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Dänischer Baumeister hübscht Bad Oldesloe auf

Bad Oldesloe Dänischer Baumeister hübscht Bad Oldesloe auf

Das historische Rathaus entstand einst nach Plänen des bedeutenden Architekten Christian Frederik Hansen - jetzt ist wieder eine umfangreiche Renovierung angesagt.

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Bad Oldesloe. Das historische Rathaus in Bad Oldesloe ist ein denkmalgeschütztes Gebäude, das von 1802 bis 1805 nach den Plänen des dänischen Architekten Christian Frederik Hansen (1756—1845) errichtet wurde. Der Vorgängerbau wurde bei dem großen Stadtbrand von 1798 vernichtet. Über den Urzustand des Hauses liegen noch Originalzeichnungen vor. Ursprünglich handelte es sich um einen eingeschossigen Bau mit Ausnahme einer Loggia, die sich über dem noch heute von Säulen getragenen Eingang befand. „Der Balkon über dem Eingang war der sogenannte Verkündigungsbalkon. Er wurde von den Ratsherren genutzt, um zu den Oldesloern zu sprechen“, sagt der ehemalige Kreisbaudirektor Burkhard von Hennigs, der sich mit der Stadtgeschichte befasst hat.

C. F. Hansen, der seit 1785 vom dänischen König als Landbaumeister in Holstein eingesetzt war und der viele Häuser an der Hamburger Elbchaussee und Palmaille sowie repräsentative Güter in Schleswig-Holstein entworfen hat, verwendete für das Oldesloer Rathaus eine klare klassizistische Formensprache, angelehnt an die Entwürfe des italienischen Baumeisters Andrea Palladio. Ursprünglich gab es nur wenige Räume: eine Ratsdiele, den jetzigen Rathaussaal, eine Parteienstube, eine Ratsstube, eine Küche und einen Stadtkassenraum. „Den gibt es auch heute noch. Er wurde mit einer Art Kreuzgewölbe versehen — das war besonders brandschutzsicher“, erklärt von Hennigs. Schließlich wurde hier das Stadtsäckel aufbewahrt.

Zunächst diente das Rathaus gleichzeitig als Stadtgericht. „Doch nach dem deutsch-dänischen Krieg mussten unter Preußen Verwaltung und Gericht räumlich getrennt werden. Deshalb wurde das Rathaus 1869 um die Beletage aufgestockt“, informiert der ehemalige Kreisbaudirektor. Im Laufe der Jahrzehnte hat das Rathaus einige Überformungen und Anbauten in der jeweils herrschenden Stilrichtung erfahren.

So wurde die Fassade zum Markt 1893 in historistischer Manier mit Stuck und einem grünen Anstrich versehen, was dem Rathaus den Namen „Laubfrosch“ einbrachte. 1905/1906 erhielt das Gebäude einen großzügigen Anbau.

Als sich der Stuck in den 1930er Jahren in Teilen abzulösen begann und Passanten gefährdete, entschied man sich für eine tiefgreifende Renovierung, mit der man den Hamburger Architekten Werner Jakstein beauftragte. „Jakstein war der erste große Hansen-Forscher in Deutschland“, sagt Hennigs. Er war besonders bemüht, die Originalpläne C. F. Hansens als Vorbild für seine Renovierung zu nehmen, obwohl es wegen der zwischenzeitlichen Umbauten nicht möglich war, den Bau der alten Form wieder völlig anzugleichen. Jakstein entstuckte die Fassade, versetzte die Fenster wieder in ihren ursprünglichen, schlichten Zustand und ersetzte die bröckelnden Sandsteinsäulen am Eingang durch Beton. 1955 wurde das Rathaus um einen nördlichen Anbau erweitert, der Ratssaal wurde vergrößert und die Eingangsstufen auf der Marktseite zurückgesetzt. 1986 entschloss sich die Stadt zu einer tiefgreifenden Renovierung. Federführend war Baurätin Gisela Drees-Schumacher. Sie ließ den nordöstlichen Anbau abbrechen und gestaltete die Fassade und die Innenräume in Anlehnung an andere Hansen-Bauten. Der Wintergarten wurde erneuert, und das Farbkonzept Grau-Blau in den Innenräumen realisiert.

Jetzt sind wieder Handwerker angerückt. Zuvor haben Restauratoren der Firma Hansen & Musil an ausgewählten Bauteilen in den Innenräumen untersucht, ob noch historische Farbreste zu finden sind. „Doch weder aus der bauzeitlichen Erstfassung noch aus der Zweitfassung im Zuge der Aufstockung liegen gesicherte Erkenntnisse vor“, lässt Architektin Frauke Busdiecker wissen. Bei der neuen Farbgestaltung habe man jedoch eng mit Denkmalschutzexperten zusammengearbeitet. „Ich bin mir sicher: Unser altes Rathaus wird richtig schön“, sagt die Projektleiterin Mandy Treetzen erfreut.

Von bma

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