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Stormarn Debakel bei Abstimmung um Hallenbad
Lokales Stormarn Debakel bei Abstimmung um Hallenbad
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21:37 19.09.2013
Im Umkleidebereich des Bad Oldesloer Hallenbades wird dieser Tage noch fleißig gearbeitet. Quelle: Foto: von Dahlen

Tausendmal diskutiert, tausendmal ist nix passiert — auf diese Formel ließe sich die Debatte um das Oldesloer Hallenbad beschreiben, die am Mittwochabend die Mitglieder des Hauptausschusses führten. Sämtliche dazu gestellten Anträge wurden abgeschmettert. Keine der Fraktionen konnte sich mit ihrem Vorschlag durchsetzen.

Doch zur Sache: Erklärtes Ziel aller Parteien ist es, das „Trave“-Bad nach der Sanierung besser zu vermarkten und es auf wirtschaftlich „gesundere Beine“ zu stellen, ohne die Interessen von Vereinen und Schulen zu vernachlässigen. Um auszuloten, wie dieser Spagat erreicht werden kann, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, der Vertreter von Politik und Vereinen sowie Stadtwerkeleiter Jürgen Fahl angehören. Letzterer berichtete, dass das Gremium Vorschläge zu den Öffnungszeiten erarbeitet und vorgeschlagen hat, die alten Eintrittspreise für ein Jahr beizubehalten. Bei einem weiteren Treffen der AG werde es um die wirtschaftliche Seite des Badbetriebs gehen, insbesondere darum, ob sich die geäußerten Wünsche mit den Personalkosten harmonisieren lassen.

An diesem Punkt griff Uwe Rädisch (CDU) ein. Seine Fraktion hatte den Antrag gestellt, den Preisstopp nur bis zur Sommerpause 2014 aufrechtzuerhalten. Zudem schlagen die Christdemokraten vor, Experten hinzuzuziehen, wenn es um die Festlegung von Preisen, Öffnungszeiten und Belegungsplänen geht. Zur Not müsse ein Dienstleister von außerhalb mit dieser Aufgabe beauftragt werden, heißt es im Antrag. Die Freien Bürger für Bad Oldesloe (FBO) schlossen sich dieser Meinung an, plädierten aber dafür, die Preise sechs Monate nach der Wiedereröffnung des Bades stabil zu halten.

Das wiederum rief den Unmut von Maria Herrmann (SPD) hervor. An beide Fraktionen gerichtet, fragte sie: „Warum haben Sie diese Überlegungen nicht in die Arbeitsgruppe eingebracht?“ Das von CDU und FBO vorgeschlagene Vorgehen missachte die bisher erbrachte Leistung des Gremiums. Die ehrenamtlichen Mitglieder opferten ihre Zeit, um später zu erfahren, dass die Politik sie nicht für kompetent hält. Hermann bat die CDU, zumindest den schon erarbeiteten Belegungsplan zu respektieren. Dies sei für die Vereine sehr wichtig, da sie ihre Angebote daraufhin ausgerichtet hätten. „Wir würden die Arbeit der Gruppe untergraben, da machen wir nicht mit“, pflichtete Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson bei.

Der Vorschlag, externen Rat einzuholen, sei ihm aus den Reihen der AG nahegelegt worden, entgegnete Rädisch den Vorwürfen. Ihm sei signalisiert worden, dass sich dort viele mit den anstehenden Aufgaben überfordert fühlten.

Das Bad fahre ein Minus von einer Million Euro ein, gab Vizebürgermeister Horst Möller zu bedenken. Insofern müsse vernünftig durchdacht werden, wie Belegungspläne und Öffnungszeiten so abgestimmt werden können, dass die Betriebskosten nicht überhand nehmen. „Dass es ein großes Wünschdirwas gibt, ist normal. Wir müssen aber sehen, was wir uns personaltechnisch leisten können“, sagte Möller.

Der Verlauf der Debatte ließ Jürgen Fahl noch einmal das Wort ergreifen. Er erinnerte daran, dass die Stadtwerke als Mitglied der AG seit mehr als 20 Jahren Erfahrung mit dem Betrieb von Hallenbädern haben. „Ich will mich nicht gegen eine Beratung sperren. Aber in diesem Stadium halte ich das für nicht erforderlich“, sagte Fahl. Er verwies zudem darauf, dass der Landesrechnungshof einen ausführlichen Bericht über den Betrieb von Bädern veröffentlicht habe und von der Vorplanung des „Trave“-Bads noch ein ausführliche betriebswirtschaftliche Analysen in der Schublade liegen. Dadurch ließen sich 30 000 Euro sparen.

In dem dann folgenden Abstimmungszyklus fielen sämtliche Anträge durch: die Konzepte bezüglich des Preisstopps von SPD und CDU sowie der Vorschlag, Fachleute hinzuzuziehen. Dabei ergab sich in den ersten beiden Fällen jeweils ein klassisches Patt von fünf zu fünf Stimmen bei einer Enthaltung.

Mögliche Öffnungszeiten
Vorgelegt hat die Arbeitsgruppe „Hallenbad“ bereits einen konkreten Plan, wie die Öffnungszeiten des „Trave“-Bades gestaltet werden sollen. Dabei wurde versucht, den öffentlichen Badeverkehr mit den Trainigsplänen von Vereinen und dem Schwimmunterricht an den Schulen unter einen Hut zu bekommen. Demnach wird vorgeschlagen, das Bad montags — bis auf Schulen und Vereine — für die Öffentlichkeit zu schließen. Dienstags, mittwochs und freitags soll von 6 bis 9 Uhr sowie 13 bis 21 Uhr geöffnet sein, donnerstags von 6 bis 9 sowie 13 bis 18 Uhr, Sonnabend von 13 bis 21 Uhr sowie sonntags von 9 bis 18 Uhr.

Dorothea von Dahlen

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