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Das große Aufräumen hat begonnen

Oststeinbek Das große Aufräumen hat begonnen

Für Stormarn sitzen sieben Abgeordnete im neuen Bundestag. CDU spekuliert über Schwarz-Grün.

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Ab in den Kofferraum: Philipp Rösler wird nicht mehr gebraucht. Anita Klahn sammelte gestern in Bad Oldesloe die Wahlplakate der FDP ein.

Quelle: Foto: Carstens

Oststeinbek. Die Dreiteilung des Kreises Stormarn bei der Bundestagswahl ist Segen und Fluch zugleich: Auf der einen Seite vertreten gleich sieben Abgeordnete künftig die Interessen des Kreises in Berlin, auf der anderen Seite ist mit Franz Thönnes (SPD) aus Ammersbek jedoch nur ein echter Stormarner dabei. Die Direktmandate gingen wie bereits berichtet erneut an die CDU-Kandidaten Ingo Gädechens (Ostholstein/Stormarn-Nord), Gero Storjohann (Segeberg/Stormarn-Mitte) und Norbert Brackmann (Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd). Über die Landeslisten zogen zudem auch der Grüne Konstantin von Notz sowie Bettina Hagedorn, Thönnes und auch Nina Scheer ein. Für Letztere stand dies erst spät in der Nacht fest.

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Holger Orlowski, IT-Experte der Stadt Bad Oldesloe, bot Infos per Live-Stream und Beamer.

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Besonders über den Einzug von Thönnes und Brackmann freute sich Landrat Klaus Plöger. Mit beiden pflege der Kreis eine gute und rege Zusammenarbeit. Mit den anderen Abgeordneten habe man nur sporadisch zu tun.

Der große Wahlverlierer war auch in Stormarn die FDP. Die Liberalen lagen zwar über dem Bundesergebnis bei knapp sechs Prozent, mussten aber trotzdem eine schallende Ohrfeige seitens der Wähler einstecken. „Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend, der Frust sitzt tief. Wir müssen die eigene Arbeit überdenken“, sagte gestern die Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Anita Klahn, während sie in Bad Oldesloe die Wahlplakate einsammelte. „Von unserer Arbeit ist offenbar nichts rübergekommen.“ Und die Fehler, die die Koalition gemeinsam gemacht habe, seien nur der FDP angelastet worden.

Künftig müsse die Partei wieder verstärkt ihre wirtschaftliche Kompetenz in den Vordergrund stellen und zeigen, dass es eben nicht ohne die FDP gehe. Und das kann sich Klahn nach eigener Aussage gut mit Wolfgang Kubicki an der Bundesspitze vorstellen.

Enttäuschung herrschte auch beim Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD). Während sie in Stormarn leicht über fünf Prozent lag, verpasste sie den Einzug in den Bundestag. „Wir haben den Demoskopen nicht geglaubt und hatten mit mehr gerechnet“, sagte gestern Harald Redemann aus Großhansdorf. „Aber wir lassen uns nicht entmutigen und wollen auf dem Ergebnis für die Europawahl aufbauen.“ Insgesamt könne man schon stolz darauf sein, nach nur fünf Monaten ein solches Ergebnis zu erzielen, so Redemann.

Von Stolz will der Fraktionschef der SPD im Kreistag, Reinhard Mendel, nicht reden. „Wir sind natürlich enttäuscht, wir hätten uns mehr erwartet und haben das Ziel Rot-Grün nicht erreicht.“

Gleichzeitig verwies der Stormarner Politiker aber auch darauf, dass die SPD im Kreis deutlich höhere Zuwächse hat als auf Bundesebene. „Man kann Frau Merkel gratulieren, aber die Mehrheit der Wähler ist auf der anderen Seite. Es teilt sich nur anders auf“, so Mendel.

Große Freude dagegen bei Horst Möller, Fraktionschef der CDU in der Bad Oldesloer Stadtverordnetenversammlung. Mit einem Ergebnis von 41,5 Prozent „muss man jetzt abwarten. Ich würde aber von einer Großen Koalition ausgehen wollen“. Es sei denn, bei den Grünen, gerade auf Vorstandsebene, würde sich eine Menge tun, dann „wäre auch das eine Option“.

Der Reinfelder CDU-Ortsverbandsvorsitzende Lorenz Hartwig hatte zwar mit einem Sieg seiner Partei gerechnet, „aber nicht mit einem so deutlichen“. Dass die Liberalen nun nicht in den Bundestag einziehen, sei bedauerlich. Hartwig hält es für gut möglich, dass es nun eine Große Koalition mit den Sozialdemokraten geben wird.

Sein Parteifreund Hans-Peter Lippardt hingegen würde es als „positiv empfinden“, wenn sich die Christdemokraten „intellektuell den Grünen“ annäherten und mit ihnen koalierten. Unter der Voraussetzung, dass eine Politikerin wie etwa Katrin Göring-Eckardt das Sagen bei der grünen Partei habe.

Die Zufriedenheit der Christdemokraten kann Gerd Herrmann (SPD), Lippardts Nachfolger als Bürgervorsteher in Reinfeld, naturgemäß nicht teilen. Er sei, sagt Herrmann, vom Wahlergebnis enttäuscht.

Allerdings wisse er nicht so genau, woher die SPD ihren Optimismus vor dieser Wahl genommen habe. Seine Partei sei eben „immer noch berührt von so fundamentalen Entwicklungen wie etwa die Agenda 2010“. Gegen einen Kandidaten wie Peer Steinbrück habe er nie etwas einzuwenden gehabt. „Mir sind kantige Typen lieber“.

Wahleinspruch in Oststeinbek abgelehnt
Der Wahlprüfungsausschuss der Gemeinde Oststeinbek empfiehlt, den Einspruch gegen die Gültigkeit der Gemeindewahl im Mai zurückzuweisen und die Wahl für gültig zu erklären. Drei Bürger hatten die Gültigkeit angefochten. Zur Wahl des CDU-Vorstandes sei nicht ordnungsgemäß eingeladen worden. Weiter sei auf der Mitgliederversammlung ein Kandidat gewählt worden, der später in der Wahlliste nicht mehr auftauchte. Schließlich seien auf den Wahllisten falsche Berufsangaben gemacht oder Berufe angegeben worden, obwohl die Kandidaten im Ruhestand sind.

Nach Prüfung ist der Gemeindewahlausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass die Wahl gültig ist. „Die Gemeindevertreter werden über den Wahleinspruch befinden“, erklärt Oststeinbeks Wahlleiterin Britta Braune. „Unsere Empfehlung ist, den Einspruch zurückzuweisen.“ ba

Vorstand „vertüdelte“ sich
„Hut ab vor unseren Helfern“, dankte der Leiter des Bad Oldesloer Hauptamtes, Malte Schaarmann, allen, die bei der Bundestagswahl aktiv waren. „Die hatten einen harten Job.“ In den Wahlbezirken sei fast alles reibungslos gelaufen. Lediglich ein Briefwahlvorstand „hat sich vertüdelt“. Das führte zu leichten Verzögerungen. „Aber die hatten auch viele Stimmen zu zählen.“ Die Verwaltung hat daraus gelernt: Nächstes Mal soll mit drei Briefwahlvorständen gearbeitet werden.

mc, kks, ukk

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