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Stormarn Das KuB steht jetzt unter Schutz
Lokales Stormarn Das KuB steht jetzt unter Schutz
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19:12 07.12.2017
Voraussichtlich bis zum Jahresende sorgt ein privates Wachschutzunternehmen aus Lübeck im KuB für Ordnung und Sicherheit.
Bad Oldesloe

Der städtische Angestellte hatte versucht, eine Gruppe laut lamentierender Jugendlicher am Eingang zu mäßigen, weil sie den Betrieb in der Bildungsstätte störten. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, kamen die Störenfriede der Aufforderung jedoch nicht nach. Stattdessen löste sich einer aus der Gruppe, baute sich vor dem Hausmeister auf und schlug ihm heftig auf die rechte Hand. Dem Verletzten kamen gleich andere Angestellte im Haus zu Hilfe und alarmierten die Polizei. Der Hausmeister musste sich in die Notaufnahme des Krankenhauses begeben.

Ein ungewöhnlicher Anblick: Ein privates Wachschutzunternehmen sorgt derzeit abends im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum für Sicherheit und Ordnung. Anlass dafür ist der gewalttätige Angriff eines Jugendlichen auf einen der Hausmeister des KuBs.

„Uns liegt jetzt eine Anzeige wegen Körperverletzung, Beleidigung und Hausfriedensbruch vor“, sagte Polizeisprecherin Sandra Kilian. Angaben, nach denen der Heranwachsende beim Angriff eine Art Schlagstock benutzt hat, konnte sie nicht bestätigen. Die Clique habe sich aus dem Gebäude entfernt. Als die Beamten die Jugendlichen kontrolliert hätten, sei keine Waffe dieser Art gefunden worden.

Dieses Detail sei aber nicht unerheblich bei der Bewertung der Tat, sagt Bürgermeister Jörg Lembke, der den Verletzten am Abend des Geschehens noch in der Notaufnahme besucht hatte. An der Frage, ob eine Waffe zum Einsatz kam oder nicht, entscheide sich, ob es sich um eine einfache oder eine gefährliche Körperverletzung handele. Er selbst könne nur so viel sagen, dass der Hausmeister den Aufprall als sehr hart beschrieben habe. „Nach seiner subjektiven Wahrnehmung hätte ein einfacher Faustschlag nicht zu so einer solch schweren Verletzung führen können“, sagte Lembke. Derzeit stehe noch in Frage, ob der Schlag sogar den Bruch des Handwurzelknochens zur Folge hatte.

Zwei Maßnahmen hat das Stadtoberhaupt zunächst ergriffen, um Vorfälle wie diesen zu unterbinden. Um Ruhe ins Haus zu bringen, ist die WLan-Verbindung zeitlich eingeschränkt worden. Die Möglichkeit gratis zu surfen hatte besagte Jugendgruppe ins Foyer gelockt. Ein privater Wachschutz zeigt nun an den Öffnungstagen zwischen 17 und 22.30 Uhr im Foyer des KuBs Präsenz. „ Unsere Mitarbeiter sollen sich sicher fühlen, nicht nur die Hausmeister, sondern auch alle Angestellten aus dem Kulturbereich, der Stadtinfo und der Volkshochschule und natürlich die Besucher“, sagte Lembke.

„Schließlich soll das KuB auch in Zukunft ein offenes Haus für alle bleiben – immer vorausgesetzt, die Regeln werden eingehalten.“

Damit spricht er Kulturmanagerin Inken Kautter aus dem Herzen. „Es wäre schade, wenn durch das Fehlverhalten Einzelner die Möglichkeiten aller anderen eingeschränkt würden“, sagte sie. Immerhin erweise sich das Konzept des Hauses, Besuchern mit ganz unterschiedlichen Neigungen einen Treffpunkt zu bieten, als sehr erfolgreich. „Bei diesen ganzen Überlegungen dürfen wir aber auch nicht unseren großartigen Hausmeister vergessen, der immer toll auf die Jugendlichen zugeht. Da hat es absolut den Falschen erwischt“, fügte Kautter hinzu.

Dank des Wachschutzes fühlten sich derzeit aber alle sehr sicher. Doch müsse auch an die Zeit gedacht werden, wenn das Unternehmen wieder abziehe. Dass einige Jugendgruppen den Kurs-Betrieb im KuB durch lautstarkes Lärmen gestört hätten, sei überdies kein neues Phänomen. Wobei zu beachten sei, dass sich ein solches Verhalten nicht allein aufs KuB beschränke. Insofern müsse die Stadt auch in anderer Hinsicht reagieren und versuchen, ein „friedliches Beieinander“ zu organisieren. Darum werde sich künftig die aufsuchende Jugendarbeit kümmern.

„Die Sache wird insgesamt zu hochgespielt. Wichtig ist, dass die Stadt mehr für Jugendliche tun muss“, bewertet die Oldesloerin Barbara Niemeier die Lage. Sie besucht gern Konzerte im KuB. Das Jugendzentrum Juze schließe bereits um 18 Uhr und darüber hinaus gebe es für Heranwachsende keinen Treffpunkt, wo sie Musik hören und sich beschäftigen könnten. Deshalb sei es kein Wunder, dass sich Cliquen draußen oder im KuB versammeln.

Von Dorothea von Dahlen

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