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Stormarn Der Forkenstecher von Stapelfeld bedrohte mehrere Autofahrer
Lokales Stormarn Der Forkenstecher von Stapelfeld bedrohte mehrere Autofahrer
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20:18 29.01.2016
Ein Urteil am Lübecker Landgericht wird Anfang März erwartet.

Dieser Verhandlungstag warf ein Licht auf den gewissermaßen zweiten Akt der Gewalttaten eines 24-jährigen Kosovaren vor einem halben Jahr in und bei der Müllverbrennungsanlage von Stapelfeld.

Erst hatte der mutmaßliche Täter seinem Vorarbeiter eine Schlackegabel derart in den Kopf gerammt, dass sie darin steckenblieb (die LN berichteten). Danach verließ er das Gelände laut Zeugenaussagen ohne Hast, um an einer vielbefahrenen, dreispurigen Kreuzung ganz in der Nähe bei Rot haltende Autofahrer zu bedrohen — und einem den Wagen wegzunehmen und damit zu fliehen. Diese Leute, die am 7.

Juni vergangenen Jahres hintereinander gegen 16 Uhr auf Grün warteten, sagten gestern vor der Ersten Großen Strafkammer am Lübecker Landgericht aus.

Am schlimmsten hatte der Gewalttäter eine Immobilienkauffrau zugerichtet. „Ich kam von der Autobahn, wollte an der Kreuzung nach Stapelfeld abbiegen, als plötzlich die Beifahrertür aufgerissen wurde und der Mann sich auf den Beifahrersitz setzte. Er sagte, ich soll die Karre verlassen.“ Sie habe aber so schnell den Sicherheitsgurt nicht lösen können und einen Schlag auf das Auge bekommen, berichtete sie mit tränenerstickter Stimme. Dann sah sie sich neben dem Auto stehen, während der Täter vergeblich versuchte, ihren japanischen Wagen zu starten. Andere Autofahrer beschimpfte er.

Mehrere Zeugen berichteten, dabei eine Metallstange und eine Art Rosenschere gesehen zu haben.

Einem Lastwagenfahrer habe er zugerufen: „Bleib weg von mir, sonst stell ich dich leise“. Einen kaufmännischen Angestellten bedrohte er, weil der mit der Polizei telefonierte. Er habe Morddrohungen ausgestoßen. „Ich mach euch alle kalt“, Und er habe, berichten einige Autofahrer, verwirrt und ziellos gewirkt. Schließlich sei der Mann mit einem dunklen Ford davon gerast.

Die Immobilienkauffrau hat den Schrecken bis heute nicht richtig verarbeitet. Noch immer habe sie beim Halt an Kreuzungen ein ungutes Gefühl. Und beim Fahren verriegele sie ihr Auto von innen.

Ausdruckslos, mit halb geöffneten Mund unter verqollenen Lidern hörte der Angeklagte zu. Auch, als die Tochter des 59-jährigen Opfers in der Müllverbrennungsanlage über den Zustand ihres Vaters heute berichtete. Halbseitig gelähmt sei er, neuerdings könne er im Rollstuhl sitzen, er sei depressiv, höre nicht mehr richtig und antworte nur sehr langsam. Die Ärzte wüssten nicht, wie sich sein Zustand entwickle. An den Angriff mit der Forke habe ihr Vater keine Erinnerung.

In der kommenden Woche will sich das Gericht selber ein Bild davon machen, wie der Täter seinen Kollegen zugerichtet hat — und wie die Familie unter den Folgen der Tat leidet. Das Ergebnis fließt mit in das Strafmaß ein. Uwe Krog





Aus dem
Gerichtssaal

LN

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