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Dachstuhlbrand: Zwei Familien obdachlos

Hamberge Dachstuhlbrand: Zwei Familien obdachlos

Ein komplettes Doppelhaus ist in der Nacht zu Freitag in Hamberge nahezu komplett durch ein Großfeuer zerstört worden. Die sieben Bewohner und ihre drei Hunde konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und blieben unverletzt.

Der Dachstuhl brannte komplett aus. Sieben Personen mussten gerettet werden.

Quelle: Jens Burmester

Hamberge. Etwa 100 Feuerwehrleute aus Hamberge, Ratzbek, Stubbendorf, Klein- und Groß Wesenberg, Reinfeld und Bad Oldesloe sowie der Berufsfeuerwehr Lübeck versuchten ab Mitternacht zu retten, was zu retten war. Sie konnten allerdings nicht verhindern, dass der Dachstuhl des komplett in Holzständerbauweise errichteten Doppelhauses den Flammen zum Opfer fiel. Der Wind fachte die Flammen immer wieder an und sorgte dadurch auch für teilweise sehr starken Funkenflug. So mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr auch die umliegenden Häuser schützen.

Bei einem Großfeuer in Hamberge ist der Dachstuhl eines Zweifamilienhauses komplett ausgebrannt.

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Etwa zwei Stunden nach der Alarmierung hatten die Männer und Frauen das Feuer unter Kontrolle. Doch ihr Einsatz war noch lange nicht beendet. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich teilweise sehr schwierig, denn nur die Drehleiter aus Lübeck reichte bis an das Haus heran. Die Oldesloer Drehleiter musste so weit entfernt aufgebaut werden, dass es zwar zur Brandbekämpfung über das Wenderohr reichte und auch zum Ausleuchten der Einsatzstelle an der einen Hausseite. Um aber das Dach abdecken zu können, weil die Männer an die Glutnester unter den Pfannen kommen wollten, mussten Steckleitern an das Haus gestellt werden.

Ein komplettes Doppelhaus ist in der Nacht zu Freitag in Hamberge nahezu komplett durch ein Großfeuer zerstört worden. Die sieben Bewohner und ihre drei Hunde konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und blieben unverletzt.

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Christoph (55) und Petra Weßler (53) hatten sich mit ihren Söhnen Philipp (23) und Sebastian (19) sowie dem Pflegekind Mahmut (19) aus Syrien und dem Familienhund "Jacky" (13) rechtzeitig ins Freie gerettet. Eines der Kinder hatte Brandgeruch wahrgenommen und die Eltern geweckt. Gemeinsam suchte man nach der Ursache und wurde schnell in der oberen Etage in der Nähe des Badezimmers fündig. Gemeinsam, versuchte die Familie auch noch, die zunächst kleinen sichtbaren Flammen zu löschen. Doch als das misslang, riefen sie die Feuerwehr. Die war zwar innerhalb weniger Minuten vor Ort, aber da brannte das Dach schon lichterloh. „Wir konnten schon auf der Anfahrt sehen, wie hoch die Flammen loderten und haben sofort weitere Wehren nachgefordert“, sagte Feuerwehrsprecher Helge Trabert. Die Berufsfeuerwehr aus Lübeck schickte die Drehleiter der Wache 1, eine zweite Drehleiter kam aus Bad Oldesloe. „Die Zusammenarbeit der einzelnen Wehren hat super funktioniert“, lobte Amtswehrführer Albert Iken. Es waren genügend Atemschutzgeräteträger da, sodass man immer wieder durchtauschen konnte. Mit Rücksicht auf die Kameraden, die am Freitag wieder zur Arbeit mussten, lies Iken gegen 4 Uhr die Feuerwehr aus Zarpen noch nachalarmieren. So konnten andere Kameraden aus dem Einsatz entlassen werden. Die letzten Feuerwehrkräfte verließen erst gegen 8.30 Uhr die Brandstelle.

Am Morgen nach dem verheerenden Großbrand war das ganze Ausmaß des Schadens deutlich sichtbar. In dem vorderen Hausteil, das von Thomas und Ingrid Tarnow bewohnt wird, ist der Schaden am größten. Vom Ankleidezimmer und dem Büro in der oberen Etage ist nichts mehr übrig. Auch die Treppe, die bislang nach oben führte, ist völlig weg gebrannt. Und selbst im Erdgeschoss ist alles völlig schwarz vom Ruß und die Scheiben in der Haustür sind von der großen Hitze geplatzt. Ingrid Tarnow steht fassungslos mit ihrem Mann und den beiden Yorkshire Terriern vor den Trümmern ihres Hauses. Wie es weitergeht, wissen beide noch nicht. Für den 57-Jährigen ist es kaum möglich, den Anblick der Trümmer zu ertragen. Das Ehepaar kommt vorerst bei Nachbar Wolfgang Meyenburg und seiner Frau unter. Am Montag will Bürgermeister Pauli Beeck versuchen, eine Bleibe für das Ehepaar in der Gemeinde zu bekommen.

Anders ist es bei den Nachbarn. Petra und Christoph Weßler sind mit ihren Kindern für die nächsten vier Wochen im Hotel Ibis in der Fackenburger Allee in Lübeck untergekommen. Dort arbeitet die 53-jährige Mutter und freute sich riesig, als ihr der Chef das Angebot machte. „Mir tut es besonders um Mahmut, unseren syrischen Ziehsohn aus Damaskus leid“, sagt Christoph Weßler. Der 56-Jährige kann nur erahnen, was der 19-jährige Syrer jetzt durchmacht. „Erst die lange Flucht und jetzt schon wieder kein Dach mehr über dem Kopf“, sagt Weßler fassungslos.  Während er den Mischlingshund Jacky an der Leine hält, kommen Bekannte seiner Söhne mit Schaufeln und Schubkarre. Sie fassen an, schaufeln die Trümmer vor der Haustür weg, den die Familie möchte einige Sachen aus dem Haus in Sicherheit bringen.

Beide Familien gehen davon aus, dass man das Haus nur noch abreißen und dann An gleicher Stelle wieder neu Aufbauen lassen muss. Beide Familien hoffen, dass die Versicherungen jetzt schnell den Schaden aufnehmen und dann auch zügig regulieren.Noch in der Nacht hatten Beamte des Zentralen Kriminaldauerdienstes aus Lübecjk die ersten Ermittlungen aufgenopmmen. Am Freitag waren dann Brandursachenermittler der Kripo Bad Oldesloe vor Ort, um die Brandursache zu ermitteln. Möglicherweise, so war zu hören, soll auch noch ein Sachverstäöndiger den Schaden begutachten. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mindestens 400 000 Euro.

Jens Burmester

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