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Der Naturwald wächst

Trittau Der Naturwald wächst

Die Hahnheide bekommt mehr urwaldmäßige Flächen. Es ist dasgrößte Waldnaturschutzgebiet in Schleswig-Holstein und seit mehr als 70 Jahren ein Naturschutzgebiet.

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Mit dem Förster der Hahnheide, Michael Hansen, und dem Direktor der Landesforsten Tim Scherer (r.) führte eine Exkursion durch das Naturschutzgebiet Hahnheide.

Quelle: Pantelmann

Trittau. In der Gemeinde Trittau liegt mit der Hahnheide auf rund 1430 Hektar das größte Waldnaturschutzgebiet Schleswig-Holsteins. Inmitten heimischer Baumarten als naturnaher Mischwald ziehen sich durch die hügelige Landschaft viele kleine Bäche, Seen und Wiesenflächen. Etwa 266 Hektar werden sich aus einem unbewirtschafteten Naturwald zum Urwald entwickeln.

LN-Bild

Hahnheide bekommt mehr urwaldmäßige Flächen – größtes Waldnaturschutzgebiet in Schleswig-Holstein.

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„Wir haben Glück,

dass die Stürme hier

nicht so zuschlagen.

Dadurch haben wir so viel Altholz.“ Förster Michael Hansen

Anlässlich der Ausweisung weiterer Flächen als sogenannten „Naturwald“ hatte jetzt der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias von Pein in die Försterei Trittau zu einem öffentlichen Gespräch mit Exkursion in das Naturschutzgebiet geladen. Wichtig ist dem Abgeordneten, Naturschutz und Naherholung im Einklang zu erhalten: „Die Hahnheide ist für viele Bürger und Touristen ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Deshalb muss der Zugang zum Wald immer gewährleistet bleiben.“

Mit einer Verordnung sollen in Deutschland zehn Prozent der Wälder dauerhaft aus der Nutzungswertung genommen und ihrer natürlichen Entwicklung überlassen werden. „In der Hahnheide haben wir mit 20 Prozent das Doppelte aus der Nutzung genommen, weil es ja schon ein Naturschutzgebiet ist“, erklärten Michael Hansen, Förster der Hahnheide, und der Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten Tim Scherer beim Ortstermin. „Die hohe Artenvielfalt, die wirtschaftliche Nutzung und die enge Verankerung in der Gesellschaft sind die drei Säulen unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, so Scherer, der gleichzeitig bekanntgab, dass er Wälder vorgefunden habe, „die noch nie so gut waren wie jetzt“.

Die Hahnheide ist ein sehr naturnaher Wald mit 90 Prozent Mischwald und bis zu 180 Jahre alten Buchen. „Auf einem Hektar Altwald stehen mindestens zehn Habitatbäume“, erklärte Hansen. Sein Forst habe den Holzeinschlag in den vergangenen Jahren immer weniger genutzt, als sie es hätte tun dürfen. Fichten-Altbestände sollen in Laubwald umgewandelt werden. „Wir haben Glück, dass die Stürme hier nicht so zuschlagen. Dadurch haben wir so viel Altholz“, so Hansen. Der Waldumbau zum Buchenwald sei bereits als Waldverjüngung eingeleitet, doch Probleme habe er mit dem Wildbiss durch den in vielen Revieren überhöhten Wildbestand.

„Naturschutz ist wichtig, kostet aber Geld. Und bedeutet eine höhere Verantwortung“, erklärten die Förster. Der Lichtbildervortrag, der neben der Größenordnung die Naturwaldareale darlegte, regten zur Diskussion an: Gefragt wurde nach einer aufgearbeitet neueren Geschichte, die aber noch im Entstehen sei. Kritisch angemerkt wurde, dass „bestimmte Waldgebiete immer mehr dicht gemacht werden“.

Doch Naturwaldareale seien nicht abgesperrt und grundsätzlich betretbar. „Für den Waldbesucher ändert sich nichts, er darf ohnehin nur auf den ausgewiesenen Wanderwegen gehen“, erinnerte Hansen. Von den rund 60 Kilometer Wegen durch die Hahnheide sind etwa die Hälfte als Wanderwege ausgewiesen, die als Markierungen an den Bäumen zu finden sind.

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch ist der Naherholungsfaktor wichtig. Er möchte „aus Trittauer Sicht den Naturschutz unterstützen und für die Bürger erlebbar machen“. Überzeugen ließ er sich aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht von dem Vorschlag des Försters, an den Wochenenden den Hohenfelder Damm mit einem Schlagbaum abzusperren. „Der Wald würde davon profitieren. Alles ist fußläufig gut zu erreichen“, so Hansen und fand Unterstützung seines Chefs: „Man muss nicht jedes Waldgebiet durchfahren.“

Bei der Exkursion erklärten die Förster die natürliche Waldentwicklung als Ziel der biologischen Vielfalt mit dem Erhalt der Schönheit sowie Wiesenflächen und die Teichlinien, in denen auch Kammmolche ihren Lebensraum finden. „Im Naturwald wird die Eiche ,ausdunkeln’ und das Rennen zur Buche verlieren“, so der Hinweis von Hansen. Ein wichtiger Anteil sei in dem Bereich das hochstehende Totholz beispielsweise für vielen Spechte.

 Margret Pantelmann

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