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Stormarn Das neue Maislabyrinth: Brandheißer Irrgarten
Lokales Stormarn Das neue Maislabyrinth: Brandheißer Irrgarten
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10:58 27.06.2017
Hinter der nächsten Ecke ist – wieder einmal – Schluss: Das riesige Maislabyrinth wird wieder eine echte Herausforderung für die Besucher. Quelle: Foto: Hfr
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Bargteheide

„Nach dem Mörderthema des vergangenen Jahres möchte ich im Blaulichtmilieu bleiben“, erklärt der Ahrensburger, der seit der Jahrtausendwende den Besuchern jährlich mit einem Labyrinth die Köpfe verdreht. Denn auf fünf Kilometer Wegen schlängeln sich verschlungene Pfade durch mannshohe Maispflanzen, die viele Rätselfragen zu bieten haben und so manches Mal in einer Sackgasse enden.

Auf dem Feld in Bargteheide muss der Besucher „durchs Feuer“ gehen.

Geöffnet bis zur Ernte

Das Maisfeldlabyrinth öffnet zu Beginn der Sommerferien und dauert bis Ende September, wenn der Mais geerntet wird. Das Labyrinth liegt im Glindfelder Weg in Bargteheide am Ende der Bebauung.

Bald gibt es auch eine website mit weiteren Informationen dazu. www.einlabyrinthimirrgarten.de

Nach einer Sackgasse sah es zunächst auch für Eggert aus. „Die ursprüngliche Fläche in Bargteheide konnte ich nicht nutzen, weil die Jäger dagegen waren“, berichtet er. Doch dann konnte er auf ein Feld am Glindfelder Weg ausweichen, wo vor allem der Jagdeifer der Besucher angesprochen wird, gibt es am Ende doch einen Preis zu gewinnen. Inmitten der idyllischen Fläche erhebt sich eine alte Eiche, die das Zentrum der Beach-Bar bilden wird. „Für den Baum habe ich eine zweijährige Patenschaft übernommen“, erläutert Eggert, der damit eine Auflage der Behörden erfüllt. Auch der Feuerwehr möchte er mit dem Motto etwas Gutes tun. „Mein Plan ist es, mit Humor den jungen Besuchern die Feuerwehr nahe zu bringen und vielleicht damit den aktuellen Nachwuchssorgen der freiwilligen Feuerwehren entgegenzuwirken“, sagt Eggert. „Viele Helfer beim Labyrinth sind in irgendeiner Form mit der Feuerwehr involviert.“ Das Labyrinth spricht dabei mit einem Augenzwinkern Themen an: „Wie löscht man ein Feuer nur mit einem Finger? – Feuerwehr anrufen!“ oder „Auch die Frau eines Feuerwehrmannes kann durchbrennen“. „Ich gestalte zum Labyrinth einen Flyer wie das Cover einer Illustrierten der Regenbogenpresse“, kündigt Eggert an. „Das ist dann voll mit solchen Sprüchen.“

Auch echte Feuerwehr wird im Labyrinth vertreten sein, wenn der einstige Rekordhalter im Body-Burning sich als lebende Fackel in Flammen setzen lassen wird, um sich den Titel von einem Amerikaner zurück zu holen. „Dazu wird ein Musik-Video der Szene für eine Rock-Band gedreht“, sagt Eggert. Die Musiker sind Feuer und Flamme für die Action im Mais, zwischen dem viele Wildblumen heranwachsen, die Eggert gesät hat. Für Atmosphäre sorgen unterschiedliche Requisiten, die im Labyrinth verteilt werden, und ein heißer Tipp ist das Maisgespenst, das auch dieses Jahr nicht fehlen darf. „Der Darsteller brennt schon darauf, in die Rolle zu schlüpfen“, sagt Eggert, „sein Kostüm bastelt er sich je nach Motto jedes Jahr selbst.“ Während das Maisgespenst immer sonntags für spitze Schreie sorgt, gibt es die Gruselnacht vom Scream-Team gegen Ende der Saison. Dann füllt sich das Labyrinth mit professionellen Zombies und Unholden, die sonst in der Geisterbahn arbeiten.

„Für das Labyrinth gibt es einen Plan, der die Wege zeigt“, so Eggert. „Eine Anfrage kam, ob das Labyrinth barrierefrei und auch für Blinde geeignet sei.“ Eggert überlegt sich deshalb, den Plan im nächsten Jahr als Relief zu drucken, so dass auch Sehbehinderte die Karte nutzen können.

Die Wege im Labyrinth führen zu verschiedenen Stationen, darunter auch ein Aussichtsturm, der die Vogelperspektive bietet wie für die Katze im Baum, um im Feuerwehrthema zu bleiben. Großes Ziel und unabhängig von den Irrwegen ist die Beach-Bar mit Hängematten, Grillwurst und heißen Maiskolben, Getränken zum Durstlöschen, Spielen, vielen Sitzecken und einer Bühne.

Auf der Bühne werden drei Bands Live-Musik bieten, und auch Kleinkunst ist dreimal dabei. Auf der Bühne soll es unter anderem einen Wettbewerb geben, bei dem die Besucher auch einiges lernen können.

„Ich habe im Jahr 2000 ein Labyrinth für die Expo gemacht“, erinnert sich Karsten Eggert, „in den alten Unterlagen habe ich jetzt ein Schreiben der Behörde gefunden, dass ich für den Fall eines Feuerwehreinsatzes den richtigen Weg in der Karte markieren sollte. Da hätte die Wehr einen fünf Kilometer langen Schlauch gebraucht.“

 Bettina Albrod

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