hin, dass für die Bauern der Erntedank-Gottesdienst neben der Feier zu Weihnachten sicherlich der wichtigste im Laufe eines Jahres sei – es gehe um den Dank für die Erträge aus der Natur und um den Dank für „meine Ernte im Leben“.

„Ich bin auf dem Lande aufgewachsen, hatte aber mit der Landwirtschaft direkt nichts zu tun“, so der Pastor. In einer ländlichen Region gebe es noch einen ganz anderen Bezug zu landwirtschaftlichen Produkten als in den Gebieten mit städtischen Strukturen: „Kinder müssen eben erfahren und auch lernen, dass Cornflakes und Schokolade nicht an Bäumen wachsen. Und wenn Kinder von den verschiedenen Pflanzen gar keine Ahnung haben, dann ist es umso wichtiger, dass wir sie zeigen.“

So werde am Sonntag die Fülle gezeigt, die auf dem Land heranwachse, und dass das Dorf der Ursprung für diese Produkte sei. „Da sieht man in der Kirche die Rapspflanze und erkennt, dass es eigentlich kleine schwarze Kugeln sind“, so der Zarpener Pastor.

Erntedank gehört mit den ältesten und immer wiederkehrenden Festen der Menschheit. Schon zu Zeiten des Alten Testamentes gab es Danksagungen für die Früchte, die in der Natur reiften. Es gab auch Segnungen für Tiere – später im Mittelalter auch für Obst und Getreide. Während der Reformationszeit im 16. Jahrhundert wurde dann festgelegt, dass der Erntedank stets am ersten Sonntag im Oktober gefeiert werden soll – von beiden christlichen Kirchen.

Erinnert wird allerdings nicht nur an die Gaben der heimischen Natur, die für eine ausreichende Ernährung der Menschen sorgen. „Mit der Aktion ,Brot für die Welt’ wollen wir auch über den Tellerrand blicken“, sagt Nils Wolffson. Denn Not und damit auch der Hunger seien in weiten Teilen der Welt noch nicht besiegt. In diesem Jahr – während der mittlerweile 59. Aktion – wird auch in Zarpen beim Abschluss des Gottesdienstes um Spenden für ein wichtiges Projekt gegeben – es geht um „Wasser für alle“. Nils Wolffson dazu: „Unterstützt wird ein Vorhaben in Kenia in Afrika.“ Denn auch sauberes Trinkwasser sei ein wichtiges Lebensmittel.

Der Pastor erkennt den Strukturwandel an, dem auch die heimische Landwirtschaft unterworfen sei: „Für uns geht es um die Frage der Nachhaltigkeit.“ Und angesichts der Überproduktion von Lebensmitten „muss auch deutlich gesagt werden: Verschwendung muss nicht sein“. Deshalb sei es eine Selbstverständlichkeit, dass die Lebensmittel, die in die Zarpener Kirche gebracht wurden, nicht auf dem Müll entsorgt werden: „Ob Obst oder Honig – alles, was noch genießbar ist, bringt unser Küster als Spende zur Reinfelder Tafel.“

Der Pastor rechnet heute mit einem guten Besuch des Gottesdienstes – dies hänge allerdings von der Witterung ab: „Wenn das Wetter entsprechend ist, dann arbeiten viele Bauern noch auf ihren Feldern.

Dann kommen eben die Kinder und Frauen in die Kirche.“ Dafür hat Nils Wolffson großes Verständnis – denn die Ernte geht vor, auch am Erntedanktag.

Kabarettistische Improvisationen im KuB

Gnadenlos, schnoddrig, originell – der Berliner Politbarde Philip Tägert alias FIL hat eine Vorliebe fürs Direkte und Grobe. Am Donnerstag, 5. Oktober 2017, ist er um 20 Uhr im KuB zu Gast.

„Wir werden alle sterben. Im Grunde genommen sterben wir jetzt schon. Das ganze Leben ist ein einziger elend langsamer Tod. Dagegen kann man nichts machen, also was soll’s. Chillt mal lieber!“, sagt FIL und macht sich in seiner Show „Triumph des Chillens“ auf die Suche nach dem Geheimnis der Gelassenheit. Es ist die vielleicht relaxteste Show des Universums: Während draußen die Welt in die Brüche geht, verspricht FIL, die Sorgen seiner Zuschauer zu Staub zu zerreiben. Seine erbarmungslosen Improvisationen, gespickt mit kruden Weisheiten, Songs und Gedichten, bewegen sich irgendwo zwischen großer Kunst und tiefster Flachheit.

FIL ist ein echter Urberliner, im Märkischen Viertel aufgewachsen, und Ex-Punk. Seine Bühnenshow mit Sharkey, dem Handpuppen-Hai aus Plüsch, machte ihn vom Geheimtipp zum Szene-Star. Kultstatus genießt FIL vor allem durch seine Comics mit Didi & Stulle, die er seit dem Alter von 14 Jahren für das Berliner Stadtmagazin Zitty zeichnet. Tickets ab 12,50 Euro.

 Von Michael Thormählen

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