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Stormarn DaZ-Stelle bleibt erhalten
Lokales Stormarn DaZ-Stelle bleibt erhalten
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17:01 01.11.2018
Die Kinder der DaZ-Klassen freuen sich über den Besuch des Elefanto-Spielmobils vom Kinderschutzbund in der Oldesloer Kurparkschule Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Das Ansinnen der Oldesloer Verwaltung, die Stelle einer Sozialpädagogin am DaZ-Zentrum der Stadtschule nicht mehr nachzubesetzen, hat heftige Reaktionen im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss ausgelöst. Schon während der Einwohnerfragestunde meldeten sich Besucher, die darauf drängten, die Position neu auszuschreiben. Gudrun Behnsen-Katenhusen etwa, die selbst ehrenamtlich im Fach Deutsch als Zweitsprache tätig war, strich heraus, wie wichtig die Betreuung der Migrantenkinder in Vorbereitung auf den Schulunterricht und ihre spätere Integration sei. „Nur so können wir Gettos und Parallelgesellschaften vermeiden“, sagte sie.

Hilfe für traumatisierte Kinder

Das Wort führten nicht in erster Linie Vertreter der Stadtschule. Vielmehr war die Theodor-Storm-Schule stark vertreten. Denn der Verwaltungsvorschlag legte nahe, dass die dort unbefristet beschäftigte Fachkraft künftig für beide Schulen zuständig sein sollte. Das brachte TSS-Lehrerin Anika Matteoszus auf den Plan. Sie erschien mit vier Schützlingen. „Als Schüler sind wir hier, weil es um die Kürzung einer DaZ-Stelle bei uns geht und wir etwas dagegen tun müssen“, sagte Lorenzo. Er beschrieb die vielfältigen Aufgaben einer Sozialpädagogin, die nicht zuletzt traumatisierten Kindern zur Seite stehe. Dagmar Danke-Bayer (Grüne) gab zu bedenken, dass es auch zum Nachteil deutscher Schüler sei, wenn Migrantenkinder künftig später schlechter vorbereitet am allgemeinen Unterricht teilnähmen. „Die Lehrer werden ihnen mehr Zeit widmen müssen, die anderen verloren geht“, sagte sie.

Fachkraft sprang wegen besseren Angebots ab

Erörtert wurde auch, dass die bis dato an der Stadtschule tätige Sozialpädagogin die Stelle selbst vor Ablauf des Jahres gekündigt hat, weil sie ein zukunftssicheres Angebot von einem anderen Arbeitgeber erhalten hatte. Cornelia Steinert (Linke) merkte an, dass die DaZ-Mitarbeiterin gern länger an der Stadtschule geblieben wäre, wenn sie eine bessere Perspektive gehabt hätte. „Dass sie eine besser dotierte Stelle angenommen hat, ist verständlich“, sagte sie. Deshalb plädiere die Linke dafür, Stellen für Fachkräfte unbefristet auszuschreiben. In diesem Bereich bestehe ein großer Mangel.

Mit einem Streich aufs halbe Maß gesetzt

„Rein physisch dürfte das schwer zu bewältigen sein“, versuchte Hajo Krage (SPD) das Thema aus der Perspektive einer Pädagogin, die an beiden Standorten zum Einsatz kommen soll, darzulegen. Schließlich überschneide sich der Unterricht am Vormittag an Stadtschule und TSS. Die Stelle jetzt nicht neu auszuschreiben, bedeute deshalb, gleich zwei Schulen mit einem Streich auf ein halbes Maß zu setzen. Es sei völlig unklar, wie eine einzige Person dieses Defizit ausgleichen solle. Auch Krage sprach sich für ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis aus. Andernfalls laufe die Stadt Gefahr, bald vor demselben Problem zu stehen, die nächste qualifizierte Kraft zu verlieren.

Unterrichtsreif erst nach zwei, drei Jahren

Wie Sabine Prinz berichtete, hat sich an der Stadtschule der Besuch im DaZ-Unterricht seit zwei Jahren stabilisiert. Er werde von 36 bis 40 Kindern besucht. „Viele davon sind aber ganz ohne Schulerfahrung, nicht alphabetisiert sowie ohne Kenntnisse unserer kulturellen Gepflogenheiten“, sagte sie. Der Aufenthalt von einem Jahr am DaZ-Zentrum habe sich zudem als unrealistisch erwiesen. Die meisten seien erst nach zwei bis drei Jahren reif für den regulären Unterricht.

In Abwägung aller Argumente sprachen sich die Mitglieder des Gremiums mehrheitlich für die sofortige Neuausschreibung der Stelle aus.

Bald auch Koordinator für Ehrenamtler

Die Oldesloer Sprachpartner Wolfgang Koch und Ingo Röder, die sich wie viele andere um Geflüchtete kümmern, verließen die Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses ebenso erleichtert. Schon lange hatten sie darauf hingewiesen, dass in Bad Oldesloe ein Koordinator fehlt, der die Aktivitäten der Ehrenamtler bündelt und sie mit Informationen versorgt. Ein erneuter Antrag erwies sich jetzt als Erfolg. Da die Stelle nun zur Hälfte von der Diakonie und von der Stadt finanziert wird, stimmte die Mehrheit im Gremium für die Schaffung einer solchen Stelle. Der Vorschlag, zunächst noch an einen Runden Tisch einzuberufen, um erneut darüber zu beraten, wurde letztlich fallen gelassen. Röder konnte deutlich machen, dass dies nur zu einem Zeitverzug führen würde. Welches Profil ein Bewerber haben müsse, sei hinlänglich bekannt, da es in den meisten Stormarner Städten schon Koordinatoren gebe, nur in Bad Oldesloe nicht. Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak kündigte an, die Ausschreibung vorzubereiten. Dorothea von Dahlen

Dorothea von Dahlen

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