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Stormarn Das ist Reinfelds neue Stadtvertretung
Lokales Stormarn Das ist Reinfelds neue Stadtvertretung
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20:28 14.06.2018
Sie werden in den nächsten fünf Jahren die Geschicke der Stadt Reinfeld lenken: die neuen Stadtverordneten mit Bürgermeister Gerd Herrmann. Waren es in der vergangenen Wahlperiode noch 19 Vertreter, sind es wegen Überhangmandaten jetzt 23 Stadtverordnete. Quelle: Fotos: Matzen
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Reinfeld

Große Runde bei der konstituierenden Sitzung der Reinfelder Stadtverordneten am Mittwochabend in der Pausenhalle der Matthias-Claudius-Schule: 24 Delegierte waren um den Sitzungstisch versammelt, 23 Stadtvertreter sowie Bürgermeister Heiko Gerstmann. „So viele waren es ja noch nie“, staunten die Zuschauer. Wegen Überhangmandaten war die Anzahl der Stadtverordneten von 19 auf 23 gestiegen.

Startschuss für die neuen Reinfelder Stadtverordneten. Am Mittwoch kamen sie zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Überraschung: Gerd Herrmann (SPD) wurde als Bürgervorsteher wiedergewählt. Die CDU als stärkste Fraktion verzichtete auf ihr Vorschlagsrecht.

Zunächst wurden die ausscheidenden Stadtverordneten verabschiedet: zuerst Ines Knoop-Hille (Grüne), die eine Periode als Stadtverordnete mitgemacht hatte. „Da sie das Ehrenamt getauscht hat gegen eine hauptberufliche Tätigkeit für die Stadt Reinfeld, kann sie das erste Amt wegen einer Interessenkollision nicht mehr wahrnehmen. Wir müssen dich leider rausschmeißen, Ines“, meinte Bürgervorsteher Gerd Herrmann salopp und erntete damit Applaus und Gelächter. Weiter wurden verabschiedet: Norbert Hintze (SPD) und Walter Engel (WIR), der nach 20 Jahren aufhört. „20 Jahre sind eine sehr lange Zeit. Er hat die WIR maßgeblich geprägt und viele Projekte vorangebracht in der Stadt“, ehrte Heiko Gerstmann den scheidenden Politiker in seiner Laudatio. Ebenfalls nicht mehr als Stadtverordnete vertreten sind Petra Gehrke (SPD) und Wolfgang Raddatz (CDU).

Eine große Überraschung gab es beim nächsten Tagesordnungspunkt: Wahl und Verpflichtung des Bürgervorstehers. „Die SPD-Fraktion schlägt Gerd Herrmann als Bürgervorsteher vor. Die CDU hat uns mitgeteilt, dass sie auf ihr Vorschlagsrecht, das ihr als stärkste Fraktion traditionsgemäß zusteht, verzichtet“, erklärte RolfJürgen Hanf (SPD). Weitere Vorschläge gab es nicht.

Daraufhin übernahm Ewald Eden (CDU) als zweitältestes Mitglied die Leitung der Versammlung, um über den SPD-Vorschlag abstimmen zu lassen. Alle Delegierten hoben für Gerd Herrmann die Hand. „Das ist einstimmig“, so Ewald unter großem Applaus. „Vielen Dank. Ich weiß dieses Ergebnis zu würdigen. Ich finde es wirklich nicht selbstverständlich, dass eine Stadtverordnetenversammlung unisono zu einem solchen Ergebnis kommt“, bedankte sich Herrmann.

Er habe in der Vergangenheit kein Parteischild vor sich hergetragen, das werde er auch in Zukunft nicht tun. „Ich hoffe, dass das zur allgemeinen Verständigung beitragen wird.“ Auch für Bürgernähe will sich Herrmann in seiner zweiten Amtsperiode einsetzen. „Ich werde weiterhin freitags auf dem Marktplatz präsent sein“, versprach der neue, alte Bürgervorsteher. Anfangs sei es mehr ein Gag gewesen, doch er habe festgestellt, dass es sich dort gelegentlich sogar zu einem kleinen Stammtisch entwickelt habe. „Die Leute sind gezielt dahin gekommen, um Kaffee zu trinken, das eine oder andere Wort miteinander auszutauschen. Es ist eine bessere Form, als wenn man sich an einem Freitagvormittag in ein Rathausbüro setzt und darauf wartet, dass jemand an die Tür klopft“, so der frisch nominierte Vorsitzende. Vorgenommen habe er sich zudem, künftig das Instrument Einwohnerversammlung für Themen, die eine größere Zahl von Bürgern beträfen, aktiv zu nutzen.

Anschließend wurden alle neuen Stadtverordneten verpflichtet und offiziell ins Amt eingeführt. Zu Beginn der neuen Amtsperiode wurde zudem über eine neue Ausschussstruktur abgestimmt: Der bisherige Haupt- und Finanzausschuss wird künftig in zwei eigenständige Ausschüsse aufgeteilt.

Auch die neuen Besetzungen der Ausschüsse wurden Mittwochabend festgelegt. Der neue Vorsitzende im Hauptausschuss ist Geert Karnick von den Grünen, Stellvertreter ist Matthias Münster-Nauruhn (Grüne); Finanzausschuss: Vorsitzender Lev Roden (CDU), Stellvertreter René Krolow (CDU); Bauausschuss: Vorsitzender Lorenz Hartwig (CDU), Stellvertreter Ewald Eden (CDU); Bildungsausschuss:

Vorsitzende Dr. Monika Poppe (SPD), Stellvertreter Markus Rodemann (SPD); Sozialausschuss: Manfred Schönbohm (WIR), Stellvertreter Karsten Leu (WIR); Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr: Vorsitzender Stefan Weber (SPD), Stellvertreter Gerd Herrmann (SPD); Schulleiterwahlausschuss: Vorsitz kraft Amtes Bürgermeister Heiko Gerstmann, zweiter Vorsitzender Torsten Fuhr (CDU).

Neue Betreuungsgruppe für MCS

Eine weitere Gruppe für die Betreute Grundschule der Matthias- Claudius-Schule soll zum neuen Schuljahr eingerichtet werden. Diese soll befristet für ein Jahr erprobt werden mit einer Betreuungszeit bis 17 Uhr. Die Kostendeckung soll über Elternbeiträge erfolgen. Das beschloss die Stadtverordnetenversammlung – jedoch ohne die Zustimmung der WIR-Fraktion. „Wir werden nicht zustimmen, weil wir nicht glauben, dass eine Betreuung von morgens um 7 bis nachmittags 17 Uhr bei so kleinen Kindern pädagogisch vertretbar ist. Wir sind zweitens dagegen, weil wir glauben, dass die Grundschule die Rahmenbedingungen, die dafür nötig sind, nicht erfüllt“, so Manfred Schönbohm. Man müsse neues Personal einstellen, da die Betreuer jetzt schon überfordert seien, so der WIR-Politiker.

Britta Matzen

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