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Stormarn „Das Brenner Moor ist mein Paradies“
Lokales Stormarn „Das Brenner Moor ist mein Paradies“
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18:14 12.08.2017
Der Tambourmajor von Bad Oldesloe gibt beim Vogelschießen den Takt für die Alten Kameraden an.

„Wenn ich Ruhe brauche, gehe ich ins Brenner Moor“, sagt Hans-Helmut Rohde (69). Das Oldesloer Naturschutzgebiet in seiner Nachbarschaft war schon zu Kindertagen sein Paradies. „Bad Oldesloe ist meine Heimat“, betont er. Und fügt hinzu: „Ich möchte nicht in einer Großstadt leben.“

Hans-Helmut Rohde ist Tambourmajor, Sportschütze und Marathonläufer.

Was Rohde an seiner kleinen Heimatstadt besonders gefällt: „Hier geht alles etwas beschaulicher zu.“ Es sei „schön, in die Stadt zu gehen, Bekannte zu treffen und ein bisschen zu klönen.“ Und da der Oldesloer aktiv viele Hobbys pflegt, gibt es in Stormarns Kreisstadt auch nur wenige, die Hans-Helmut Rohde nicht kennt.

Die Hobby-Liste des 69-Jährigen fängt mit der Musik an. Zu der fand er bereits als Schüler der Stadtschule im Spielmannszug einen Zugang. „Schon mit neun Jahren wurde ich Flötist“, erinnert er sich.

Wer beim Oldesloer Vogelschießen mitmusizieren wollte, „musste drei Lieder können.“ Rohde konnte. Bei anderen Kindern sorgten Korken in den Instrumenten dafür, dass beim Umzug kein falscher Ton entwich.

Bis auf eine Ausnahme war Rohde mehr als 60 Jahre lang beim Oldesloer Vogelschießen dabei. Mittlerweile als Tambourmajor bei den Alten Kameraden. „Wir sind alle ehemalige Spielleute und spielen aus Spaß an der Freude.“ Zum Beispiel bei Kindervogelschießen und Laternenumzügen in der Umgebung. „Ich spiele alle Instrumente“, ist Rohde stolz. Ob Flöte, Trommel oder Lyra. Tambourmajor an der Schule war er erstmals 1965. Weil er mit dem Stock sicher umgehen konnte, wurde er später in der Grundausbildung bei der Marine ebenfalls Stabführer. „Da brauchte ich nicht zu putzen“, nennt er den Vorteil dieses Einsatzes.

Die Kondition für seine sportlichen Ambitionen konnte er in der Marinezeit bei der Taucherausbildung auf Sylt schulen. Schon vor dem Frühstück seien sie mit Booten auf die Nordsee hinausgefahren worden und mussten zurück an Land schwimmen. Sport und Reisen waren die beiden Ziele, die der Oldesloer bei der Marine miteinander verknüpfen konnte.

„Bei der Marine bin ich durch die Welt gereist.“ Unter Nato-Flagge auf dem Zerstörer Hamburg und ganz kurz auf der Gorch Fock. „Eine wunderschöne Zeit“, schwärmt er. „Die habe ich genossen. Und sie hat mein Leben geprägt.“Auch wenn er danach in die geliebte Heimat zurückkehrte und zur kaufmännischen eine Ausbildung zum Krankenpfleger mit Zusatzausbildung OP und Intensivpflege absolvierte. „Nach der Ausbildung habe ich nie wieder auf Station gearbeitet“, erzählt er. Der Grund: „Ich wollte mit anpacken.“ Und im OP der Chirurgie wurde gebohrt, geschraubt und gefräst.

Um „den Kopf frei zu kriegen“ geht Rohde gern laufen. Und landete durch einen Zufall beim Marathon. Da er seit mehr als 40 Jahren Sportschütze bei der Bürgerschützengilde ist, zudem Fußball und Tennis spielte, ließ er sich bei einer Schützen-Wette darauf ein, beim Hamburg-Marathon mitzulaufen. „Ich bin immer schon gejoggt, aber nicht diese langen Kilometer“, erklärt der 69-Jährige. Beim ersten Mal brauchte er für die 42,195 Kilometer drei Stunden und 55 Minuten. Rohde: „Es hat einfach Spaß gemacht. Er läuft seitdem bis auf krankheits- und verletzungsbedingte Pausen regelmäßig Marathon in Hamburg und Berlin, war vor zwei Jahren in Hamburg sogar beim Triathlon dabei. Als er beim Einlauf vor dem Rathaus mit seinem Namen und Wohnort begrüßt wurde „das war toll“, begeistert der Oldesloer sich. Sein Ziel für nächstes Jahr sind Marathonläufe in Hamburg und Berlin. Dann ist er im 70. Lebensjahr – „gefühlt im 45.“, unterstreicht er lächelnd.

Wenn der Oldesloer nicht unterwegs ist, fühlt er sich im Garten und in dem massiven Gartenhaus am wohlsten. Rohde weiß: „Ich bin morgens um 5 Uhr der erste in der Straße, der auf ist. Wenn die Natur gerade wach wird, ist der Tag am schönsten .“

Als weiteres Hobby kamen vor einigen Jahren die Holzarbeiten dazu, die er vorigen November erstmals beim Feuerwehrbasar öffentlich präsentierte. Durch Kurse bei Tischlermeistern und Drechsler-Stammtische erlernte der Oldesloer den Umgang mit der Drechselmaschine. Seitdem kann er „totes Holz wieder zum Leben erwecken“. Bevorzugt verarbeitet er heimische Hölzer zu Schalen, Kugelschreibern oder Schlüsselanhängern. „Es macht Spaß, wenn die Leute sich freuen.“ Das tun sie, wenn er Nachbarn aus dem Holz des gefällten Apfelbaumes aus ihrem Garten eine Obstschale in einer seiner mittlerweile drei Werkstätten fertigt. Die Drechselstube ist zu einem weiteren Rückzugsort geworden, wenn Rohde nicht gerade in seinem Paradies Brenner Moor unterwegs ist.

Meine Lieblingsorte

Naturschutzgebiet Brenner Moor: In der Heimstraße ist Hans- Helmut Rohde großgeworden. Der Müllberg, auf dem es früher häufig mal brannte, ist mittlerweile begrünt. Und dort, wo jetzt Häuser stehen, haben sich früher die Nachbarjungs gedrängelt, um die einstigen Felder mit dem Trecker zu pflügen oder mit dem Schimmel des Bauern zu eggen. An der Grünen Brücke haben die Oldesloer Kinder damals noch gebadet.

Drechselstube: Hans-Helmut Rohde hat mittlerweile drei Werkstätten. Zum Drechseln mit Maschinen in unterschiedlichen Größen, zum Sägen und Hobeln.

Gartenhaus: Sein Garten bedeutet Freiheit für ihn. Und das massive Häuschen im Grünen lässt sich sogar beheizen.

Susanna Fofana

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