Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Den Wölfen in Stormarn auf der Spur
Lokales Stormarn Den Wölfen in Stormarn auf der Spur
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:12 03.03.2016

Da schaute Jäger Sebastian Seeliger nicht schlecht: Wo gestern noch eine Fotofalle samt Erklärungstafel an einem Baum in der Granderheide bei Trittau hing, war heute — nichts mehr. Aber nicht etwa, weil jemand das gute Stück geklaut hätte. Förster Fritz Ole Wolter von der Försterei Reinbek hatte die Kamera neuester Generation an einen anderen Standort gebracht, der weniger stark von Fußgängern frequentiert ist. Wolter fungiert als Wolfsbetreuer und hat im Rahmen des groß angelegten Fotofallenprojekts, das jetzt in Schleswig-Holstein gestartet wurde, zwei Kameras zur Verfügung. Deren Daten wird er künftig protokollieren.

Zur Galerie
Da schaute Jäger Sebastian Seeliger nicht schlecht: Wo gestern noch eine Fotofalle samt Erklärungstafel an einem Baum in der Granderheide bei Trittau hing, war heute — nichts mehr.

Hilfe durch „Bingo“

Um das Wildkamera-Projekt umsetzen zu können, stellten die Wolfsbetreuer in Zusammenarbeit mit der Stiftung Natur im Norden bei „Bingo! — die Umweltlotterie“ einen Antrag zur Beschaffung von Fotofallen der neuesten Generation. Mehr zum Thema „Wolf“ unter www.wolfsbetreuer.de.

„Ich finde, das ist ein super Projekt“, sagt Sebastian Seeliger. Selbst sei er zwar kein ehrenamtlicher Wolfsbetreuer, interessiere sich aber schon lange für das Raubtier, das nach Deutschland zurückgekehrt ist. „Der Wolf ist ein Teil unserer Natur geworden. Wir sollten uns neutral und vernünftig mit ihm auseinandersetzen“, sagt der 35-Jährige. Im vergangenen Jahr hatte er deshalb in Mölln eine sehr gut besuchte Veranstaltung „Wolfsgebiet Herzogtum Lauenburg“ organisiert. Ähnliches hat er in diesem Jahr im Kreis Stormarn vor. „Der Wolf ist kein Kuscheltier, er ist ein Raubtier. Als solchen sollte man ihn sehen, nicht mehr und nicht weniger“, sagt Seeliger über das „sehr emotionale Thema“.

Das Fotofallen-Projekt soll nun helfen, mehr Kenntnisse über Wölfe im nördlichsten Bundesland zu gewinnen. Denn zweifelsohne wird das Tier im Norden heimisch. Im Lauenburgischen gab es vor einem Jahr Sichtungen rund um Schmilau. Und erst vor wenigen Tagen wurden Wolfsrisse im Kreis Segeberg und in Ostholstein nachgewiesen. „Der Wolf hat ja kein abgegrenztes Revier“, sagt der lauenburgische Wolfsbeauftragte Dirk Hadenfeldt. Es sei also durchaus denkbar, dass er sich auch im Kreis Stormarn bewegt. „Es lässt sich aber nichts verifizieren“, sagt Hadenfeldt. Letzte gesicherte Nachweise für Stormarn gab es zuletzt mit den beiden Wölfen, die bei Unfällen auf der A 1 bei Siek im April 2013 und der A 24 zwischen Reinbek und Witzhave im April 2014 ums Leben kamen.

Die Idee für das Wildkamera-Projekt kommt von den 70 ehrenamtlichen Wolfsbetreuern des Landes. Ziel ist es nach Mitteilung des Kieler Umweltministeriums, dem gestiegenen Informationsbedürfnis gerecht zu werden. So hätten vor allem Halter kleiner Nutztiere — insbesondere von Schafen — den Wunsch, zeitnah über das Auftreten von Wölfen in den verschiedenen Regionen des Landes informiert zu werden.

Angebracht werden landesweit 114 Wildkameras oder Fotofallen. „Sie werden an markanten Wegpunkten, Kreuzungen oder Wildquerungen installiert“, weiß Sebastian Seeliger. Vielleicht auch an Wegen, die Spaziergänger nehmen. Damit die sich nicht wundern, weist eine Tafel auf Sinn und Zweck hin — denn Aufnahmen von Personen stehen nicht im Fokus der Wolfsbetreuer.

• Wo Fotofallen für das Wolfsmonitoring aktiv sind, ist im Internet unter www.wildkamera-sh.de zu sehen.

Von Verena Bosslet

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nur die Wählerinitiative hat sich der Stimme enthalten, als die Reinfelder Stadtverordneten über den Haushalt für das laufende Jahr abstimmten. Alle anderen waren dafür.

03.03.2016

Am Freitag, 11. März, informiert die Landesregierung Schleswig-Holstein in Bad Oldesloe über die regionale Neuausrichtung der Windenergieplanung für die Kreise Segeberg, ...

03.03.2016

Meteorologisch hat der Frühling gerade begonnen, auch wenn die Temperatufen noch im Keller sind. Aber es wird wärmer. Das ist sicher.

04.03.2016
Anzeige