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Das frühe Glück mit dem zarten Gemüse

Hamberge Das frühe Glück mit dem zarten Gemüse

Die Spargelernte auf dem Hof Beeck in Hamberge läuft in diesem Jahr sehr zeitig an. „Es ist wieder sehr zart und wohlschmeckend“, sagt Spargelbauer Matthias Beeck.

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Gregorsz Kieltyka setzt eine Maschine beim Anheben der Folien ein. Doch die Stargelstangen müssen weiterhin per Hand gestochen werden.

Quelle: Fotos: M. Thormählen

Hamberge. Diese Saison wird sicherlich lange in Erinnerung bleiben. „Wir haben noch nie so früh mit der Spargelernte begonnen wie in diesem Jahr“, sagt Matthias Beeck, Chef des gleichnamigen Spargelhofes in Hamberge. Doch auch das Gemüse, das in diesen Tagen von den Feldern kommt, besitze eine hohe Qualität.

 

LN-Bild

Spargel im Verkauf: Wiebke Beeck im Hofladen.

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Mit der Qualität zufrieden: Matthias Beeck.

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Spargel ist ein Lebenselixier für den Feinschmecker ebenso wie für den Erzeuger. Der 45-jährige Matthias Beeck ist mit dem Gemüse auf dem elterlichen Hof groß geworden: „Und es ist immer noch mein Lieblingsessen.“ Doch bevor auch auf dem heimischen Esstisch das helle Gemüse genossen werden, muss viel Arbeit in die Ernte gesteckt werden.

Selbst in einer technisierten und digitalisierten Welt wird auf den rund 20 Hektar nur mit der Hand geerntet. Die Erntehelfer müssen Stange für Stange aus den riesigen Dämmen stechen. „Da muss man vorher üben“, sagt Matthias Beeck. Warum der Spargel in diesem Jahr bereits so frühzeitig die ersten Köpfe aus dem Boden streckte, liegt vermutlich am Wetter: „Wir müssen immer hoffen, dass die Witterung mitspielt.“

Im Winter brauchen die Pflanzen durchaus Kälte – frostige Temperaturen können ihnen sogar gut tun. Im Frühjahr könne das Wachstum dann förmlich explodieren. „Der Spargel wächst bei Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad“, erläutert Matthias Beeck. Offensichtlich hätten die hohen Temperaturen vor einigen Tagen für einen sehr frühen Erntebeginn gesorgt: „Wir haben um den 6. April herum den ersten Spargel geerntet – deutlich früher als im vergangenen Jahr.“

Über den rund 45 Zentimeter hohen Dämmen liegen Folien – die schwarzen sollen die Wärme speichern, die weißen die Sonneneinstrahlung reflektieren. Nur wenn dank der Tunnelanlagen ein optimaler Effekt erzielt wird, kann auch Erntehelferin Malgarzata Wowniak viel stechen. Die junge Polin hebt die Folie von der Oberseite der Dämme, um das Gemüse auszugraben. Gestochen wird eigentlich immer nur die Stange, deren Kopf keck herausschaut. „Wenn allerdings eine direkt daneben steht, dann nehmen wir die auch mit“, sagt Matthias Beeck.

Erntehelfer Gregorsz Kieltyka setzt eine „Spargelspinne“ bei seiner Arbeit ein. Das Gerät hebt auf einer Distanz von rund zwei Metern die Plastikfolien an und legt sie wieder zurück – ganz automatisch. Doch auch von Gregorsz Kieltyka muss jede Stange per Hand gestochen werden. „Das ist eine schwere Arbeit. Wir bezahlen den Mindestlohn und dazu gibt es Zulagen“, erläutert derBetriebsleiter. Er legt Wert auf ein gutes Klima innerhalb des Teams, dem in Spitzenzeiten bis zu 30 polnische Erntehelfer angehören. Dazu kommen noch einmal rund 50 Mitarbeiter für Transport und Verkauf.

Nach dem Stechen wird das junge Gemüse auf dem Hamberger Betriebshof angeliefert. Es durchläuft eine Waschanlage und wird in die richtige Länge gebracht. „Vom Feld kommt der Spargel, wenn er etwa 27 Zentimeter lang ist. Wir schneiden ihn auf 21 bis 22 Zentimetern Verkaufsmaß zurecht“, erklärt Matthias Beeck. Das sei jedenfalls die Größe, die der Verbraucher schätzt.

In der Halle kommt mittlerweile moderne Technik zum Einsatz. „Jede einzelne Stange wird fotografiert und dann vom Computer in unterschiedliche Klassen einsortiert“, erläutert der Hofchef. Acht verschiedene Klassen präsentiert der Anbieter – es geht um Größe und Aussehen und um den Preis. In der besten Kategorie kostet ein Kilo derzeit 11,90 Euro sowie 8,90 Euro in der günstigsten. „Die Preise werden sicherlich während der Hauptsaison noch nach unten gehen, weil dann das Angebot größer ist“, lautet die Prognose. Rund 70 Prozent werden direkt vermarktet. Mit dem kleineren Teil werden Wiederverkäufer und Gastronomen beliefert.

Matthias Beeck fürchtet keine Importe: „Spargel ist vor allem als regionales Produkt beliebt. Es kommt morgens vorm Feld und ist mittags auf dem Tisch. Das kann keine Ware aus dem Ausland leisten.“

Angebaut werden auf dem Familienbetrieb zwei unterschiedliche Sorten – eine, die früher reift, und eine, die geerntet werden kann. Dabei spielt das Folienmanagement eine entscheidende Rolle. „Es wird kritisiert, dass die Felder nicht schön aussehen. Aber dank der Folien halten wir das Sonnenlicht fern und verhindern das Wachstum von Unkraut. Deshalb brauchen wir dafür keine Mittel einzusetzen“, so Matthias Beeck.

Doch auch wärmespeichernde oder hitzeabweisende Folien können nicht verhindern, dass in diesem Jahr wieder zu Johanni – also am 24. Juni – die Spargelernte zu Ende gehen wird. „Und bis dahin sollte jeder so viel Spargel essen, wie er mag“, rät Matthias Beeck.

Gesund und schmackhaft

Spargel ist eine Pflanzengattung in der Familie der Spargelgewächse. Es gibt Arten und Kulturformen, die als Zierpflanzen verwendet werden. Die wirtschaftlich wichtigste Art ist der Gemüsespargel. Er gilt als wichtiges Lebensmittel, um auch Verstopfung zu lindern. Er kann außerdem bei Gallen- und Leberleiden helfen sowie bei Diabetes oder Problemen mit der Blase.

Traditionell wird das Gemüse mit Schinken und Kartoffeln sowie einer schmackhaften Sauce gereicht. Seltener ist die Zubereitung von kleinen Spargelköpfchen in einer Pfanne gebraten und mit etwas Puderzucker karamellisiert. Darunter können dann in Ringe geschnittene Lauchzwiebeln gehoben werden. Und das kann mit Rührei serviert werden.

 Michael Thormählen

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