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Stormarn Das Finanzamt Stormarn hat einen neuen Vorsteher
Lokales Stormarn Das Finanzamt Stormarn hat einen neuen Vorsteher
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20:29 20.06.2016
Blumen zum Abschied der scheidenden Finanzamt-Vorsteherin, die Regierungsdirektorin Sabine Bartels (l.), und für ihren Nachfolger Dr. Felix Wachenfeld. Ministerin Monika Heinold nutzte den Termin zur Kritik am Bundesentwurf gegen Steuerbetrug durch Kassenmanipulation. Quelle: Fotos: Ukk

Der 1. August 2013 war ein heißer Tag. Es war der erste Arbeitstag von Regierungsdirektorin Sabine Bartels im Finanzamt Stormarn – und in der Behörde war das Wasser abgestellt worden. „So dass ich bei der benachbarten Polizei um Amtshilfe bitten musste“, berichtete die jetzt nach Segeberg wechselnde Chefin gestern am Berliner Ring. Nur knapp drei Jahre leitete sie die Behörde in Stormarn. „Nichts ist so beständig wie der Wandel“, erklärte Sabine Bartels in ihrer Abschiedsrede.

„Unsere Sorgen sind ganz ähnliche, wie das Finanzamt sie hat.“Peter Zimmert, Steuerberater-Kammer

Mit mehrfachem und langanhaltendem Applaus bescheinigten die Mitarbeiter der Frau an ihrer Spitze allen Respekt und höchste Anerkennung in Anwesenheit von Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Die Oldesloer Personalratsvorsitzende Anneli Westphal betonte das Engagement, die Offenheit der scheidenden Chefin und ihre Akzeptanz gegenüber den Mitarbeitern. Ein Verhalten, das auf Gegenseitigkeit beruhte. Denn sie habe sich immer gut unterstützt gefühlt von allen in komplizierten Fragen, vom Hausmeister bis zur Poststelle. „Schon deswegen kann dieses Finanzamt eine ordentliche Leistungsbilanz vorlegen.“ Sei es bei der Neuschneidung von Dienststellen, bei der Umstellung von Steuernummern. „Trotz der Personalausstattung, trotz neuer Technik und zunehmender Komplexität leisten sie gute Arbeit“, lobte Sabine Bartels die Belegschaft am Berliner Ring.

Mit ihrem Nachfolger Dr. Felix Wachenfeld sei das Finanzamt Stormarn gleichwohl weiterhin in besten Händen“, zeigte sich die Ministerin überzeugt. Von 1992 bis 1997 war der jetzt aus der Lübecker Behörde kommende neue Vorsteher bereits In Bad Oldesloe tätig gewesen. Inzwischen, sagte die Ministerin, habe sich dort einiges verändert. „Nicht nur die Bilder auf den Fluren des Amtes“, an deren Auswahl seine Vorgängerin mitgewirkt habe. Wachenfeld sei ein engagierter, besonnener Mensch, „der bei Entscheidungen den Blick auf das Ganze behält. Er habe sein Wissen in verschiedene Arbeitsgemeinschaften eingebracht, unter anderem in solche, die sich mit körperlicher und psychischer Gesundheit beschäftigten.

Der Nachfolger selber erläuterte den Zuhörern seine Vorstellungen von der Arbeitsweise eines heutigen Finanzamtes. Er rechne als Teil der Exekutiven nicht mit einer Vereinfachung des Steuerrechtes.

„Aber wir müssen alles daran setzen, den Gesetzesauftrag zu erfüllen. Neben „dem wirtschaftlichen Resourceneinsatz“ sehe er seine Aufgabe auch darin, zufriedene Mitarbeiter für eine „optimale Aufgabenerledigung“ zu haben – und Bürgerzufriedenheit, obwohl der Auftrag der Behörde „nicht immer Zufriedenheit auslöst“. Wobei, wie Peter Zimmert von Schleswig-Holsteins Steuerberater-Kammer betonte, ähnliche Sorgen wie die Behörde habe. Und die ist bisweilen selber nicht zufrieden mit den Vorgaben, die sie bekommt.

Ministerin Heinold nutzte den Abschied und die Begrüßung seiner Führungskräfte in Bad Oldesloe zur Kritik an dem vom Bundesfinanzministerium vorgelegten Entwurf für gesetzliche Maßnahmen gegen Steuerbetrug durch Kassenmanipulationen.

„Der Einsatz Schleswig-Holsteins für eine strengere Regelung in diesem Bereich scheint damit erste Früchte zu tragen“, sagte Monika Heinold. Dennoch erfülle der Entwurf nicht die Anforderungen Schleswig-Holsteins, weil das Bundesministerium auf eine Vielzahl unterschiedlicher Lösungen setze, deren Prüfung nur „unter erheblichem Aufwand“ möglich sei. Stattdessen plädierte sie für ein einheitliches Verfahren zur Kassenprüfung. „Dass eventuell ganze Kassen nicht in die Buchführung eingehen und Geschäfte an der Kasse vorbei möglich sind, wird vom Bundesministerium nicht erfasst.“

Das bedeute weiterhin das Risiko von Steuerausfällen.

Uwe Krog

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