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Stormarn Das Vogelparadies in Bargteheide
Lokales Stormarn Das Vogelparadies in Bargteheide
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21:13 19.04.2016
Nils Untiedt aus Bargteheide teilt seinen Garten mit rund 100 verschiedenen Geflügeltieren.

Wenn man durch die Gartenpforte von Nils Untiedt und Jacques Jouis in Bargteheide tritt, steht man in einem kleinen Paradies. Auch hier schweben gefiederte Wesen, aber es sind keine Engel, sondern rund 100 Vögel aller Arten und Farben, die mit ihrem Gezwitscher, Krähen und Kollern Leben in das Grün bringen. Wasser plätschert in einen Teich, auf dessen Holzsteg sich eine Mandarin-Ente sonnt, eine schneeweiße Taube flattert auf eine schneeweiße Skulptur, Puten schreiten mit gespreizten Schwanzfedern über den Rasen, und in einer Voliere tummeln sich Kanarienvögel von Gelb bis Orange.

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Nils Untiedt darf rund 100 Tiere dürfen aufgrund einer Sonderregel im Wohngebiet halten.

„Anfangs gab es Probleme mit den Nachbarn. Einer hat mich auch mal verklagt, aber zum Glück hat sich die Lage inzwischen beruhigt.“ Nils Untiedt, Bargteheide

„Als ich 1999 eingezogen bin, war das hier alles Gemüsegarten“, zeigt Untiedt mit einer ausholenden Handbewegung auf den Park. Er und sein Partner haben daraus ein Idyll in der Stadt gemacht, in dem es von Frühjahr bis Herbst blüht, wo geschnittene Buchsbäume und Pflanzen, die aussehen wie Palmen ohne Stamm, nebst allerlei Steinskulpturen an Italien erinnern und Hähnchenkrähen den Straßenlärm übertönt. „Tiere werden schon seit 100 Jahren hier gehalten“, erzählt der Bargteheider, „deshalb haben sie Bestandsschutz, auch wenn hier mittlerweile ein Wohngebiet entstanden ist. Ich habe immer weiter Geflügel gehalten.“

Alles reinrassige Tiere: Puten, Hühner, Fasane, Tauben, Enten, Gänse, Kanarienvögel und Perlhühner teilen sich 2700 Quadratmeter Grundstück mit den Eigentümern. „Wir halten die Vögel paarweise“, erläutert Untiedt, während neben ihm eine unscheinbare Henne versucht, ihre vier Küken in einem Sandloch zu verstecken. „In der Balzzeit sind die Tiere besonders prächtig.“ In der Tat verbeugt sich ein kollernder Truthahn mit gespreizten Schwanzfedern vor einer Putendame, und Gold-, Silber- und Diamantfasan machen ihren Namen alle Ehre. „Wir verwerten die Hühnereier“, so Untiedt, „und wenn es zu viele Vögel werden, verkaufen wir sie oder tauschen sie bei der Rassegeflügelschau.“ Auch manche Verluste müssen ausgeglichen werden, wenn Habicht oder Marder in den Garten gelangen.

„Anfangs gab es Probleme mit den Nachbarn“, sagt Untiedt, „einer hat mich auch mal verklagt, aber zum Glück hat sich die Lage inzwischen beruhigt.“ Die lauten Hähne lässt Untiedt nun bis 7.30 Uhr im Stall, damit sie den Schnabel halten. Für die meisten Anlieger ist der Garten der Bargteheider eine große Freude. „Wir haben gegenüber einen Kindergarten und eine Grundschule, und 200 Meter weiter liegt ein Seniorenheim“, so Untiedt. „Da steht immer jemand am Zaun und sieht den Vögeln zu. Viele Kinder kennen die Vogelarten gar nicht mehr.“

Über den Zaun geguckt haben auch die Mitglieder vom Verschönerungsverein Bargteheide, die einmal im Jahr den schönsten Vorgarten der Stadt prämieren. Im November war Preisverleihung, und die Sieger sind Nils Untiedt und Jacques Jouis. Gerade bauen sie eine neue Voliere für die Fasane, und wenn man die Pforte beim Gehen hinter sich schließt, piept es: In die zwei Terrakotta-Amphoren am Gartenzaun sind Meisen eingezogen.

Von Bettina Albrod

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