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Stormarn Das kulinarische Klassenzimmer in Hammoor
Lokales Stormarn Das kulinarische Klassenzimmer in Hammoor
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20:20 24.01.2017

Wo einst fleißig gepaukt wurde, wird heute gefeiert, getanzt und vor allem gespeist: 200 Jahre lang war das Gebäude die Dorfschule in Hammoor. Heute befindet sich darin das Restaurant „Klassenzimmer“ – ein Landgasthof als Dreh- und Angelpunkt im Dorf.

Nicht nur sein Name zeugt von der früheren Dorfschule. Alte Klassenfotos, eine originale, etwa 100 Jahre alte Schulbank, Schreibhefte und ein alter Ofen namens Kochhexe zieren das Lokal, dass über einen A-la-Carte-Bereich und einen großen Feiersaal verfügt. Insgesamt bietet das Haus 200 Sitzplätze und eine Außenterrasse. Für besondere Anlässe wie Konfirmationen oder Tagungen steht das Lehrerzimmer im Dachgeschoss zur Verfügung.

Geleitet wird das „Klassenzimmer“ von Björn Stieper (35). Unterstützung bekommt der gelernte Küchenmeister von einem zwölfköpfigen Team, dem nebenberuflich auch seine Eltern angehören. Während Sonja Stieper (54) die Hausdame macht, sich unter anderem darum kümmert, dass alle Räume immer schön blitzblank sind, steht Vater Manfred Stieper (57), der Hausmeister, in der Küche.

Der Einrichtungsstil ist modern gehalten, er ist mit Blickpunkten wie alten Schulutensilien kombiniert. Kulinarisch setzt der Küchenchef auf die heimische, regionale und saisonale Kost. Momentan stehen Ente und Wild im Fokus, aber auch die vegane Welle geht am Gasthaus nicht vorbei. Deftiges wie ein Sauerfleisch, wie es schon die Oma gemacht hat, wird ebenfalls geboten. Stieper arbeitet sehr gern auch mit Gewürzen wie dem tasmanischen Bergpfeffer, Orangencurry, Fenchel, Anis und Kreuzkümmel. „Indien und Thailand, das waren immer meine Lieblingsländer“, schwärmt der Koch.

Noch etwas steht für den Maitre im Fokus: „Die Beilagen sind für uns die Stars“, die Kreativität sei vor allem an den Vorspeisen zu erkennen. Damit zielt der Küchenmeister auch auf den Nachwuchs ab.

Der ist ziemlich erfolgreich, hat doch einer der drei Azubis bei einem der vom Verein Lübecker Köche ausgerichteten Kochwettbewerbe einen Pokal abgeräumt. Stieper weiß als IHK-Prüfer um die Bedeutung des Nachwuchses und sagt: „Wir müssen die jungen Leute fordern und herausfordern, aber wir dürfen sie nicht überfordern.“ Ansonsten höre es schnell auf, den Azubis Spaß zu machen.

„Fordern heißt, ihnen etwas zuzutrauen, ihnen Verantwortung zu übergeben, sie einfach auch mal machen lassen“, sagt Björn Stieper. So lässt der Küchenmeister seinen Lehrling im ersten Ausbildungsjahr nicht nur Salat waschen und Gemüse schnippeln, sondern auch schon mal einen Schmorbraten machen.

Der Begriff Fachkräftemangel ist für Stieper „zum Glück“ ein Fremdwort. Die Mitarbeiter rekrutiert er nach wie vor aus der Region. Die werkeln in einem Restaurant, in dem die Cocktails so verheißungsvolle Namen wie „Chemiestunde“, „Klassenbester“, „Streber- Spezial“ oder – selbst im Winter – „Hitzefrei“ heißen.

Rüdiger Jacob

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