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Stormarn DJ Raphael Marionneau legt zu Kultfilm „Metropolis“ auf
Lokales Stormarn DJ Raphael Marionneau legt zu Kultfilm „Metropolis“ auf
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15:27 10.10.2017
DJ Raphael Marionneau ist ein Talent auf dem Gebiet des musikalischen Crossovers. Er mischt klassische Stücke mit modernen Beats.
Bad Oldesloe

„Seit zwei Monaten sind wir wieder am Start. Es fühlt sich extrem gut an. Mit einer Bar, tollem Personal und guten Filmen haben wir unsere Kinogänger zurückgewinnen können“, zog Wittern gestern Resümee. Die Besucherzahlen hätten sich inzwischen verdreifacht. Deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, ein Sonderprogramm zu starten, um den Oldesloern weit mehr zu zeigen als nur die gängigen Blockbuster. Wittern erinnerte daran, dass er früher schon zu den Pionieren neuer Trends gehörte, indem er als einer der ersten Kinobetreiber Open-Air-Vorstellungen oder Kunstfilmtage veranstaltete.

Das Kino der Kreisstadt hat sich wieder erfolgreich etabliert. Nun legt Betreiber Heinz Wittern nach und bietet einige Schmankerl. Den Anfang macht ein Live-Act mit Raphael Marionneau. Der international bekannte DJ vertont Fritz Langs Kultfilm „Metropolis“.

Auch jetzt hat Wittern wieder mehrere Asse im Ärmel. Eines davon geht auf das Engagement des Stadtmarketingvereins „Wir für Bad Oldesloe“ zurück. Als neues Mitglied brachte Sebastian Klattka die Idee ein, den von ihm sehr geschätzten DJ Raphael Marionneau für eine Sondervorstellung im Kino zu gewinnen. Wittern war gleich Feuer und Flamme. Jetzt erlebt das Oldesloer Publikum am Freitag, 3. November, live, wie der Akrobat am Plattenteller den bedeutenden Stummfilmklassiker „Metropolis“, mit einem passenden Soundtrack unterlegt.

„Seit ich 16 bin, hatte ich immer mit Musik zu tun, beim Radio, in Clubs und bei vielen Veranstaltungen“, erzählte der gebürtige Franzose gestern bei der Präsentation des Programms „Cinéma abstrait“.

Mit den Jahren avancierte er zum Musikkenner mit erstaunlicher Bandbreite und machte sich als DJ einen Namen, der es schafft, Klassik, Jazz und elektronische Klänge so zu mixen, dass sie zu einem ganz neuen musikalischen Erlebnis werden.

Sein Debüt hatte Marionneau übrigens im „Mojo“ auf der Hamburger Reeperbahn. Rasch wurden andere Veranstalter außerhalb der Clubszene auf das junge Talent aufmerksam und engagierten ihn für verschiedene Projekte. Seit nunmehr 17 Jahren lassen sich etwa Besucher des Hamburger Planetariums auf den Schwingen von Marionneaus Musik durch den nächtlichen Sternenhimmel der Hafenmetropole tragen.

Bekannt für seinen ganz eigenen Stil bekam Marionneau anlässlich des Hamburger Filmfestes im Jahr 2006 den Auftrag, die Musik zum Klassiker „Das Kabinett des Dr. Caligari“ zu mixen. Weitere Filmmusik-Projekte wie „Nosferatu“, „Menschen am Sonntag“ und „Der müde Tod“ folgten. So war der Franzose bei den UFA-Filmnächten in Berlin gebucht oder in diesem Jahr auch beim German Film-Festival in New York, wo er zum „Celebritiy DJ“ (Promi-DJ) geadelt wurde.

„Die Kino-Kultur der 20er Jahre war mega-kreativ. Fritz Lang arbeitete mit vielen Spezialeffekten, die es so zuvor noch nicht gab. Man denke an die Massenszenen oder den Kontrast, den er im Film schafft zwischen den Arbeitern in der Unterwelt und der Oberschicht, die ein schönes und verrücktes Leben in der Oberwelt führt“, beschreibt Marionneau, was ihn an der Suche nach geeignetem Tonmaterial so fasziniert hat. Jede Szene des Films ließ er 20 bis 30 Mal Revue passieren, um einen passenden Soundtrack für den Mix zu finden. Das Ergebnis ist eine Melange aus Technobeats, klassischer Musik und Jazz-Elementen, so ausgewählt, dass sie den Rhythmus der Handlung aufnehmen und verstärken.

„In den ersten zehn Minuten werden die Leute mir noch zuschauen, wie ich die Musik auflege, dann sind sie so gefesselt, dass sie mich vergessen“, kündigt Marionneau an. Nach den Vorstellungen seien die Leute stets begeistert und das generationsübergreifend. „70-Jährige, die ,Metropolis’ schon zehn Mal gesehen haben, erzählen mir, dass es eine ganz neue Erfahrung für sie war. Und junge Leute danken mir, weil sie einen so spannenden Film ohne die Aussicht, meine Musik zu hören, nie angeschaut hätten“, berichtet der DJ.

Der vom Wir-Verein präsentierte Live-Act am Freitag, 3. November, beginnt um 20 Uhr (Einlass 19 Uhr.) Karten für 14 Euro sind ab sofort im Oho-Kino erhältlich oder unter www.oho-kino.de buchbar.

Neue Filmreihen

Ladies Night heißt eine weitere Sonderreihe mit Herz-Schmerzfilmen voll Romantik und Liebe. Zur Abkühlung: Sekt und Prosecco.

Art-House zeigt einmal im Monat cineastische Perlen. Heinz Wittern holt filmische Seltenheiten aus der Schatzkiste.

In Originalfassung sollen englische, auf Wunsch auch anderssprachige Filme gezeigt werden. Wittern schwebt eine Kooperation mit der Volkshochschule vor.

Überraschung heißt es bei der Sneak-Preview, bei der Filme vor dem eigentlichen Start gezeigt werden.

 Dorothea von Dahlen

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