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Stormarn Der Moorteich prägt das Bild des Dorfes
Lokales Stormarn Der Moorteich prägt das Bild des Dorfes
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18:24 13.08.2016

Heilshoop. „Heilshoop möchte seine Eigenständigkeit behalten“, betont Bürgermeister Wendelin Herbrand (78). Das sagt er noch häufiger, denn neue Pläne, den 540-Einwohner-Ort einzugemeinden, machen den Heilshoopern Sorge.

„Heilshoop ist ein gewachsenes Dorf ohne Ortsteile“, erklärt der Bürgermeister. Bis heute gilt das Baugebiet von 1977 den Einheimischen als Neubaugebiet. Herbrand ist 1977 hergezogen und seit 1986 Gemeindevertreter, seit 18 Jahren Bürgermeister. „Bei uns machen drei Wählergemeinschaften die Politik, es gibt kein Parteiengerangel und es geht um Gemeindeinteressen, nicht um politische Interessen“, erklärt er.

Das war einmal anders, aber der Ort wusste sich damals zu behaupten. 2004 hatte ein Wirt im Dorf die rechte Szene wiederholt in seinem Gasthaus empfangen. „Die kamen wohl wegen des Ortsnamens“, mutmaßt Herbrand. „Damals gab es Gegendemonstrationen und viele Unruhen, und die Polizei hat kontrolliert.“ Doch bald war der Spuk vorbei. „Zum Glück ist der Wirt dann aus Heilshoop weggezogen.“ Nun gibt es keinen Gasthof mehr im Ort, aber dafür das idyllische Hofcafé „Landzauber“ von Maja Eichhorn und Sandra Rothfah, das vor einem Jahr in der Hauptstraße eröffnet wurde.

Zentrum des Dorfes ist der Moorteich mit einer eigenen kleinen Badestelle, der gleichzeitig dem Teichwirt für die Karpfenzucht dient. Den Müll am Sandstrand entsorgt der Bürgermeister selbst. „So ist das in einem kleinen Ort.“ Monatlich kontrolliert ein Labor die Wasserqualität, die nur gelegentlich durch Blaualgen getrübt wird.

„Wir waren die erste Gemeinde im Kreis mit Photovoltaik auf dem Verwaltungsgebäude“, erklärt Herbrand. „Als es um Windkraft ging, hat sich aber sofort eine Bürgerinitiative dagegen gegründet. Laut Beschluss gibt es bei uns keine Windräder.“ Einen Kindergarten gibt es aber, keinen Sportverein, aber dafür die Freiwillige Feuerwehr, den Sozialverband und eine vereinsähnliche Gruppe, die Dorfgemeinschaft, die sich um Kinderfeste, Ausflüge und Laternegehen kümmert. „Die Einwohnerzahl schrumpft, aber wir brauchen mehr Fläche“, bilanziert Herbrand. Denn wenn die Kinder das Elternhaus übernehmen, brauchen die Eltern neuen Wohnraum im Ort. „Dadurch haben wir viele junge Familien. In Heilshoop gibt es eine hohe Fluktuation.“

In zwei Jahren ist wieder Bürgermeisterwahl, dann hört Herbrand auf. „Ich bin dann 80, es gibt schon einen jüngeren Kandidaten.“ Voraussetzung ist allerdings, dass Heilshoop eigenständig bleibt.

ba

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